Vielerorts müssen im Außenbereich längere Gräben gezogen werden, um das Glasfaserkabel zu verlegen. Das Basisnetz (Backbone) ist ringförmig im Landkreis verlegt. Foto: Zweckverband Breitband SBK

Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar investiert nächstes Jahr 29 Millionen ins Glasfasernetz.

Es gibt Wohn- und Gewerbegebiete, in denen die Kunden der privaten Telekommunikationsanbieter unzufrieden mit dem Datenfluss sind.

 

Der Zweckverband, der von den 20 Kommunen und dem Landkreis getragen wird, profitiert stark von Fördergeldern des Bundes und des Landes, die je nach Gebiet 50 bis 85 Prozent der Kosten decken.

„Wir schimpfen ja viel über Bund und Land“, meinte Landrat Sven Hinterseh bei der jüngsten Verbandsversammlung, „aber ohne deren Zuschüsse wäre das alles nicht möglich“.

Alleine für die Weiße-Flecken-Förderung wurden 72 Anträge gestellt. Anfangs gab es eine Förderung nur, wenn andere Anbieter nicht in der Lage waren, einen Datenfluss von mindestens 30 Megabit (MBit) pro Sekunde zu garantieren, inzwischen ist der Datenhunger gewaltig gewachsen, laufen Telefon, Internet und Fernseher in vielen Haushalten über das Datenkabel und so gibt es die Bundesförderung erst ab 1000 MBit/Sekunde.

Sobald der Bund die Förderung zusagt, geht vom Zweckverband, der in der Landratsamtsaußenstelle in Donaueschingen sitzt, ein Antrag auf Kofinanzierung durch das Land hinaus.

Seit seiner Gründung hat der Zweckverband ein Bauvolumen von mehr als 200 Millionen Euro umgesetzt, nächstes Jahr werden es 29 Millionen sein. Der Zweckverband hat im Kreisgebiet ein komplett eigenes und unabhängiges Glasfasergrundnetz (Backbone) zwischen Städten, Gemeinden und Ortsteilen aufgebaut. Über Verteilknoten und Glasfaserleitungen wird das Signal nahezu ohne Bandbreitenverlust zu den Endverbrauchern weitergeleitet, da die Datenübertragung bis ins Haus ausschließlich über Glasfaser realisiert wird. Auch im Bereich der Ortsnetze wurden viele Bereiche der Kernorte, ganze Ortsteile, Gewerbegebiete oder wichtige Gebäude wie die Schulen mit der Glasfaser bis ins Haus (FTTB) erschlossen. „Wir konzentrieren uns auf Gewerbegebiete, Kindergärten, Schulen, öffentliche Gebäude, aber auch Wohngebiete“, kündigte der Geschäftsführer des Zweckverbandes, Jochen Cabanis, an.

In der Planungsphase sind in VS die Friedenschule (Schwenningen), Hammerhalde und Volkertsweiler (Villingen), Mühlhausen und Weigheim, im übrigen Kreisgebiet Pfohren, Niedereschach und Kappel, Langenschiltach, weiße Flecken in St. Georgen, Kernort Schönwald und Triberg sowie Gremmelsbach und Schonachbach – hier erfolgt 2026 zunächst einmal die Ausschreibung.

Glasfaserverlegungsprojekte, bei denen 2026 die Planung ausgeschrieben wird, sind in Schwenningen Nord, West und Zentrum Ost, Villingen Zentrum Südwest, St. Georgen (Kernort, Brigach, Sommerau), Öfingen (Bad Dürrheim), Bräunlingen, Brigachtal, Aasen (Donaueschingen), Weiler, Burgberg, Erdmannsweiler und Neuhausen (alles Königsfeld), Furtwangen, Gütenbach und Mönchweiler.

„Ich denke, wir haben wieder viele Leute glücklich gemacht“, zog Jochen Cabanis Bilanz. Der Zweckverband hat 12 565 betriebsbereite FTTB-Glasfaser-Hausanschlüsse installiert, das entspricht einem Zuwachs von 1377 innerhalb eines Jahres. Umgerechnet werden fast 43 000 Wohnungen oder Haushalte versorgt.

Das Glasfasernetz wird vom Zweckverband an einen regionalen Anbieter vermietet, die Firma Stiegeler (Schönau), die vor zehn Jahren nach einer EU-weiten Ausschreibung zum Zuge kam. Von den fertiggestellten FTTB-Hausanschlüssen betreibt die Stiegeler GmbH 9351, darunter 106 große Geschäftskunden. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der Kunden um 1585, darunter 106 große Geschäftskunden. Hinzu kommen noch 1020 FTTC-Kunden in Tannheim, Pfaffenweiler und Schonach, bei ihnen geht das Glasfaserkabel nur bis zum Bordstein der Straße, bis zum Hausanschluss wird mit Kupferkabel überbrückt. Ab Ende 2026 soll hier alles auf FTTB (Glasfaser bis in den Keller) umgestellt werden.