Die Gemeinde Königsfeld investiert in den Breitbandausbau im Kernort. 2023 sollen Maßnahmen im Wert von 1,5 Millionen Euro realisiert werden. (Symbolfoto) Foto: Matthias Rietschel/dpa

1,5 Millionen Euro sollen im kommenden Jahr in den Breitbandausbau im Kernort investiert werden. Im Ortsteilausschuss wurden die genauen Planungen erläutert.

Königsfeld - Laut Bürgermeister Fritz Link war der erste Bauabschnitt, betreffend vor allem die Zinzendorfschulen und die Grundschule samt an der Strecke liegender Gebäude, schon für 2022 geplant, wird nun aber mit dem zweiten Bauabschnitt 2023 erledigt. Dabei sollen "weiße Flecken", Gebiete mit der schlechtesten Versorgung, angeschlossen werden. Dazu zählen Hörnlishofstraße, Birkenweg, August-Heisler-Weg und Weiherstraße.

 

Thomas Fiehn wunderte sich, dass die Straße am Doniswald nicht erfasst ist. Link vermutete, dass die von Vodafone versorgt wird, was Fiehn verneinte. Heiko Zorn vom Zweckverband Breitband wies auf die für eine Förderung nötige Marktabfrage hin, bei der ermittelt wird, ob ein Anschluss vorliegt oder ob dessen Herstellung von anderen Anbietern in den folgenden zwei bis drei Jahren geplant ist. Das Ergebnis habe nicht immer etwas mit der Realität zu tun. Laut Andrea Langenmair und Fabia Steigerwald vom Planungsbüro MRK Media AG ist jedes Haus im Kernort erfasst, die Markterkundung gebe aber ganz harte Kriterien vor. Man könne die Straße aber noch mal anschauen, so Link.

Die übrigen, offiziell gut versorgten Gebiete kommen gar nicht in den Genuss einer Förderung, das heißt, hier muss die Gemeinde alles selbst bezahlen. Link sprach von einem Kraftakt. Auch werde es noch lange dauern, bis das Kabel bis zur letzten Milchkanne verlegt sei.

Hohe Förderquote

Insgesamt investiert werden 1,5 Millionen Euro. Dank Förderquoten von 25 Prozent im ersten und 75 Prozent im zweiten Bauabschnitt muss die Gemeinde davon nur 935 000 Euro selbst tragen. Laut Heiko Zorn vom Zweckverband Breitband war die hohe Quote nur dank der Umstellung auf Bundesförderung möglich, was den Bau aber wegen langer Bewilligungszeiträume verzögerte.

Eine kleine Herausforderung war es auch, herauszufinden, ob alle vorhandenen Leerrohre den nötigen Durchmesser aufweisen. Zudem habe man versucht, die Trasse im ersten Bauabschnitt etwas länger zu machen, um mehr Leute ans Breitband bringen zu können.

304 Hausbesitzer angeschrieben

Wegen eines möglichen Anschlusses angeschrieben wurden Besitzer von 304 Gebäuden. Dabei war die Rücklaufquote von 65 Prozent erfreulich, wobei Link den übrigen einen Anschluss als "absolut wertsteigernd" empfahl. Laut Langenmair ist bei 34 Gebäuden nur die Ablage des Kabels geplant, wenn man später damit ins Haus will, entstehen Zusatzkosten.

Langenmairs Angaben zufolge werden alle von der Maßnahme betroffenen Anlieger etwa drei Wochen vor Baubeginn benachrichtigt. Man werde versuchen, immer nur eine Straßenseite aufzureißen, um für so wenig Beeinträchtigungen wie möglich zu sorgen. Auch würden gepflasterte Gehwege für die Verlegung bevorzugt.