Friseurin Giovanna Picha aus Deißlingen stylte bei der New York Fashion Week im Februar Models - für sie war die Erfahrung der „Oberhammer“. Uns verrät die 37-Jährige, was sie besonders herausgefordert hat und wie man einen „Sleek Look“ stylt.
Vier Tage, unzählige Locations, kaum Schlaf - für Giovanna Picha und ihre Mitarbeiterin Pia Abraham war das „der Oberhammer“. Auch Wochen nach dem Event ist Picha noch begeistert. Mit glänzenden Augen berichtet sie von der Show. Dort mitzumachen, das sei für einen Friseur „der heilige Gral“, sagt die 37-Jährige.
Dabei war es für die gebürtige Rottweilerin nicht nur einfach: Nachdem sie und ihre Mitarbeiterin sich in einem Bootcamp bewährt hatten, ging es für die beiden mit 33 Kollegen in die USA. Für die Fashion Week musste Picha ihre Flugangst überwinden. Und vor Ort galt es, mit sehr wenig Schlaf und viel Zeitdruck von einer Show zur anderen zu hasten. An manchen Tagen hätten sie innerhalb von zwei Stunden drei oder vier Mal die Location gewechselt, berichtet Picha. „Wir hatten sehr viel Spaß, es war viel Action.“
Im 20-Minuten-Takt stylten die beiden Frauen Models - mit Ponytails, Sleek- und Wetlooks, aber auch mit Rokoko-, Wellen- und Flechtfrisuren. Einige dieser Frisuren sind alltagstauglich, berichtet Picha, andere nicht. Unserer Redaktion zeigt sie in ihrem Salon in Deißlingen bei Influencerin Sabrina Roth einen Sleek-Look, bei dem die Haare eng am Kopf anliegen und streng nach hinten gelegt werden. „Der Sleek-Look ist elegant und passt zu jedem und zu jedem Outfit“, meint die 37-Jährige. Das Geheimnis für einen guten Sleek-Look: „Spannung, viel Haarspray und Bürsten, Bürsten, Bürsten.“ Picha rät, auf Gel oder Wachs zu verzichten und empfiehlt stattdessen, ein gutes Haarspray zu nutzen.
Apropos Haarspray: Sie hätten in New York pro Model eine Dose Haarspray genutzt, berichtet Picha. „Ich hatte vier Tage einen Film auf den Zähnen.“ Und auch ihre Nasenhaare seien zusammengeklebt. Das habe sie aber gern in Kauf genommen. Genauso wie die Tatsache, dass solche Jobs unbezahlt sind. Für sie sei das Event einfach die größte Ehre gewesen, meint Picha. Im Dezember geht es deshalb für die 37-Jährige zum nächsten großen Event: zur Fashion Week nach Mailand.
In New York besonders gefallen hat der Friseurin indes der Zusammenhalt unter den Friseuren. Es habe zwischen den 35 Deutschen einen tollen „Teamspirit“ gegeben, die Arbeit sei trotz des ganzen Trubels sehr harmonisch gewesen.
Berühmtheiten hat Picha in New York auch erspäht: Jennifer Lopez, Beyoncé und Ashanti. Näheren Kontakt hatte sie allerdings nur zu einem russischen Topmodel, deren Haare sie stylen durfte.
Das ist Giovanna Picha
Giovanna Picha absolvierte ihre Ausbildung zur Friseurin in Schwenningen. 2010 erhielt sie ihren Meisterbrief. Seit 2017 ist sie spezialisiert als Make-up- und Brautstyling-Artist, Trainerin und Expertin für Farbtechniken mit dem Spezialgebiet Blond und Freihand-Techniken sowie Tape-in-Extensions. 2019 erfüllte sie sich den Traum vom eigenen Salon in Deißlingen, in dem sie vier Mitarbeiterinnen beschäftigt.
Zu ihnen gehört Pia Abraham aus Donaueschingen. Sie absolvierte 2005 ihren Meister. Seit 2022 arbeitet sie im Salon von Giovanna Picha. Ihre Spezialgebiete sind klassische Damen- und Herrenhaarschnitte und Strähnentechniken. Darüber hinaus ist sie Typ-Beraterin und Hochsteckexpertin.