Die Schäden an der Gewölbebrücke in Hinter-Kaltbrunn sind so gravierend, dass eine Sanierung keinen Sinn macht. Foto: Herzog

Die schadhafte Gewölbebrücke in Hinter-Kaltbrunn wird nicht saniert. Obwohl unter Denkmalschutz stehend, kann sie durch einen Neubau ersetzt werden. Dadurch spart die Gemeinde rund 14 000 Euro.

Schenkenzell - Bürgermeister Bernd Heinzelmann erinnerte in der Sitzung des Gemeinderats an die bereits im März dieses Jahres vergebenen Brückensanierungsarbeiten in Höhe von 224 000 Euro an die Firma Dizwo in Schramberg. Ausgeschrieben worden sei auf der Grundlage der Bauwerksprüfung von 2017.

Da die nächste turnusmäßige Kontrolle der Brücke in diesem Jahr aufgrund der bevorstehenden Sanierung nicht erfolgt sei, hätten Experten das Bauwerk im April besichtigt. Dabei sei eine gravierende Verschlechterung der Bausubstanz festgestellt worden. Der talseitige Gewölbestirnring sei vollständig gerissen und ein weiter Abriss befinde sich direkt im Gewölbe. Hinsichtlich des aktuellen Schadensbilds mache eine Sanierung mittels geplanter Vernadelung keinen Sinn, auch weil die technisch wichtigen Förderkriterien nicht eingehalten werden könnten, schilderte Heinzelmann.

Mit der Firma Dizwo sei in Gesprächen nach alternativen Lösungen gesucht worden. Deren eingereichtes Nebenangebot für eine Brückenerneuerung in Fertigteilbauweise betrage 209 500 Euro und sei gegenüber der Sanierung um knapp 14 000 Euro günstiger.

Die Brücken in Kaltbrunn seien in ihrer Gesamtheit denkmalgeschützt, aber nicht jede einzeln für sich. "Wir haben mit den zuständigen Behörden den Neubau abgestimmt und kurzfristig deren Zustimmung erhalten", zeigte sich Heinzelmann mit dem Verlauf zufrieden. Die Baudurchführung werde sich gegenüber dem bisher geplanten Bauablauf kaum ändern.

Beginn der Arbeiten vor Ort sei für Ende Juli vorgesehen, die Fertigstellung werde etwa Mitte Oktober erreicht. Die betroffenen Anlieger seien über die Änderung informiert worden. "Ich empfehle die Vergabe für die Brückenerneuerung. Sie wird mit rund 80 Jahren eine wesentlich längere Lebensdauer haben als eine Sanierung (40 Jahre) und uns somit nicht mehr beschäftigen"“ urteilte der Rathauschef.

Laut Ortsvorsteher Stefan Maier bestehen im Ortschaftsrat Kaltbrunn keine Bedenken bei einem Brückenneubau, weil die Vorteile klar ersichtlich seien. Einigkeit herrsche im Gremium darüber, die alten Gewölbesteine nicht zu veräußern und sie an einem geeigneten Platz für eine spätere Verwendung anderer historischer Bauwerke im Ort zu lagern, übermittelte Maier.

Die Vergabe durch den Gemeinderat erfolgte einstimmig.