Die Vorrichtung für Glasfaser liegt bereits im Industriegebiet I in Friesenheim – hier mit Verteilerkasten, bei diesem Ausbau handelt es sich um einen staatlich geförderten. Foto: Bohnert-Seidel

In Friesenheim soll der Glasfaserausbau vorangehen. Vorgesehen ist der eigenwirtschaftliche Ausbau mit der "Deutschen Glasfaser". Bis zum Jahr 2025 soll Friesenheim komplett mit Glasfaser versorgt sein.

Friesenheim - Der Gemeinderat hat dem vorgestellten Stand der Ausbauplanung des Unternehmens zugestimmt und die Verwaltung dazu bevollmächtigt, die Wegenutzungsvereinbarung mit der "Deutschen Glasfaser" zu unterzeichnen. "Geplant ist, Friesenheim bis zum Jahr 2025 komplett mit Glasfaser versorgt zu haben", erklärt Josef Glöckl-Frohnholzer, Geschäftsführer der Breitband Ortenau. In die Ratssitzung mitgebracht hatte er Vertreter des Unternehmens "Deutsche Glasfaser", die die Umsetzungspläne für Friesenheim vorgestellt haben. Oberste Zielsetzung sei, bis 2025 alle unterversorgten Gebäude mit Glasfaser ausgestattet zu haben.

Zwei große Ausbaumodelle liegen in Friesenheim vor. Aktuell wird über den geförderten Ausbau – 90 Prozent aus Fördermittel von Bund und Land sowie zehn Prozent Eigenfinanzierung der Gemeinde Friesenheim – das Industriegebiet I und II, das Gebiet "Am Bahnhof" sowie die Friesenheimer Schule mit Glasfaser versorgt. Heute liege Friesenheim, was schnelles Internet anbelangt, im Mittelfeld der Versorgungsleistung. Im Dezember soll der Ausbau der Schule fertiggestellt sein und im Januar der Bereich "Am Bahnhof". Als knifflig erweise sich die Bahnquerung. Damit die "Deutsche Glasfaser" mit dem Ausbau in Friesenheim beginnt, müssten 33 Prozent der Haushalt und Gewerbebetriebe einen Vorvertrag mit der "Deutschen Glasfaser" zur Herstellung eines Glasfaseranschlusses abschließen. Das Unternehmen spricht von einer Nachfragebündelung bei Haushalten und Gewerbe.

Anfang 2023 wird »Deutsche Glasfaser« Werbetrommel rühren

Sobald dieses Ziel erreicht sei, beginne die "Deutsche Glasfaser" innerhalb eines definierten Zeitraums mit dem Ausbau. Der eigenwirtschaftliche Ausbau habe keine rechtlichen Auswirkungen auf Landes- oder Bundesfördermittel in weiteren unterversorgten Gebieten der Gemeinde.

Anfang 2023 wird die "Deutsche Glasfaser" in die Planung gehen und in Friesenheim bei der Bevölkerung die Werbetrommel rühren. "Wir haben als Gemeinde ein großes Interesse daran, dass die 33 Prozent Vorverträge erreicht werden und Glasfaser verlegt wird", betonte Bürgermeister Erik Weide. Der Gemeinderat stimmte bei einer Enthaltung für den Ausbau über die "Deutsche Glasfaser". Gleichwohl mahnte Markus Rottler (SPD), die "Plakatierungsrichtlinien der Gemeinde einzuhalten und nicht wie andernorts das Dorf mit Glasfaserplakaten zuzudecken". Ewald Schaubrenner (CDU) erklärte: "Wir begrüßen, wenn es endlich mit der Glasfaserversorgung losgeht." Eine der wichtigsten Fragen von Neubürgern laute: "Wie sieht es mit der Glasfaserversorgung aus?" Dass nicht alles Gold ist, was glänzt, betonte Josef Glöckl-Frohnholzer gegenüber Rottler, der Nachteile des Ausbaus erfragte. Es werde Schmerzen geben, intensive Diskussionen bei der Baubetreuung sowie Abstimmungsthematiken, die nicht unerheblich wären, da ein eigenwirtschaftlicher Ausbau nach ökonomischen Gesichtspunkten geschehe. Mit der Baubetreuung soll ein Experte beauftragt werden, der die einzelnen Phasen begleite. Auch künftige Neubaugebiete werden mit der vorhandenen Kapazität berücksichtigt, versicherte die "Deutsche Glasfaser".

47 Gemeinden in der Ortenau

Aktuell begleitet die Breitband Ortenau in der Gesamtkoordination des Glasfaserausbaus 47 Gemeinden der Ortenau. Wo bislang innerörtlich keine staatliche Förderung greife, soll jetzt die "Deutsche Glasfaser" den privatwirtschaftlichen Ausbau auf eigene Kosten in Friesenheim übernehmen. Diese Kombination sogt für eine relativ zügige Versorgung Friesenheimer Haushalte. Dabei tritt die Breitband Ortenau als Koordinator auf.