Die schwere Erkrankung von Ulrich Silberbach erfordert einen Führungswechsel beim Deutschen Beamtenbund. Das Ausscheiden des 63-Jährigen ist nicht der einzige bittere Rückschlag.
Es sind aufwühlende Zeiten für den Deutschen Beamtenbund (DBB): Volker Geyer, bisher stellvertretender Vorsitzender, soll an diesem Montag auf den Chefposten des Gewerkschaftsdachverbandes rücken. Der langjährige Amtsinhaber Ulrich Silberbach ist seit etlichen Monaten schwer erkrankt und hatte im Mai seinen Rücktritt angekündigt. Das Ausscheiden des 63-Jährigen ist nicht der einzige Rückschlag für den DBB: Am 18. Mai ist Waldemar Dombrowski, der Zweite Vorsitzende und Fachvorstand Beamtenpolitik, nach schwerer Erkrankung im Alter von 62 Jahren verstorben.
In einer wichtigen Phase nicht ausreichend repräsentiert?
Der 59-jährige Geyer soll nun vom Bundeshauptvorstand gewählt werden und zunächst bis zum nächsten ordentlichen Gewerkschaftstag im November 2027 amtieren. Er ist auch Fachvorstand Tarifpolitik und hatte die DBB-Führung zuletzt großteils allein repräsentiert – etwa bei der prominent besetzten Beamtenbundtagung Anfang Januar in Köln oder beim Tarifabschluss des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen im April. Insofern ist die Nachfolgelösung unumstritten. Für manchen kommt sie sehr spät: Vereinzelt war intern Kritik geäußert worden, dass der personell geschwächte Beamtenbund in dieser wichtigen Phase mit dem Bundestagswahlkampf und der Regierungsneubildung nicht ausreichend auf der politischen Bühne vertreten sei.
Silberbach soll noch sehr lange die Zügel fest in der Hand gehabt haben, bis ihn die Bundesleitung letztlich zur Abgabe seines Amtes mit Wirkung zu diesem Montag bewegen konnte. Seit 2017 ist er Bundesvorsitzender des Dachverbands, der bundesweit mehr als 1,3 Millionen Beamte und Tarifbeschäftigte vertritt. Damals setzte er sich in einer Kampfkandidatur durch, der Start verlief zäh. Sein rigoroser Führungsstil, der auf einen kleinen Kreis von Vertrauten setzte, stieß auf Missfallen. Silberbach war nicht verbeamtet und der erste Bundesvorsitzende, der die Tarifverhandlungen für die Angestellten des öffentlichen Dienstes selbst führte. Nach und nach wurden seine Kritiker aber immer ruhiger, sodass er letztlich weitgehend störungsfrei agieren konnte.
Nachfolger muss Beamtenstatus verteidigen
Sein Nachfolger Geyer wird den Beamtenstatus und den öffentlichen Dienst gegen eine härtere Sparpolitik der Regierenden verteidigen müssen – bei einem gleichzeitig wachsenden Fachkräftebedarf. Auch die Besoldungsreform steht weiter auf der Agenda.