Willi Müller ist mit vielen sportlichen Erfolgen im Gewichtheben eine ganz besondere Persönlichkeit in der Gemeinde Fischbach. Nachdem er im Juni in engem Kreis seinen 85. Geburtstag feierte, überraschte ihn Peter Engesser mit einer Kleinigkeit.
Sportlich ist es um das Fischbacher Kraftsportidol Willi Müller längst ruhig geworden, was für einen inzwischen 85-Jährigen ja auch nicht verwunderlich ist. Nach wie vor nimmt der immer noch rüstige und dem Alter entsprechend vitale ehemalige Bauunternehmer und Kraftsportler jedoch regen Anteil am Ortsgeschehen und in Fischbach hat man die vielen sportlichen Erfolge Müllers nach wie vor in bester Erinnerung.
Dazu trägt auch die vom früheren Ortsvorsteher Peter Engesser initiierte Würdigung von Müllers sportlichen Erfolgen am Vereinsbaum in der Fischbacher Ortsmitte bei. Neben den Vereinstafeln befindet sich dort auch eine Ehrentafel Willi Müller betreffend.
Dass diese Ehrentafel vor einigen Wochen eine kleine, aber bedeutende Änderung erfahren hat, ist vielleicht noch gar nicht allen aufgefallen. Statt wie bisher zum 80. Geburtstag sehr dort jetzt zum 85. Geburtstag. Nachdem Willi Müller im Juni seinen 85. Geburtstag ohne viel Aufhebens im Kreise seiner Familien gefeiert hat, ließ es sich Engesser nicht nehmen, die Ehrentafel am Vereinsbaum zu aktualisieren, wie unser Bild unten zeigt.
Heimatverbundener Fischbacher
In schwerer Zeit in Fischbach aufgewachsen, war Müller immer eng mit seiner Heimatgemeinde verbunden und hat sich als Ortschaftsrat und stellvertretender Ortsvorsteher einige Jahre auch kommunalpolitisch engagiert. Die sportliche Heimat von Müller war jedoch der SV Flözlingen und in seinen Glanzzeiten als Gewichtheber der SV Fellbach.
Als Gewichtheber war Müller 1959 und 1960 Deutscher Juniorenmeister. In den Jahren darauf errang der immer trainingsfleißige und Doping verabscheuende Müller zahlreiche Deutscher Meisterschaften und Vizemeisterschaften, stellte über 20 Deutsche Rekorde auf, war vielfacher Baden-Württembergischer Meister, dreimal deutscher Mannschaftsmeister im Gewichtheben mit dem SV Fellbach, Mitglied der deutschen Nationalmannschaft. Er kam auch zu Einsätzen beim Baltic-Cup und dem Donaupokal.
Sportler des Jahres 1996
1974 wurde er als erster Sportler mit dem Wanderpreis „Sportliches Vorbild“ beim SV Fellbach ausgezeichnet. Zudem war er 1996 Sportler des Jahres des Bundesverbandes Deutscher Gewichtheber.
Seine größten sportlichen Erfolge erzielte Müller im Seniorenbereich beim Kraftdreikampf, bestehend aus den Disziplinen Kreuzheben, Bankdrücken und Kniebeugen. Im Kraftdreikampfbereich war Müller vielfacher Landesmeister, siebenfacher Deutscher Meister und fünfmal Weltmeister und stellte eine Vielzahl von Deutschen Rekorden, Europarekorden und auch Weltrekorden auf.
Olympia zweimal knapp verpasst
Doch auch sportliche Rückschläge musste Müller in seiner Gewichthebekarriere verkraften. Die zurückliegenden Olympischen Spiele dürften bei dem untadeligen Sportsmann diesbezüglich so manche Erinnerung wachgerufen haben. So wurde er 1968, wegen nur eines schlechten Wettkampfes, ohne dass seine in diesem Jahr zu verzeichnenden guten Wettkämpfe entsprechend gewürdigt wurden, vom Verband nicht für die olympischen Spiele in Mexiko nominiert. Damals war er so enttäuscht, dass er sogar daran dachte seine Karriere zu beenden.
Verletzung stoppt nächsten Erfolg
Doch als echte Kämpfernatur nahm er einen neuen Anlauf. Die olympischen Spiele 1972 in München waren nun sein großes Ziel und ihm wurden fast am Zenit seiner Leistungsfähigkeit angelangt, beste Medaillenchancen in München eingeräumte, ehe ihn eine Schulterverletzung stoppte und den Leistungssportler zum Kürzertreten zwang.