Rettungswagen fahren bei der Tübinger BG-Klinik am Mittwoch im Minutentakt vor. (Symbolfoto) Foto: Nicolas Armer/dpa

Zahlreiche Patienten mit Frakturen verschiedener Art stellen am Mittwoch nach Glatteisunfällen Notaufnahmen auf eine Belastungsprobe. In Tübingen mussten sogar zusätzliche Ärzte einspringen.

Die Notärzte sind an der Tübinger Uniklinik und der BG-Unfallklinik (Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik) am Mittwochmorgen im Dauereinsatz. Die mehr als 1000 Unfälle im Land lösen in Kliniken der Region einen Ausnahmezustand aus.

 

Von der Lage der Ambulanz an der BG-Klinik Tübingen berichtet Pressesprecherin Eva Schneider unserer Redaktion: „Die Ambulanz der BG Klinik Tübingen registrierte aufgrund der Wetterlage ab 7.30 Uhr ein deutlich erhöhtes Patientenaufkommen und war vollständig ausgelastet. Rettungswagen fuhren im Minutentakt vor und machten sich teilweise direkt mit eingeschaltetem Blaulicht wieder auf den Weg.“

Verglichen mit einem durchschnittlichen Morgen habe das Ambulanzteam am Mittwochvormittag etwa dreimal so viele Patienten versorgt. „Und das bei kürzeren Wartezeiten als üblich“, betont Schneider. „Zurückzuführen ist dies auf die kurzfristige Verdopplung der diensthabenden Ärzte über die Rufbereitschaft sowie auf die Anforderung zusätzlicher Pflegefachkräfte und medizinischer Fachangestellter. So konnte gewährleistet werden, dass alle eintreffenden Patienten schnellstmöglich und bestmöglich versorgt wurden.“

Überwiegend Frakturen

Über die Art der Glatteisunfälle teilt die Sprecherin mit: „Das Verletzungsspektrum der behandelten Fälle umfasste überwiegend Frakturen verschiedener Art. Die häufigsten Unfallursachen waren Wegeunfälle zu Fuß oder mit dem Fahrrad.“

Mit Stand am Mittag sagt sie zur aktuellen Lage: „Derzeit hat sich die Situation in der Ambulanz noch nicht entspannt und es treffen weiterhin kontinuierlich neue Patienten ein.“

Auch die Notaufnahme der Uniklinik Tübingen (UKT) hat aufgrund des Glatteises mehr zu tun als sonst. Pressesprecherin Claudia Löwe spricht am Mittwochmorgen von sechs bis sieben Patienten, die nach Glatteisunfällen in der Ambulanz waren. Das erhöhte Patientenaufkommen habe in der Uniklinik aber zu keinen Engpässen oder Verzögerungen in anderen Klinikbereichen geführt. Löwe weist darauf hin, dass die BG-Klinik die Hauptlast bei den Glatteisunfällen trage. Das UKT stehe in engem Austausch mit der BG-Klinik.

Weniger Verletzungen in Freudenstadt

Entspannter ist die Lage im Kreiskrankenhaus in Freudenstadt. Pressesprecherin Cornelia Schreib teilt unserer Redaktion mit: „Nach Rücksprache mit unserer Notaufnahme kann ich Ihnen mitteilen, dass wir heute kein erhöhtes Patientenaufkommen und auch keine vermehrten Stürze zu verzeichnen haben. Die Patientenzahlen in der Notaufnahme entsprechen denen eines üblichen Vormittags.“