Papst Leo XIV. wurde gewählt. Was sagen die Gläubigen im Zollernalbkreis zum neuen Pontifex? Foto: Vatican Media/IPA via ZUMA Press

Es kommen gewaltige Aufgaben auf den neuen Papst zu. Da sind sich die Gläubigen im Zollernalbkreis einig. Es wird viel Hoffnung in das Kirchenoberhaupt gesetzt.

Robert Francis Prevost wurde zum nächsten Papst gewählt und trägt nun den Namen Leo XIV. Er wird als erster US-Amerikaner die 1,4 Milliarden Mitglieder der Weltkirche leiten. Wir haben die katholische Kirche im Zollernalbkreis gefragt, wie sie zum neuen Pontifex stehen.

 

Uwe Stier

Der erste Eindruck von Uwe Stier, leitender Pfarrer der Seelsorgeeinheit Ebingen, Lautlingen, Margrethausen, war, „dass er für einen Papst ja relativ jung ist, er also hoffentlich das Amt lange ausüben kann“. Natürlich habe er nach seiner Wahl kurz auf seinen Werdegang geschaut. „Aber ich traue mich nicht, nach der Vorstellung als Papst irgendein Urteil zu fällen.“

Stier weiter: „Ich hoffe und vertraue darauf, dass der Heilige Geist die Kardinäle zu einer guten Wahl inspiriert hat, und lasse es einfach auf mich zukommen, welche Akzente er (der Papst) in den kommenden Wochen, Monaten und Jahren setzen wird.“

Um sein Amt beneide Pfarrer Stier den neuen Papst im Hinblick auf die kommenden Herausforderungen nicht: „Er hat die verschiedensten Strömungen unter einen Hut zu bekommen und die Leitung einer riesigen Institution zu bewältigen, die immer mit höchsten Ansprüchen bemessen wird, die aber immer von fehlbaren Menschen mit großen Stärken, aber leider eben auch mit großen Schwächen besetzt ist“, schreibt Stier.

Juandalynn R. Abernathy

Juandalynn R. Abernathy ist Sopranistin und Chorleiterin des Gospelchors in Balingen. Die US-Amerikanerin ist evangelisch, dennoch schaute sie am Donnerstag genau hin, wer da auf dem Balkon stand.

„Zuerst war ich besorgt und hatte befürchtet, dass Donald Trump mit seinem Einfluss die Finger im Spiel hatte. Dann wurde aber schnell klar, dass sich der neue Papst sehr liberal gibt. Das macht mir große Hoffnung, dass Papst Leo XIV. den Weg seines Vorgängers fortsetzen wird“, sagt Abernathy.

Dass einer ihrer Landsmänner gewählt wurde, sieht sie als gutes Zeichen für die USA, aber an sich spiele die Nationalität des Kirchenoberhaupts für sie keine Rolle. „Der Mensch zählt. Und ich glaube, dass der neue Papst ein herzensguter Mensch ist.“

Ebenso wie Pfarrer Stier glaubt die Gospelchorleiterin, dass der Papst viele Herausforderungen bewältigen muss. „Die Kirche befindet sich aktuell im Umbruch, da muss vieles angepackt werden.“

Martin Beuter

Martin Beuter, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der katholischen Seelsorgeeinheit Eyachtal – Haigerloch St. Anna, sagt zur Papstwahl: „Es hat mich überrascht, dass ein Amerikaner Papst wurde, und die Wahl so schnell ging. Ich denke mal, dass es passt, er scheint ja auf derselben Linie zu sein wie Franziskus.“

Und weiter: „Papst Franziskus hat zwar viele Reformbestrebungen angestoßen, aber leider nicht umgesetzt. Ich bin optimistisch, dass das mit dem neuen Papst eher passiert, zumal er auch deutlich jünger ist.“

Pater Augusty und Achim Wicker

„Wir hatten einen sehr guten Eindruck. Papst Leo XIV. hat in seiner ersten Rede die Themen ‚Frieden‘, ‚Synodalität‘ und ‚missionarische Kirche‘ aufgegriffen. Damit steht er zum einen in einer Linie mit seinem Vorgänger Papst Franziskus, zum anderen greift er damit Themen auf, die uns auch im Dekanat wichtig sind“, schreiben Dekan Pater Augusty und Dekanatsreferent Achim Wicker vom Katholischen Dekanat Balingen.

Beide erhoffen sich nun, „dass er den Weg der Synodalität weitergeht und somit auch weitere Reformen auf den Weg bringt, die unsere Kirchen auf einen guten Weg in die Zukunft führen. Darüber hinaus wünschen wir uns, dass er sich wie sein Vorgänger für den Frieden in der Welt einsetzt und auch immer wieder klare Worte gegenüber den Mächtigen in der Welt findet, wo diese Unrecht begehen oder zulassen.“

Eine große Herausforderung sehen die beiden darin, die unterschiedlichen Positionen innerhalb der katholischen Kirche zusammenzuführen. „Wir hoffen, dass er hier Brückenbauer sein kann. Hierbei kommt ihm sicher zugute, dass viele Teile der Weltkirche wegen seines Werdegangs gut kennt.“

Michael Knaus

Der Dekan des Dekanates Zollern, Michael Knaus, hat laut eigenen Angaben den Papst in sympathischer Weise als bescheiden wahrgenommen. „Seine Gestik habe ich so gedeutet, dass er mit den Tausenden Menschen auf dem Petersplatz und auf der Via della Conciliazione durchaus in Kontakt gegangen ist, sie wahrgenommen hat.“

Knaus hofft für ihn, „dass er sich gut in das Amt einfindet und dass er sich und dem, was er in den ersten Momenten empfunden hat, treu bleiben kann“. Von ihm erhoffe er sich, dass er auf die Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit zugehe und dass er die Ortskirchen höre.