Vertrieb oder schon Belästigung? Ein Oberndorfer fühlt sich von den mutmaßlichen Verkaufsversuchen an der Haustür belästigt. (Symbolfoto) Foto: Kai Remmers/dpa

Seit Mai wird in Oberndorf das Glasfasernetz ausgebaut. Ein Bürger schildert uns nun, Telekom-Mitarbeiter hätten kein Nein akzeptiert und ihn regelrecht „belästigt“.

Der Bedarf für schnelles Internet wird immer größer. In Oberndorf baut die GlasfaserPlus GmbH das Netz deshalb seit Mai eigenwirtschaftlich aus. Mehr als 2500 Haushalte sollen erschlossen werden. Einen Anschluss erhält aber nur der, der dem das Netz mietenden Anbieter einen Auftrag erteilt – in diesem Fall der Telekom. Um möglichst viele Anschlüsse zu verkaufen, wird dabei auch auf Werbung an der Haustür gesetzt. Wir konfrontieren die Telekom mit den Vorwürfen des Oberndorfers.

 

Der beklagt, dass die Telekom ihm seit Monaten Leute an die Haustür schicke, „teilweise mehrmals die Woche“. Eine freundliche Ablehnung seinerseits sei dabei offenbar nicht verstanden worden. Der Bürger spricht von „Methoden à la Drückerkolonne“ und stellt klar: „Ich empfinde das zunehmend als unseriös und belästigend“.

„Natürlich muss das seriös gemacht sein“

Auf Anfrage bei der Deutsche Telekom AG teilt uns Pressesprecher Markus Jodl mit, man arbeite mit der Firma Ranger zusammen, um Kunden an der Haustür über den Glasfaserausbau zu informieren.

„Wir müssen beim Glasfaserausbau in jedes Haus und in jede Wohnung. Deshalb ist der Vertriebskanal Direktvermarktung beim Glasfaserausbau sehr wichtig. Wir versuchen aber auch über andere Wege zu informieren: Postwurfsendung, Pressearbeit, Werbeschaltungen“, erklärt er.

Wenn man vom Kunden keine Zusage erhalte, könne man sein Haus beziehungsweise seine Wohnung nicht anschließen. „Glasfaserausbau ist ein hyperlokales Geschäft. Deshalb müssen wir an jeder Tür klingeln. Aber natürlich muss das seriös gemacht sein“, betont Jodl.

„Ungewöhnlich, weil ineffizient“

Dass mehrfach geklingelt werde, sei aus seiner Sicht ungewöhnlich – „weil ineffizient“. „Das passiert eigentlich nur, wenn niemand angetroffen wurde.“ Es sei jedoch möglich, Adressen auf eine Blacklist zu setzen, damit diese von zukünftigen Beratungen ausgeschlossen seien.

Ein weiterer Erklärungsansatz ist der, dass es sich nicht um Telekom-Mitarbeiter handelte. Im Rahmen der Vorstellung der Ausbaupläne der GlasfaserPlus GmbH hatte der Vertreter im Gemeinderat davor gewarnt, dass es immer wieder Betrüger gebe, die sich als Mitarbeiter der Telekom ausgeben. Er riet dazu, sich einen Ausweis zeigen zu lassen und im Zweifel bei der Telekom anzurufen, um zu legitimieren, dass es sich um Mitarbeiter handelt.

Internetverbindung für 2696 Haushalte

Was nun den Ausbau angeht, so erfahren wir auf Anfrage bei der GlasfaserPlus, dass dieser sich aktuell im Zeitplan befindet. „Wir erwarten, Ende 2025 circa 800 Homes Passed erzielt zu haben. Das bedeutet, dass die Glasfaser-Infrastruktur bis zum Grundstück oder an die Grundstücksgrenze verlegt wurde, so dass eine Anbindung möglich ist“, erklärt uns Pressesprecherin Anke Piontek.

Im Rahmen des Glasfaserausbaus werde für 2696 Haushalte eine Internetverbindung mit Geschwindigkeiten bis 1 Gigabit pro Sekunde möglich. Voraussichtlich würden noch in diesem Quartal die ersten Kunden angeschlossen.

Vor Ort arbeite die GlasfaserPlus mit dem Baupartner Telekom Technik zusammen. Dank moderner Baumethoden werde die Beeinträchtigung der Bürger auf ein Mindestmaß beschränkt, so Piontek. Was nun die Durchführung der Endkundenvermarktung angehe, über die sich der Bürger beschwert hatte, könne die GlasfaserPlus keine Aussagen treffen.