Michael Laschinger (CDU) hat sich immer für Glasfaser in Horb eingesetzt. Jetzt ist unklar, ob er seinen Glasfaser-Anschluss überhaupt bekommt. Wie frustrierend die Aussicht ist, dass er ins Leerrohr schauen muss.
Das ist ein Riesen-Frust für alle, die auf die beste Internet-Technik mit Glasfaser gehofft hatten: Die Deutsche Glasfaser prüft jetzt, ob sie überhaupt in Horb ausbaut. Deshalb lässt „Mr. Glasfaser“ Michael Laschinger (CDU) jetzt seinen Frust raus.
Laschinger sitzt gerade in Tunis – Familienurlaub bei seinem Sohn – als er die Nachricht dieser Zeitung liest: Im Internet per Glasfaser: „Ich bin in einem Haus mit bestens ausgestatteter Digitalisierung der Medien – mit Lichtwellenfaden-Glasfaser! Hier wurde im Siedlungsbereich bereits vor sechs Jahren der Glasfaserbaum in die Gehwege verlegt.“
In seinem Heimatort Bildechingen, aber auch in der „Hauptstadt“ Horb und weiteren fünf Orten dagegen kann das noch lange dauern. Die Deutsche Glasfaser hat sich sieben Orte für den eigenwirtschaftlichen Ausbau vorgenommen, aber die 33 Prozent erhoffte Quote an Vorverträgen nicht erreicht. Jetzt heißt es: „Wir prüfen, ob wir ausbauen. Diese Prüfung kann aber dauern.“
Die Firma Brain4kom hat Talheim, Mühlen, Dettlingen, Dießen, Betra, Isenburg und Mühringen und verkündet jetzt: Bei uns geht es schon Ende des Jahres los. Mühlen (1045 Einwohner) ist der erste Ausbauort. Laschinger: „Die sieben Teilorte der brain4com Gesellschaft werden ausgebaut – ohne Rücksicht auf die Mutter aller Teilorte.“ Horb Kernstadt hat über 5600 Einwohner!
Michael Laschinger. Schon als Ortsvorsteher von Bildechingen, als Kreis- und Gemeinderat hatte er sich immer für die Glasfaserversorgung eingesetzt. Klar, dass er gleich den Vorvertrag bei der Deutschen Glasfaser unterschrieben und kräftig Werbung für den Anschluss gemacht hat: „Das Leerrohr für Glasfaser ist seit Mitte Dezember 2023 bei uns direkt ins Wohnhaus verlegt, gemeinsam mit der jahrelang erwarteten Erdkabel-Stromversorgung.“
Befürchtung: Glasfaser kommt in der Kernstadt nicht
Er wundert sich, warum es die Deutsche Glasfaser im Gegensatz zu Brain4kom nicht schafft, genügend Vorverträge zusammenzubekommen. Laschinger: „Dieses Unternehmen verlangte immer schon 750 Euro pro Hausanschluss – bei der Deutschen Glasfaser dagegen ist das kostenfrei. Offenbar ist in der Kernstadt Horb die Marktdurchdringung sehr schwach im einstelligen Prozentbereich.“ Der erfahrene Kommunalpolitiker befürchtet, dass es die Deutsche Glasfaser nicht auf die Reihe bekommt. Und dann wieder der Steuerzahler für das Versagen geradestehen muss.
Rathaussprecherin Diana Fischer: „Sollte die Deutsche Glasfaser die gewünschte Vorvermarktungsquote nicht erreichen, besteht für die Stadt Horb die Möglichkeit, wieder in das Förderprogramm zum Breitband-/Glasfaserausbau einzusteigen.“
Weiter schildert Fischer: „Bereits im Jahr 2019 wurde die Servicegesellschaft der Stadtwerke mbH gegründet, um den geförderten Ausbau an den Stellen voranzutreiben, an denen private Telekommunikationsunternehmen kein Interesse bekundet haben, so dass organisatorisch die Strukturen bereits vorhanden sind. Über den Zeitplan und die Finanzierung wird der Gemeinderat noch zu beraten haben.“
„Solidarhaftung“ für die Kernstadt?
Bezahlt also letztlich doch der Steuerzahler? Laschinger: „Warum sollen nun Bürger in die Solidarhaftung nur für die Kernstadt genommen werden? Das wäre mehr als ungerecht!“
Er appelliert an die Deutsche Glasfaser: „Auf geht’s – macht endlich voran! Macht einfach die Gebiete oder Teilorte, die das Nachfragebündelungsziel erreicht haben, oder bei Beginn der Baggerarbeiten erreichen werden, weil es erfahrungsgemäß zu erheblich weiteren Vertragsabschlüssen kommt.“
Laschinger fügt noch an, dass der Glasfaseranschluss auch den Wert der Immobilie steigert.