Es war ein gewaltiger Schock für eine Neubulacherin, als ihre Hündin nach dem Gassigehen zwischen Oberhaugstett und Liebelsberg Vergiftungssymptome zeigte. Die Tierärztin bestätigte dann den Verdacht. Die Angst ist immer noch riesig. Was ist passiert?
Es ist der Horror für Tierbesitzer: wenn der entspannte Spaziergang in einer Katastrophe endet, weil der eigene Vierbeiner Gift aufgenommen hat. Für eine Neubulacherin, die anonym bleiben möchte, ist dieser Alptraum Realität geworden.
Deren Vater war mit ihrer Mischlingshündin Pixel zwischen Oberhaugstett und Liebelsberg – Auf den Mähdern – unterwegs, als der Vierbeiner wohl eine tote Maus aufnahm. So schnell, dass es nicht zu verhindern gewesen sei.
Das Bild, das sich auf dem Feldweg zwischen den beiden Stadtteilen abzeichnete, muss erschreckend gewesen sein. Denn auch Gemeinderat Bernd Schwarz berichtete in der jüngsten Sitzung, dass in dem Bereich ungewöhnlich viele verendete Mäuse zu sehen seien.
Alarmglocken schrillen
Für die Hündin Pixel wurden die zum Verhängnis. Zuhause hat sie erbrochen und es ging ihr zunehmend schlechter, berichtet die Besitzerin. Bei ihr schrillten die Alarmglocken, denn schon vor drei Jahren habe ihre Hündin im ähnlichen Bereich Gift aufgenommen.Und für sie war damit klar, dass ihrem Vierbeiner so schnell wie möglich geholfen werden muss. Beim Tierarzt sei dann auch eindeutig diagnostiziert worden, dass Gift im Spiel sei, wohl aber kein Rattengift, wie die Besitzerin schildert.
„Völlig lethargisch, wie weggetreten und unter Schock“
Auf Nachfrage bestätigt die Tierärztin aus dem Kreis Calw „dass es sich bei der hochakuten Erkrankung der Hündin Pixel um einen begründeten Vergiftungsverdacht handelte“.
Sie erklärt: „Sie war bei ihrem Besuch völlig lethargisch, wie weggetreten und unter Schock, zeigte massive Kreislaufbeeinträchtigung und hatte große Bauchschmerzen, sowie riesige Pupillen, ohne dass eine andere Ursache erkennbar war. Ich kenne den Hund gut, er würde auch bei einer normalen Magendarmstörung nicht lethargisch ‚wegkippen‘ und hatte noch nie Kreislaufprobleme.“ Es folgten Infusionen und eine Entgiftungstherapie.
„Sie hat nicht mehr teilgenommen am Leben“
Für Pixels Besitzerin sei der Schock riesig gewesen. Drei Tage lang habe ihr Vierbeiner eine Intensivtherapie bekommen – und glücklicherweise hat es die Mischlingshündin geschafft. Doch die Neubulacherin erinnert sich genau an die Momente, die ihr Angst machten: „Sie hat nicht mehr teilgenommen am Leben, wollte nicht mehr fressen.“
Auch wenn der Vorfall vor ein paar Wochen passierte, meide sie das Gebiet noch immer – die Angst sei einfach zu präsent. Genau wie die Gefühle, die sie beherrschten, als sie merkte, wie schlecht es ihrem Hund ging: „Man kriegt eine saumäßige Wut und fühlt sich machtlos.“
Welche Strafe droht theoretisch beim absichtlichen Giftauslegen?
Dem Polizeipräsidium Pforzheim ist der Vorfall auf Nachfrage nicht bekannt. Die Hundebesitzerin denkt aber noch über eine Anzeige nach, wie sie sagt. Und welche Strafe droht theoretisch, wenn jemand mit Absicht Gift auslegt, um Tieren zu schaden?
Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufüge, ist vom Polizeipräsidium Pforzheim zu erfahren.