In Bad Teinach-Zavelstein tut sich was beim Breitbandausbau. Darum ist aktuell aber trotzdem Geduld angesagt.
Damit schnelles Internet möglich wird, werden unzählige Summen in Glasfaserkabel gepumpt. So auch in Bad Teinach-Zavelstein, das sich schon seit Jahren um eine gute Anbindung für alle Bürger bemüht. Das Ruder in der Hand für die Rahmenbedingungen hält dabei der Landkreis Calw, genauer gesagt der für den Breitbandausbau extra gegründete Eigenbetrieb Breitband Landkreis Calw. „Es ist ein Projekt der Kommunen, das dankenswerterweise vom Eigenbetrieb des Landkreises Calw perfekt und hoch qualifiziert koordiniert wird“, sagte Bürgermeister Markus Wendel in der Augustsitzung des Gemeinderats.
Hohe Förderung Ziel des Eigenbetriebs sei es, sämtliche Haushalte und Unternehmen ans schnelle Netz anzubinden. Die Krokusstadt ist da schon auf einem guten Weg: „Man kann grob sagen, alles außer Bad Teinach ist gelaufen“. Denn für die übrigen Stadtteile gilt die Förder-Zusage von 90 Prozent – die Hälfte kommt vom Bund und 40 Prozent fließt vom Land in den Glasfaserausbau der Stadt. Gemeint ist der Ausbau der sogenannten „hellgrauen Flecken“ – „das sind die Stadtgebiete, in denen die Daten-Übertragungsrate bislang unter 100 Megabyte pro Sekunde lag“, erklärte Wendel. Und „das betrifft die Anwesen in den Stadtteilen Emberg, Rötenbach, Zavelstein, Sommenhardt und jeweils einen kleinen Bereich von Bad Teinach und Kentheim, die bislang noch keinen Glasfaser-Hausanschluss haben“, führt der Bürgermeister auf Nachfrage unserer Redaktion aus.
Schmieh ist komplett ausgebaut
Der Baubeginn werde derzeit noch abgestimmt. Vergeben ist der Auftrag aber bereits an die Firma Infratech Bau GmbH aus Meppen zum Preis von rund 7,36 Millionen Euro. „Das ist genau das, was wir auch ausgerechnet hatten“, bestätigte Wendel. Und besonders eines treibt den Bürgermeister an: „Wir wollen am Ende dafür sorgen, dass wir, was das Thema Breitband und Glasfaser angeht, in Bad Teinach-Zavelstein gleiche Lebensverhältnisse haben.“ Die Stadt ist zwar auf einem guten Weg, denn in den meisten Stadtteilen sind schon viele Haushalte angeschlossen. Und Wendelt betonte gegenüber unserer Redaktion: „Der Stadtteil Schmieh ist übrigens bereits mit Glasfaser ausgebaut und für uns breitbandtechnisch abgeschlossen.“
Stadtteil hinkt hinterher Doch es gilt noch ein paar Hürden zu meistern: Gerade der Stadtteil Bad Teinach hinkt in einigen Bereichen beim Ausbau fürs schnelle Netz hinterher. Hierbei handelt es sich um die sogenannten „dunkelgrauen Flecken“, die bislang eine Übertragungsrate von über 100 Megabyte pro Sekunde haben. „Aber halt gerade nur so“, sagte Wendel. Diese nur geringe Überschreitung sorgte aber dafür, dass die Stadt bislang keinen Euro aus Fördertöpfen erhielt.
Jetzt sind die „dunkelgrauen Flecken“ dran
Doch jetzt hat sich der Wind gedreht: „Da gibt es jetzt ein neues Förderprogramm, die Förderrichtlinie 2.0, auch wieder mit 90 Prozent“, erklärte der Verwaltungschef in der Sitzung. Es sei nun vom Kreis eine Abfrage gestartet worden, welche Gemeinden sich an der neuen Runde beteiligen wollen, die den Ausbau der „dunkelgrauen Flecken“ vorsehe. „Ich habe eine Absichtserklärung für die Stadt Bad Teinach-Zavelstein abgegeben zur Teilnahme an dieser Runde, der interkommunalen Zusammenarbeit“, sagte Wendel. Und er betonte direkt im Anschluss, dass er in dieser Sache keinen Alleingang machen möchte. „Sie sind da aber nicht außen vor“, sagte er zu den Räten.
Geduld ist gefragt Entweder in der September- oder der Oktobersitzung wird es weitere Beratungen geben „und da geht es dann um den Rest, und der Rest ist im Wesentlichen Bad Teinach, wo wir dann dort auch dafür sorgen wollen, dass jedes Gebäude, das will, einen Glasfaser-Direktanschluss bekommt.“ Noch heißt es Hoffen auf die Förderung. Gibt es eine positive Rückmeldung, könnte mit dem Ausbau losgelegt werden „und dann wären wir durch mit Bad Teinach-Zavelstein.“
Eine Frage, die sicherlich allen Bürgern unter den Nägeln brennt: Wann können endgültig alle vom schnellen Internet profitieren? „Ziel ist es, dass in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts nahezu jedes mit einem Wohn- oder Gewerbegebäude bebaute Grundstück in unserer Stadt einen Glasfaseranschluss erhalten kann“, sagte Wendel.