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Glatten Das Nahwärmenetz braucht noch Zeit

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Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer und Berater Rolf Pfeifer (links) – hier im vergangenen Jahr beim Blick von oben auf Glatten – sind guter Dinge, was das Nahwärmenetz für die Gemeinde angeht. Archiv-Foto: Ade Foto: Schwarzwälder Bote

In Glatten geht es in Sachen Nahwärme und Energieeinsparung weiter. Nach Fertigstellung des Quartierskonzepts hat der Gemeinderat jetzt beschlossen, die Beratungsfirma Endura Kommunal auch mit dem Sanierungsmanagement zu beauftragen.

Glatten. Im Vorfeld hatten der Geschäftsführer von "Endura Kommunal", Rolf Pfeifer, und seine Mitarbeiterin Gabriele Lichtwer die Ergebnisse und Empfehlungen des Abschlussberichts zum energetischen Quartierskonzept für Glatten dem Gemeinderat vorgestellt. Neben der Nahwärme wird in dem Bericht als energetische und wirtschaftliche Verbesserung auch angeregt, die Straßenbeleuchtung der Gemeinde auf LED umzustellen. So seien hohe Energieeinsparungen möglich.

Mit dem Auftrag für das Sanierungsmanagement für die künftige Bürgerenergiegenossenschaft Energienetz Glatten gab der Gemeinderat grünes Licht für eine Fortsetzung des beschrittenen Wegs. Zahlreiche Besucher waren in die Gemeinderatssitzung gekommen, darunter Tobias Birk und Holger Krause als Vertreter der für die Nahwärme angestrebten Genossenschaft sowie Ehrenbürger Ulrich Rath, dessen Vorschlag zur Wärmegewinnung über Abwasser weiter verfolgt wird.

Zur Datenerhebung mit der erfreulichen Rücklaufquote von rund 40 Prozent führte Gabriele Lichtwer an, dass ein großer Teil der Heizungen über 20 Jahre alt sei und damit Handlungsbedarf bestehe.

Zum Thema Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchten, durch die bis zu 70 Prozent Energieeinsparung möglich sein soll, legte Rolf Pfeifer eine Kostenrechnung vor. Er geht von Investitionskosten von rund 180 000 Euro abzüglich 30 000 Euro Förderung aus. Die Stromkostenersparnis bezifferte er auf rund 21 000 Euro jährlich, was eine Amortisation nach sieben bis acht Jahren bedeute. Die spätere Wartung sei bei LED-Lampen günstiger. Einiges sei schon auf LED umgestellt, ergänzte Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer.

Der Bau des Nahwärmenetzes mit Heizzentrale, die am Harteckweg umsetzbar erscheine, sei grundsätzlich eine große Herausforderung, sagte Rolf Pfeifer, da man auf jeden Gebäudeeigentümer zugehen müsse. Auch brauche man später einen Akteur, der das Wärmenetz betreibt. Hier kristallisierte sich bereits die Gründung einer Bürgerenergiegenossenschaft heraus.

"Eine wunderschöne Entwicklung hier in Glatten", bilanzierte der Berater. Er schätze die Bedingungen für ein Nahwärmenetz in Glatten als gut bis sehr gut ein. Der Geschäftsführer von "Endura Kommunal" wies allerdings darauf hin, dass das Projekt kein Selbstläufer und nicht einfach sei. Man brauche nun eine Wirtschaftlichkeitsberechnung. Entscheidend werde letztlich die Zahl der Anschlussnehmer sein. Mit den beiden großen Firmen am Ort – Woodward L’Orange und Schmalz – habe es bereits erste Gespräche mit positiven Signalen gegeben.

Zusätzlich zu diesen Großverbrauchern sollten zur Sicherheit im Vorfeld mit Privatpersonen verbindliche Verträge abgeschlossen werden, meinte Gemeinderat Gerhard Keck. Anneliese Bach hätte sich eindeutigere Zahlen gewünscht. Man sei ziemlich abhängig von den beiden großen Firmen und noch lange nicht über den Berg, sagte sie.

Da durch die bisherigen Schritte der Bau eines Wärmenetzes in Glatten eine hohe technisch-wirtschaftliche Realisierbarkeit hat, stimmte der Gemeinderat im nächsten Tagesordnungspunkt der Beauftragung eines energetischen Sanierungsmanagement mit Kosten von jährlich 32 000 Euro für zunächst ein Jahr zu.

Es gehe dabei letztlich um eine konkrete Projektentwicklung, informierte Rolf Pfeifer, und darum, die Bürger – zum Beispiel über einen Kostenvergleich zur jetzigen Heizung – weiter zu informieren und zu beraten. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, ein technisches Konzept und weitere Verhandlungen mit den möglichen Großabnehmern sowie weiteren Firmen im Ort seien vorgesehen. Ein wichtiger Punkt sei auch die Koordination aller beteiligten Akteure.

Wenn man nach dem ersten Jahr feststellten sollte, dass es nicht funktioniere, breche man die Sache ab, so Rolf Pfeifer. Das Engagement und die Dynamik in Glatten finde er toll, sagte Pfeifer, aber man brauche jetzt Zeit. Deshalb solle auch mit der Gründung einer Genossenschaft noch gewartet werden. Etwa im September kommenden Jahres werde man einen Zwischenstand vorlegen.

Man sei auf gutem Weg, und diesen müsse man weitergehen, befand Gemeinderat Friedrich Weigold. Und Bürgermeister Tore-Derek Pfeifer, als großer Verfechter der Nahwärme, schloss: "Wir sind ganz am Anfang, aber wir haben einen Anfang."  Der Abschlussbericht zum energetischen Quartierskonzept ist auf der Homepage der Gemeinde Glatten einsehbar.

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