Lang war die Gästeliste zur Einweihung des neuen Firmengebäudes. Foto: Fotos: Schwind

Eine große Gästeschar an Kunden, Handwerkern, Vereinen Gemeinderat und Freunden gratulierten und feierten am Donnerstagnachmittag den Einzug ins neue Firmengebäude vom Ingenieurbüro Gfrörer.

Empfingen - Mit einem innovativen Hightech-Firmengebäude stellt sich die Empfinger Firma "Gfrörer Ingenieure" für die Zukunft auf. Neben vielen ausgeklügelten Techniken des neuen Baus stehe aber immer auch der Mensch als Mitarbeiter im Vordergrund, wie das Unternehmen betont. "Einen gesunden Arbeitsplatz zu schaffen, an welchem unsere Mitarbeiter während der Arbeitszeit vom Einfluss des gesunden Lichts profitieren, ist unser Ziel", so hat es die Firma im neuen Firmenprospekt festgeschrieben.

Die Firmenhistorie liest sich eigentlich wie ein Märchen, das Wahrheit wurde. Firmengründer Gebhard Gfrörer hatte 1986 als Einmannbetrieb das Unternehmen in einem umgebauten Geräteschuppen des Schwiegervaters, damals schon innovativ mit einem Commodore 64 Computer, gegründet. Das Planungsunternehmen hatte recht schnell am Markt Fuß gefasst und entwickelte sich stetig.

Bereits vor rund zehn Jahren hatte das Unternehmen in der Dettenseer Straße 23 ein neues, modernes Firmengebäude erbaut. Doch vor allem auch wegen fehlender Parkplätze am Gebäude und durch die Mitarbeiterzugänge arbeitete das Unternehmen mit seinen 32 Mitarbeitern in etwas beschwerlichen Verhältnissen. Bereits vor fünf Jahren spielte der Firmenchef mit dem Gedanken, ein neues zukunftsorientiertes und modernes Gebäude zu bauen, wie er sagt. Eine Entscheidungshilfe zum letztendlichen Neubau war der Einstieg seiner beiden Söhne Michael und Timo ins Unternehmen.

Unterstützung durch die Gemeinde

Favorisiert hatte der Unternehmer immer schon den neuen Standort in der Hohenzollernstraße im Schießrain. Das jetzige neue Grundstück sei zwar im Flächennutzungsplan gewesen, aber es fehlte ein Bebauungsplan.

Altbürgermeister Albert Schindler war mit seinem Gemeinderat sehr positiv gestimmt, und so wurden eigentlich schnell die Voraussetzungen für den Bau eines neuen Firmengebäudes geschaffen. Und so sei jetzt ein zweistöckiges Gebäude mit einer besonderen Architektur und mit einer markanten Glasfassade entstanden. "Damals habe ich den teuersten Quadratmeterpreis für eine Gewerbefläche bezahlt, doch heute bin froh, mich so entschieden zu haben", so Gebhard Gfrörer in Richtung Reinhard Dettling als Empfinger Kämmerer.

Gfrörers Philosophie war schon immer eine breite Ausrichtung des Unternehmens in möglichst viele Betätigungsfelder. Dafür wurde die Abteilung Infrastruktur, die für Bauleit- und Erschießungsplanung zuständig ist, vom eigentlichen Konkurrenzunternehmen Alwin Eppler aus Dornstetten ausgegliedert und dem Büro Gfrörer angeschlossen.

Die 15 Mitarbeiter umfassende Abteilung Infrastruktur wurde als eigenständige Niederlassung in Dornstetten als Bestandteil von Gfrörer aus dem Büro Eppler ausgegliedert. Das Unternehmen Gfrörer Ingenieure entwickelt heute an den drei Standorten in Empfingen, Dornstetten und Owingen am Bodensee Flächennutzungs- und Bebauungspläne, Erschließungs- und Sportstättenplanungen, Vermessungsleistungen und die kompletten Umweltplanungen samt Artenschutzgutachten.

Das Büro Gfrörer, mit heute 32 Mitarbeiter in Empfingen und 15 in Dornstetten, bedient hauptsächlich kommunale Auftraggeber in den Bereichen Umwelt, Verkehr und Stadtplanung. Insgesamt beschäftigten die Gfrörer Ingenieure 70 Mitarbeiter. Was im Moment in der Politik die 3-G--Regel sei, bezieht der erfolgreiche Unternehmer die 3-Z-Regel auf seine Firma: "zufriedene Auftraggeber, zufriedene Mitarbeiter, zufriedene Firmenleitung."

Zum Schluss war es Gfrörer dann doch noch ein emotionales Bedürfnis, Danke zu sagen an seine Familie – vor allem seiner Frau Ilse. Wenn auch der Familienvater stark im Unternehmen eingebunden war, ist er trotzdem sicher, vieles mit seiner Frau Ilse richtig gemacht zu haben "Wenn man unsere drei Kerle sieht, ist es auch gelungen."

Am Donnerstagnachmittag war nicht nur Firmengebäudeeinweihung, sondern auch der 67. Geburtstag des Unternehmers und Gründers. "Mit dem heutigen Tag habe ich ganz offiziell das deutsche Rentenalter – nämlich 67 Jahre – erreicht. Ich glaube, es ist jetzt auch an der Zeit aus der vordersten Front im Unternehmen etwas zurückzutreten", erklärte Gfrörer.

Wie man es von Bürgermeister Ferdinand Truffner gewohnt ist, kam er natürlich nicht mit einem Einheitsgeschenk zur offiziellen Einweihung des neuen Firmengebäudes, sondern traf mal wieder ganz den Geschmack der zahlreichen Gäste und verewigte den Firmengründer auf einem Straßennamensschild mit "Gebhard-Gfrörer-Platz". "Das Schild soll Wegmarke am Ende des Hohenzollernweges sein, ein Eingang zu ihrem Lebenswerk, ein Zugang zur Welt der Gfrörer Ingenieure."

Der erste Landesbeamte des Landkreises Freudenstadt, Reinhard Geiser überbrachte stellvertretend die Glückwünsche zum neuen Firmensitz. Er lobte die aufstrebende Entwicklung von Empfingen im Landkreis. Als Chef der vielen Fachbehörden habe er bei kommunalen Projekten viel mit dem Unternehmen Gfrörer Ingenieure zu tun und dankte für die gemeinsamen Lösungen.

Juniorchef Michael Gfrörer informierte und erklärte das neue Firmengebäude. Bei dem neuen Firmengebäude kamen alle nachhaltigen Anforderungen, die auch bei den Ingenieurleistungen des eigenen Unternehmen bei den Kunden umgesetzt werden, zum Tragen. Markant ist die große Glasfront, die zwar viel Licht in die Räume bringt, aber auch schlecht gegen wärme und Kälte isoliert. So wurde in einem Pilotprojekt eine innen liegende Folie entwickelt, die diesen Ansprüchen gerecht wird. Die Fotovoltaikanlage liefere Strom von Zweidrittel des Gesamtbedarfs, inklusive Lüftung, Heizung und Kühlung, Computer und Server sowie für die E-Tankstellen.

Schon wieder kommt man Kapazitätsgrenzen

Aber kaum eingezogen, ist der Platz im neuen Gebäude schon wieder ausgereizt. So läuft im Moment schon wieder der nächste Entwicklungsschritt mit einem Anbau an das Hauptgebäude. "Das Highlight unseres neuen Projektes ist die zentrale Dachterrasse, die die beiden Gebäude miteinander verbindet", so der Jungunternehmer Michael Gfrörer.