Das Kürbisschnitzen machte großen Spaß. Foto: Gauggel

Moderne Landwirtschaft konnten alle, die sich dafür interessieren, am Wochenende in Harthausen erleben. Familie Dietz hatte im Rahmen der "Gläsernen Produktion" und der Öko-Aktionswochen Baden-Württemberg auf ihren Ziegenhof am Ortsrand eingeladen.

Winterlingen-Harthausen - Eine Einladung, die zahlreiche Besucher bereitwillig annahmen. Sie bekamen einiges geboten: Köstlichkeiten vom Hof und regionale Spezialitäten im Hofladen des Bioland-Betriebs sowie an verschiedenen Ständen, am Nachmittag dann Kaffee und selbst gemachten Kuchen – und dazu noch musikalische Unterhaltung durch die Dudelsackpfeifer der "Original Royal Sulgemer Crown Swamp Pipers" aus Bad Saulgau. Zu denen zählt seit geraumer Zeit auch Hofchef Alexander Dietz.

 

Der auch sonst zu tun hatte: Zwischen den musikalischen Auftritten standen der überzeugte Biolandwirt und seine Frau Carolin den Besuchern – unter denen viele Familien mit Kindern waren – bereitwillig Rede und Antwort auf deren Fragen rund um die heimische Lebensmittelproduktion. Insbesondere beim Rundgang über den Hof erfuhren die Gäste, welchen Aufwand es erfordert, rund 120 Ziegen der Rasse France Alpine artgerecht nach Biolandkriterien zu halten und zu ernähren. Der Hof der Eheleute Dietz verfügt über rund 130 Hektar Nutzfläche; die wichtigsten Standbeine der Produktion sind neben der Verarbeitung der anfallenden Ziegenmilch in der hofeigenen Käserei der Hofladen sowie die Produktion von Speisegetreide – Dinkel, Weizen, Linsen – und von Futtergetreide für die Hofziegen. Sie nimmt etwa 110 der 130 Hektar in Anspruch; die restliche Fläche wird für die Grünfuttererzeugung, Heugewinnung und Herstellung von Silage für den Winter genutzt.

Die Kitze kommen im Februar

Dabei legen Alexander und Carolin Dietz größten Wert darauf, die Böden zu schonen und ohne künstlichen Dünger oder Spritzmittel auszukommen. Sie praktizieren eine Kreislaufwirtschaft, bei dem allein der anfallende Ziegenmist nach dem Pflügen zur Bodendüngung auf den Acker kommt. Entsprechend dem "Terminkalender" der saisonalen Brunft sind derzeit fast alle Milchziegen gedeckt; die Kitze werden nach Ende der fünfmonatigen Tragezeit im kommenden Februar erwartet. Bis dahin stehen die Ziegen "trocken", das heißt, sie geben keine Milch. Die allermeisten von ihnen bleiben bis zu zehn Jahre und länger auf dem Hof und verbringen auf ihm ihren "wohlverdienten Lebensabend". Die jungen Böcke dagegen werden vor Ostern in einer speziell zertifizierten Metzgerei geschlachtet und das Fleisch anschließend regional vermarktet – auch im Hofladen der Familie Dietz, versteht sich.

Bemalte Baumscheiben und gruselige Fratzen

Anlässlich der "Kirbe auf dem Ziegenhof" lud zusätzlich zum Hofladen ein kleiner Markt mit kulinarischen Spezialitäten und handgefertigter Babykleidung zum Einkaufsbummel ein. Mit von der Partie war auch Johannes Abt aus Harthausen, der aus heimischen Hölzern gefertigten Deko feil hielt Kinderprogramm boten am Stand des Naturparks Obere Donau dessen Geschäftsführer Bernd Schneck und sein Mitarbeiter Marco Lehr an. Die Kids durften frisch abgesägte dünne Baumscheiben bemalen; der Andrang war groß. Ein paar Meter weiter wurden gruselige Fratzen in große Kürbisse geschnitzt; die jungen Künstler durften sie danach mitnehmen. Nicht fehlen durfte die Hüpfburg: Auf einem Bauernhof besteht sie naturgemäß aus großen Strohballen.

Wollsocken für die Äthiopienhilfe

Ebenfalls mit einem Stand vertreten war der Kreislandfrauen-Verein Zollernalb, unter anderem durch seine Vorsitzende Waltraud Kostanzer, die über die Altersabsicherung von Frauen im ländlichen Raum informierte. Wer sich für die bevorstehende kalte Jahreszeit einkleiden wollte, konnte selbstgestrickte Wollsocken kaufen; Dagmar Arlt aus Winterlingen hatte eine große Auswahl mitgebracht. Der Erlös kommt der von Karlheinz Böhm gegründeten Äthiopienhilfe zugute.