Über Angebot und Produktion regionaler Lebensmittel haben sich Teilnehmer einer Radtour informiert, die im Rahmen der „Gläsernen Produktion“ veranstaltet wurde. Besucht wurden landwirtschaftliche Betriebe in Winterlingen, Harthausen und Neufra.
Dass sich die Veranstaltungen im Rahmen der „Gläsernen Produktion“ großer Beliebtheit erfreuen, hat sich einmal mehr am vergangenen Sonntag gezeigt.
Dort wurden bei einer Radtour drei landwirtschaftliche Betriebe in Winterlingen und Harthausen angefahren sowie die Domäne Birkhof, die zu Neufra im Kreis Sigmaringen gehört.
Viele Verbraucher, darunter auch Familien mit Kindern nutzten die Gelegenheit sich über das Angebot und die Produktion regionaler Lebensmittel mit allen Sinnen zu informieren.
Sabine Kurtz plädiert in Winterlingen für mehr Wertschätzung
Zum Start beim Milchviehbetrieb Blickle waren neben Landrat Günther-Martin Pauli und Jana Kleen vom Landwirtschaftamt in Balingen auch Winterlingens Bürgermeister Michael Maier sowie sein Kollege Reinhard Traub aus Neufra auf Rädern ins Ehmannsfeld nach Winterlingen gekommen.
Den weitesten Anreiseweg indes hatte Staatssekretärin im Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Sabine Kurtz aus Stuttgart.
In ihrer Stellungnahme betonte sie die Bedeutung der Landwirtschaft zur Sicherung der Ernährung und plädierte für mehr Wertschätzung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und deren Produzenten.
Den Großteil seiner Einnahmen erzielt der Blicklehof mittels Milchproduktion
Benjamin und Christian Blickle, die den Milchviehbetrieb mit insgesamt 600 Tieren betreiben, beantworteten vor den Stallungen Fragen zum Hof.
Etwa 80 Prozent des Einkommens werde von den täglich zwischen 9000 und 10 000 Liter Milch und 15 Prozent von der Biogasanlage erwirtschaftet, die nur mit Gülle und Mist betrieben wird. An die fünf Prozent wird durch die Vermarktung der Weidegänse erzielt, die den Sommer über die Streuobstwiesen beweiden.
Auch aktuelle Probleme der Landwirtschaft werden bei der Radtour angesprochen
Auch viele aktuelle Probleme, wie der sukzessive Abbau der Agrardiesel-Subventionen, die überbordende Bürokratie oder das Problem, geeignete Arbeitskräfte zu finden, wurden nicht verschwiegen.
Besonders ärgerlich, so die Blicklebrüder, sei, dass sie mit ihrer Biogasanlage mit relativ geringen Investitionen die doppelte Menge grüner Energie liefern könnten, was derzeit politisch wohl nicht gewünscht sei. Hinzu kommt, dass die sich nahezu jährlich ändernden Vorschriften in diesem Sektor eine nachhaltige Planung sehr erschwere.
An fünf Infotafeln stand Fachpersonal mit interaktiven Infos bereit
Auf der von Jana Kleen geführten Bauernhof-Radtour ging es zunächst zum Ziegenhof der Familie Dietz nach Harthausen und von dort aus zum Legehennen-Betrieb der Domäne Birkhof.
An fünf von 15 Infotafeln entlang des Radwegs waren Fachpersonal mehrerer Kreisbehörden sowie Vertreter örtlicher Vereine vor Ort. Sie boten bei Mitmachaktionen die Gelegenheit, sich über Getreideanbau, Verschwendung von Lebensmitteln, Streuobstwiesen und Biodiversität zu informieren.