Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes macht die Gewerkschaft Verdi am kommenden Montag an fast allen deutschen Flughäfen mobil. Angekündigt sind ganztägige Warnstreiks. Welche Folgen kann der Aktionstag haben?
Die Gewerkschaft Verdi ruft am Montag an fast allen größeren deutschen Flughäfen zu ganztägigen Warnstreiks auf – auch in Stuttgart. Betroffen sind sämtliche Beschäftigten, die unter den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) fallen sowie die rund 23 000 Beschäftigten der Bodenverkehrsdienstleister.
Die Gewerkschaft Verdi erwartet bundesweit massive Einschränkungen bei Abflügen und Ankünften bis hin zu Flugstreichungen. In Stuttgart wird beim Flughafenbetreiber FSG, sowie bei den Firmen Losch Airport Service, SAG und Stuttgart Ground Services GmbH gestreikt.
Die Streikzeiten sind unterschiedlich
Bundesweit betroffen sind neben Stuttgart die Flughäfen München, Frankfurt/Main, Köln/Bonn, Düsseldorf, Dortmund, Hannover, Bremen, Hamburg, Berlin-Brandenburg, und Leipzig-Halle. Wegen der regionalen Schichtsysteme kann es an einigen Flughäfen zu Abweichungen kommen – dort beginnen die Arbeitskämpfe bereits am Abend des 9. März oder enden in den Morgenstunden des 11. März. Bereits in der vorige Woche hatte es in diesem Tarifkonflikt Arbeitsniederlegungen an mehreren Flughäfen gegeben.
Verdi kündige den neuen Warnstreiktag bewusst frühzeitig an, um den Passagieren Planungssicherheit zu ermöglichen, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Christine Behle. Sie bedauere die Unannehmlichkeiten, die dieser Streik für die Fluggäste mit sich bringe. „Ohne den Druck durch Arbeitskampfmaßnahmen wird es keine Bewegung in den Verhandlungen geben – deshalb informieren wir bereits heute, damit sich Reisende rechtzeitig auf die Einschränkungen einstellen können.“
„Zum Warnstreik gezwungen“
„Wir sehen uns zu diesem Warnstreik gezwungen, da die Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bisher kein Angebot vorgelegt und keine Bereitschaft gezeigt haben, unsere berechtigten Forderungen zu erfüllen“, so Behle. Die Beschäftigten an den Flughäfen leisteten eine unverzichtbare Arbeit für den reibungslosen Ablauf des Luftverkehrs und trügen für die Sicherheit aller Passagiere maßgeblich Verantwortung. Auch sie verdienten eine angemessene Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen.
Verdi fordert in der Tarifrunde von Bund und Kommunen 2025 ein Volumen von acht Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr monatlich für Entgelterhöhungen und höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten. Außerdem verlangt Verdi drei zusätzliche freie Tage, um der hohen Verdichtung der Arbeit etwas entgegenzusetzen. Für mehr Zeitsouveränität und Flexibilität soll ein „Meine-Zeit-Konto“ sorgen, über das Beschäftigte selbst verfügen können.
Ineinandergreifen von Tarifverträgen
Grundlage der Streikkonstellation ist auch ein mit den Arbeitgeberverbänden VKA (Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände) und ABL (Arbeitgeberverband der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr) abgeschlossener Branchentarifvertrag für alle Beschäftigten der Bodenverkehrsdienstleister, der mittlerweile für allgemein verbindlich erklärt wurde. Damit wurde die Tarifentwicklung der privaten Unternehmen an die allgemeine Tarifentwicklung des öffentlichen Dienstes angekoppelt.