Der Basler Pharmakonzern Novartis hat nicht nur Zahlen für 2025 vorgelegt. Gleichzeitig hat er auch einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr geliefert.
Nachdem Novartis noch mit den Zahlen zum zweiten Quartal 2025 die eigene Prognose das zehnte Quartal in Folge erhöht hatte, liest sich der Ausblick auf 2026 recht ernüchternd. Während der Umsatz im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen soll, erwartet der Pharmakonzern beim operativen Kernergebnis einen Rückgang im tiefen einstelligen Prozentbereich.
Wie der Konzern schreibt, reflektiere diese Prognose die Auswirkungen der Vereinbarung, die der Konzern Mitte Dezember mit der US-Regierung getroffen hat. Sie zielt bekanntlich darauf ab, die Preise für innovative Medikamente in den USA zu senken und weitere US-Investitionen in Produktion, Forschung und Entwicklung zu unterstützen.
„Die Auswirkungen dieser Vereinbarung spiegeln sich in unserer Prognose für 2026 und in unserer Prognose für ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent für den Fünfjahreszeitraum 2025 bis 2030 wider.“ Die längerfristigen Auswirkungen werde man im Zuge der Umsetzung der Vereinbarung weiter beobachten. Der Pharmakonzern Novartis wird in den kommenden Monaten die stärkste Belastung durch Nachahmer-Medikamente in seiner Geschichte erleben. Das geht aus der Präsentation zu den Jahreszahlen des Balser Konzerns hervor.
Effekt soll sich abschwächen
Wie Konzern-Chef Vas Narasimhan im Gespräch mit Journalisten sagt, dürfte die Umsatzbelastung insgesamt bei etwa vier Milliarden US-Dollar liegen. Dabei würden die Auswirkungen in der ersten Jahreshälfte deutlich stärker ausfallen als in der zweiten. Grund dafür ist, dass die ersten Nachahmer für die Milliarden-Mittel Entresto, Promacta und Tasigna erst ab der zweiten Jahreshälfte 2025 in den USA auf den Markt kamen. Entsprechend sei die Vergleichsbasis vor allem für die ersten sechs Monate noch deutlich höher.
Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 sollte sich der Effekt dann abschwächen. In dieser Zeit erwartet Novartis dann auch wieder ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Probleme auf der Gewinnseite
Noch deutlicher machen sich die Nachahmer aber auf der Gewinnseite bemerkbar. Für das Gesamtjahr sagt der Konzern einen Rückgang beim operativen Kernergebnis im tiefen einstelligen Prozentbereich voraus. Besonders stark dürfte der Gewinn in den ersten sechs Monaten fallen, wie das prognostizierte Minus im tiefen zweistelligen Prozentbereich zeigt. Im zweiten Semester 2026 rechnet Novartis dann bereits wieder mit einem Gewinnwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich.
Trotz dieser leichten Delle im laufenden Jahr geht das Management davon aus, die mittelfristigen Ziele zu erreichen. „Bereits 2027 erwarten wir eine Rückkehr zum Gewinnwachstum“, so Narasimhan. Die Marge für das operative Kernergebnis dürfte zunächst durch die Übernahme des US-Unternehmens Avidity etwas belastet werden. Aber auch hier zeigt sich der Chef überzeugt, dass diese ab 2029 wieder jenseits der 40-Prozent-Marke liegen wird.