Ida Weinbrecht (links) und Mathilda Weinbrecht (rechts) haben am Girls’ Day teilgenommen. Lehrerin Manuela Mauch findet den Tag für die Schülerinnen sehr wertvoll. Foto: Leonie Bader/Daniela Sterman

Am 23. April war es wieder so weit: Der Girls’ Day stand an – ein spannender Tag für viele Schülerinnen. Zwei Teilnehmerinnen berichten von ihren Erfahrungen.

Am Donnerstag, 23. April, war wieder der Girls’ Day – ein besonderer Tag für viele Schülerinnen.

 

Das Ziel vom Girls’ Day ist, dass Mädchen für einen Tag in einen Männerberuf reinschnuppern. Für Jungen heißt der Tag dann Boys’ Day – sie lernen Berufe kennen, die eher von Frauen ausgeübt werden. Aber es ist völlig egal, in welchen Beruf man reinschnuppert. Typische Girls’-Day-Berufe sind beispielsweise Berufe im Handwerk.

Die 15-jährige Ida Weinbrecht und ihre 13-jährige Schwester Mathilda Weinbrecht, die beide schon mal am Girls’ Day teilgenommen haben, berichten von ihren Erfahrungen. Sie besuchen die St. Ursula Schulen in Villingen. Dort können Schüler ab der sechsten Klasse an dem Girls’ Day teilnehmen.

Ida Weinbrecht besuchte vergangenes Jahr am Girls’ Day einen Tierarzt und hat dabei viele Eindrücke sammeln können. Sie sagt: „Ich interessiere mich sehr für Medizin. Deswegen habe ich den Beruf Tierarzt gewählt. Aber mit Menschen in Richtung Medizin zu arbeiten, fällt mir leichter, weil sie sagen können, was sie haben und was ihnen weh tut. Und das können Tiere nicht.“ Sie findet den Girls’ Day eine geniale Idee, da es wichtig sei, viele Eindrücke für seine Berufswahl zu sammeln. Aber ihrer Meinung nach ist ein Tag ein bisschen zu kurz, um alles in einem Beruf mitzubekommen.

Ida Weinbrecht war am Girls’ Day im vergangenen Jahr beim Tierarzt. Foto: Leonie Bader

Ida Weinbrecht erzählt, was sie am meisten an dem Beruf überrascht hat. „Ich war sehr überrascht, dass viele Tiere wegen Beschwerden mit einem Ultraschall untersucht wurden und dass wenige Tiere zum Impfen kamen.“ Für die 15-Jährige war der Girls’ Day ein toller Tag. Sie würde ihn allen Mädchen weiterempfehlen.

Schon früh einen Eindruck von Berufen bekommen

Mathilda Weinbrecht war hingegen an der Hochschule in Furtwangen und hat viele Einblicke in die Berufswelt mit Robotern und Mechatronik bekommen. Sie hat sich dafür entschieden, in die Hochschule zu gehen, da sie sich sehr für Roboter und Mechatronik interessiert. Zudem findet sie es sehr spannend, mit Robotern zu arbeiten.

Mathilda Weinbrecht war am Girls Foto: Leonie Bader

Besonders überrascht war sie davon, dass Roboter inzwischen zu vielen Berufsfeldern dazugehören und helfen können.

Mathilda Weinbrecht sagt: „Ich finde die Idee von einem Girls’ Day sehr gut, da er perfekt ist, um schon früh Eindrücke von Berufen zu bekommen.“ Auch sie würde den Girls’ Day allen weiterempfehlen.

Warum der Girls’ Day so wertvoll ist

Warum der Girls’ Day für Schülerinnen so wertvoll ist, erklärt Manuela Mauch. Sie ist Lehrerin für Englisch und Biologie an den St. Ursula Schulen. „Ich bekomme viele unterschiedliche Rückmeldungen zum Girls’ Day“, sagt sie im Gespräch mit unserer Redaktion. In erster Linie seien die Rückmeldungen sehr positiv. Manche Schülerinnen berichten aber auch, dass der Tag zwar sehr informativ war, sie jetzt aber wissen, dass der Beruf nichts für sie sei. „Aber auch diese Rückmeldungen finde ich gut.“

Manuela Mauch ist Lehrerin an den St.Ursula Schulen in Villingen Foto: Daniela Sterman

Manuela Mauch erklärt, warum dieser Tag auch heute noch wichtig ist: „Ich finde, wir brauchen ihn heute noch, weil es immer noch Berufe gibt, die einseitig geprägt sind.“ Berufe sollten ihrer Ansicht nach nicht an ein biologisches Geschlecht und an Traditionen gebunden sein. „Aber die Idee vom Girls’ Day ist gut, weil wenn Jugendliche erleben, dass ihnen Wege offen stehen, dann treffen sie vielleicht in ihrem Leben freiere Entscheidungen.“

Manuela Mauch erinnert sich an ihre Schulzeit zurück. Damals hatte sie noch nicht die Gelegenheit, an einem Girls’ Day teilzunehmen. „Wenn ich mir heute einen Beruf aussuchen müsste, in dem ich meinen Girls’ Day machen würde, würde ich zur Polizei gehen, weil ich als Kind nie die Möglichkeit hatte, in diesen Beruf reinzuschnuppern. Polizistin war als Kind einer meiner Wunschberufe.“

Die Erfahrungen von Ida und Mathilda Weinbrecht zeigen, dass der Girls’ Day ein toller und lehrreicher Tag für Schülerinnen ist. Der Tag bietet die Möglichkeit, etwas für die Zukunft zu lernen. An den St. Ursula Schulen in Villingen steigt bereits die Vorfreude auf den nächsten Girls’ Day.