Ortsvorsteher Wolfgang Schoch kritisiert das zuständige Mobilfunkunternehmen, weil einfach kein Techniker kommt. Die Betroffenen Anwohner müssen bei Nachbarn telefonieren.
Grund hierfür ist nach Angaben der Ortsverwaltung Schura ein beschädigtes Anschlusskabel von Vodafone im Glockenweg.
Im Zuge der Verlegung von Leerrohren für das spätere Glasfasernetz in Schura ist am Donnerstag, 19. September, bei Erdarbeiten der bauausführenden Firma das ebenso in der Erde liegende Fernmeldekabel von Vodafone (früher Unitymedia und zuvor Kabel BW) beschädigt worden. Seitdem sind mehrere Häuser ohne Fernsehprogramm, Telefon und Internetanschluss. An für sich ein Vorfall, der bei Bauarbeiten immer wieder vorkommt, bei solchen auch eingerechnet wird und im Grunde genommen daher auch leicht zu beheben wäre. „Nur in Schura entwickelt sich das Problem zum Dilemma“, so Ortsvorsteher Wolfgang Schoch.
Kabel abgerissen
Unmittelbar nachdem das Kabel abgerissen war, habe die bauausführende Firma auch sogleich versucht, Vodafone hiervon zu unterrichten. Nachdem die entsprechend Stelle bei Vodafone erreicht worden war, wurde eine umgehende Behebung des Schadens zugesichert. Passiert sei jedoch bislang nichts. Weitere Versuche, Techniker von Vodafone nach Schura zu bekommen, sind laut Schoch ebenso gescheitert. Zwei von Vodafone selbst gesetzte Termine mit der Baufirma, die Schadensstelle frei zu machen, damit deren Techniker zum abgerissenen Kabel Zugang haben, sind vom Kommunikationsunternehmens nicht eingehalten worden.
Anwohner bitten um Hilfe
Schaue man in die Störungsapp von Vodafone, sei der Schaden, beziehungsweise eine Störung im besagten Wohngebiet, nicht einmal vermerkt, also scheinbar gar nicht gegeben, was aber so nicht stimme. Nahezu täglich melden sich die Anwohner beim Ortsvorsteher und bitten ihn um Hilfe und dieser ebenso bei der bauausführenden Firma, die ihrerseits wiederum im selben Abstand Vodafone um die Entsendung eines Technikers bittet.
„Eigentlich wäre die Sache gar nicht so kompliziert. Die ausführende Firma hätte zwar die Techniker an der Hand, um den Schaden innerhalb weniger Stunden zu beheben, darf es aber nicht, und Vodafone hätte die Techniker, macht es aber nicht.“ Für alle, die im Home Office arbeiten, wie auch für einen über 90 Jahre alten dort wohnenden Senior ein Alptraum, so der Bericht der Ortsverwaltung weiter. Problematisch sei die Situation schon deswegen, weil das dortige Wohngebiet im Mobilfunknetz ohnehin ein weißer Fleck sei, also die Bewohner dort ohne jeglichen Kontakt seien, es sei denn über die Nachbarn, die ihren Anschluss nicht bei Vodafone haben. Seit Jahren schon versucht Ortsvorsteher Wolfgang Schoch nach eigener Aussage, die Mobilfunkanbindung zu verbessern, jedoch auch hier stoße er bei den Kommunikationsunternehmen „auf stete Gelassenheit und Unbeweglichkeit“.
Vodafone entschuldigt sich
Ein Sprecher des Unternehmens bestätigt auf Anfrage, dass Vodafone seit dem 19. September, um 12.41 Uhr eine lokale Störung hat „in einem sehr kleinen Teil seines Kabelnetzes in 78647 Trossingen-Schura“. Bei aktuell noch drei Kabelkunden seien Kabel-TV, Breitband-Internet und Festnetz-Telefonie vorübergehend nicht verfügbar. Ursache ist danach ein Anbindungsfehler auf genau dem unterirdischen Kabelstrang, über den diese Kunden an das Vodafone-Netz angeschlossen sind. „Konkret wurde unsere Glasfaser-Zufuhrstrecke zu diesen Kunden an mehreren Stellen beschädigt. Dieses geschah durch Dritte - bei Bauarbeiten mit denen Vodafone an sich nichts zu tun hatte“, so der Unternehmenssprecher.
Zur Behebung dieser Störung müsse die Zufuhrstrecke auf einer Länge von mehreren hundert Metern komplett erneuert werden. Diese Arbeiten seien in der Planung und die Ausführung sehr aufwendig, denn es müssen die zwingend benötigten Tiefbau-Spezialisten, Netzelemente und Baumaterialien verfügbar sein sowie entsprechende Genehmigungen eingeholt werden. „Bereits an vier Tagen fanden die notwendigen Tiefbauarbeiten vor Ort statt, so dass die Zahl der betroffenen Kunden auf drei Haushalte reduziert werden konnte.“ Auch die finalen Tiefbauarbeiten für die drei restlichen, noch betroffenen Kunden sollen zeitnah vollendet werden.
„Wir bitten die noch betroffenen Kunden bis zum Abschluss der Reparaturarbeiten noch um etwas Geduld und um Entschuldigung für ihre vorübergehenden Unannehmlichkeiten, die Vodafone nicht verursacht hat“, heißt es von dieser Seite.