Wenn Konfetti vom Straßenboden wieder aufgelesen und geschmissen wird, kann das böse Folgen haben (Symbolfoto). Foto: Frank Hammerschmidt/dpa

In der Fasnet kann es wild zugehen. Manchmal aber ist das Treiben sogar den Narren selbst zu wild. Die Narrenzunft Hochdorf findet mahnende Worte. Es geht um Konfetti.

„Kein Konfetti in der Maske“, schrieb die Narrenzunft vor wenigen Tagen auf ihrer Facebook-Seite – und bekam auf diesen Beitrag jede Menge Reaktionen. In dem Appell berichtet die Hochdorfer Zunft von ihrer Teilnahme an einem Umzug in Altingen. „Was dort passiert ist, macht uns ehrlich gesagt fassungslos und traurig.“

 

Es geht ums Konfetti. Was harmlos klingt, ist nach Meinung der Narrenzunft durchaus gefährlich. „Unseren Mitgliedern wurde vereinzelt leider gezielt mit Konfetti vom Boden in die Augen geworfen“, so die Hochdorfer Narren. Was absolut nicht akzeptabel sei. Unter anderem heißt es: „Das ist kein Spaß. Das ist gefährlich.“

„Jeder Wurf kann für uns ernsthafte Verletzungen bedeuten“

Dabei wissen die Hochdorfer Hästräger, die im Januar selbst einen großen Umzug auf die Beine gestellt haben, natürlich auch, dass sie selbst Zuschauer bei Umzügen mit Konfetti einseifen. „Genau dafür stellt ihr euch beim Umzug in die erste Reihe. Wer das nicht mag, darf gern Abstand halten oder sich so hinstellen, dass wir euch nicht erreichen.“

Weiter erörtert die Narrenzunft Hochdorf die Gefahr, wenn ihre Maskenträger mit Konfetti, das vom Boden aufgeklaubt wird, beworfen werden: „Unter unseren Masken tragen einige Kontaktlinsen, wir haben ungeschützte Augen und können die Masken während des Umzugs nicht abnehmen.“

Die Folge: „Jeder Wurf kann für uns ernsthafte Verletzungen bedeuten. Im Konfetti können Glassplitter, Steine, Dreck oder andere gefährliche Gegenstände sein. Ein Treffer im Auge kann bleibende Schäden verursachen.“ Das sei kein Spaß. Das sei gefährlich.

„Wollt ihr wirklich dafür verantwortlich sein, dass jemand verletzt wird?„

Eindringlich appelliert die Zunft: „Bitte fragt euch ehrlich: Wollt ihr wirklich dafür verantwortlich sein, dass jemand verletzt wird? Dass ein wunderschöner Umzug für jemanden im Krankenhaus endet?“

Die Narrenzunft Hochdorf hatte im Januar selbst einen eigenen großen Umzug Foto: Thomas Fritsch

Der dringende Appell – vor allem an die Eltern: „Erklärt euren Kindern, dass das Werfen von Gegenständen auf Maskenträger ein absolutes No-Go ist. Für uns ist das kein Spiel, sondern ein echtes Risiko.“ Und: „Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass Umzüge Freude machen – für alle.“

Die Reaktionen im Netz fallen ganz unterschiedlich aus

Der Facebook-Post der Narrenzunft wurde emsig geteilt und kommentiert. 646 Likes hatte er - Stand Rosenmontag, zur Mittagszeit. Und 90 Kommentar

Die Kommentare allerdings fallen sehr unterschiedlich aus. Einige zeigen Verständnis und sind ganz an der Seite der Hochdorfer Narren. Andere sehen eine Mitschuld bei den Narren, die ja selbst Zuschauer mit Konfetti und Stroh beschmeißen.