Oberkirnach und der Stockwald werden an das schnelle Netz angeschlossen. Hierfür fand nun der offizielle Spatenstich zum Glasfaserausbau statt.
Diese Woche fand der offizielle Spatenstich zum Glasfaserausbau in Oberkirnach und im Stockwald statt. Michael Willmann vom Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar sprach von einem bedeutenden Schritt in die digitale Zukunft und Grundlage für schnelles, zuverlässiges Internet für Privatpersonen und Unternehmen.
Von 163 angeschriebenen Eigentümern entschieden sich 118 für den Anschluss, 38 für die Ablage, bei der ein Leerrohr einen Meter weit ins Grundstück gelegt wird.
Die Maßnahme beinhaltet 24,5 Kilometer Kabelgraben, über 21 Kilometer Rohre und Rohrverbände sowie knapp 79 Kilometer Glasfaser. Ein besonderer Vorteil sind im Stockwald bereits früher verlegte Leerrohre. Willmann dankte der Gemeinde für gute Zusammenarbeit und Unterstützung. Bereits Mitte bis Ende 2026 soll die gesamte Maßnahme abgeschlossen sein.
Sichere Stromversorgung für die Bewohner
Laut Landratsamt wurde der Auftrag mit einer Summe von über vier Millionen Euro an die KTS Bauunternehmung vergeben, wobei die Kosten während des Baus auch noch etwas variieren können. Förderzuschüsse des Bundes mit 50 und des Landes mit 40 Prozent liegen vor.
Mit im Boot ist die EGT, die laut Markus Langlotz, Projektleiter EGT Energie GmbH, gleichzeitig Freileitungen unter die Erde legt. Allein 500 000 Euro eingeplant seien für Rohrleitungen, samt Kosten für neue Trafostationen, Verkabelung und Arbeitsleistung liege man dann mit Sicherheit im Millionenbereich. Dafür können sich Bewohner auf eine sicherere Stromversorgung freuen, da es bisher zum Beispiel bei Stürmen immer wieder zur Beschädigung von Freileitungen kommt.
Bürgermeister Michael Rieger erinnerte an den Beginn seiner Amtszeit vor 17 Jahren, als schnelles Internet zwei Megabit bedeutete. Anbieter hatten Null Interesse am Ausbau im Außenbereich, so dass Bund und Land mit 150 000 Euro als Deckungslücke einspringen mussten, wodurch dann immerhin vier bis acht Megabit möglich wurden.
Zweckverband als Glücksfall für die Region
Der Zweckverband sei ein Glücksfall für die Region und mache einen unglaublichen Job, habe inzwischen schon rund 200 Millionen Euro ausgegeben. St. Georgen sei dabei gut bedient worden. Ohne Bund und Land wäre das aber nicht machbar. Dass man jetzt erst in Dörfer gehe, sei förderabhängig, auch in der Innenstadt gebe es noch Bereiche ohne Glasfaser. Langenschiltach stehe auch an. Man versuche zwar, alle gleich zu behandeln, es gehe aber nicht alles gleichzeitig.
Rieger warb für den Anschluss im Zuge der Baumaßnahme, der später nicht mehr so günstig sei. Angesichts Forderungen, die Stadt solle über solche Aktionen per Flugblatt informieren, betonte er die Holschuld von Bürgern.
Schnelles Internet ist gefragt
Ortsvorsteher Franz Günter sprach vom „Beginn einer hervorragenden Zeit“, erinnerte daran, dass vor 60 Jahren im Ort das erste Telefon installiert wurde, über das Bewohner für 20 Pfennig telefonieren konnten. Heute bräuchten auch Kinder für die Schule und Arbeitende im Homeoffice das Netz, bei Ferien auf dem Bauernhof sei die erste Frage nach schnellem Internet. Auch das Verlegen der Freileitungen in den Boden sei wegen des Wegfalls der Masten ein Riesengewinn für den Tourismus. Selbst für Landwirte gehe nichts mehr ohne einen Anschluss, erklärte Stockwaldsprecher Joachim Kieninger.