Groß war das Interesse an der Infoveranstaltung zum Glasfaserausbau in Buchenberg. Im Landkreis wurden bisher 352 Kilometer des sogenannten Backbone, der Hauptleitung, verlegt.
Mit dem Zweckverband Breitbandversorgung ergriffen Gemeinden frühzeitig die Initiative, da Telekommunikationsunternehmen nur den Ausbau in Metropolen vorantrieben, so Bürgermeister Fritz Link.
In Königsfeld begann man mit Neuhausen, Erdmannsweiler und Burgberg, ging ins Glasbachtal mit Teilen Buchenbergs, 2024 in den Kernort. Das war nur mit Zuschüssen von Bund und Land von bisher acht Millionen Euro möglich, bei Eigenmitteln von 2,8 Millionen. Bisher wurden im Ort über 41 Kilometer Kabel verlegt.
Im Dezember kam die Zusage für graue Flecken in Buchenberg. Der Ausbau für veranschlagte 6,5 Millionen Euro bei Eigenmitteln von 1,5 Millionen soll im zweiten Halbjahr beginnen, ein weiterer Abschnitt 2026 folgen.
18 Vollzeit-Mitarbeiter beim Zweckverband
Der Zweckverband beschäftigt derzeit 18 Mitarbeiter voll, acht geringfügig, so der technische Sachverständige Otmar Warmbrunn. Bezüglich der Notwendigkeit des Ausbaues berichtete er, dass 2025 19 Millionen Haushalte Deutschlands Smarthome-Geräte nutzen, es ohne Glasfaser auch kein 5G gebe. Deutschland liege beim Ausbau unter 38 Ländern auf dem 35. Platz, Baden-Württemberg unter den 16 Bundesländern auf dem zwölften.
Skizze zum Leitungsverlauf verschickt
Die an Eigentümer verschickte Skizze zum Leitungsverlauf orientiere sich an Plänen vorhandener Infrastruktur, die aber nicht immer stimmen. Eigentümer müssten Skizzen überprüfen und notfalls korrigieren. Abgabefrist ist der 14. März.
Automatisch informiert werden Eigentümer, wenn sich die Trassenführung seitens des Zweckverbands ändert. Eigentumsgrenze ist die Abschlussdose im Haus. In Buchenberg ist bei einem Drittel der Häuser der Ausbau bis dorthin kostenlos, bei zwei Dritteln müssen Eigentümer ab der Grundstücksgrenze die Verlegung selbst zahlen.
Eigenverlegung der Rohre ist möglich
Die Förderfähigkeit ist in den Schreiben angegeben. Richtwerte je Meter beziffern sich auf etwa 80 Euro bei unbefestigtem Boden, 140 Euro bei Pflaster, 170 Euro bei Asphalt, können aber bei schwierigen Verhältnissen auch höher sein. Eigenverlegung ist möglich, dann muss der Verlauf aber gut dokumentiert sein. 40 Zentimeter ist die Mindesttiefe der Verlegung. Hauseinführungen samt Abdichtung kosten 700 Euro, die Netzabschlussdose samt einer Wohneinheit 350 Euro, jede weitere Wohnung 70 Euro.
Die Fragen mehrerer Anwesender wegen langer zu überbrückender Strecken zum Haus müssen in Einzelgesprächen geklärt werden.
Mit jedem Abschluss fließt Geld an Kommunen zurück
Wichtig sei die Ablage des Kabels, besser der Abschluss eines Vertrags mit dem Provider Stiegeler, der die Ausschreibung zum Betrieb vor zehn Jahren gewonnen habe. Mit jedem Abschluss fließe Geld in die Kassen der Kommunen zurück, so Bürgermeister Fritz Link. Zudem sei das entscheidend für den Werterhalt der Grundstücke.
Da es sich um öffentlich geförderte Netze handle, könnten andere Anbieter sie nutzen, so Otmar Warmbrunn. In der Praxis bauten die aber lieber parallel zu verlegten Kabeln eigene Netze. Er mahnte, bisherige Verträge nicht selbst zu kündigen, sondern das der Firma Stiegler zu überlassen, damit die Rufnummernmitnahme funktioniere.