Mit dem Wirtschaftstreff am Freitag, 26. September, feiert der Gewerbeverein Bad Dürrheim sein 125-jähriges Bestehen.
In der jüngeren Vergangenheit war die Gewerbeschau im Jahr 2023 eine der größten Veranstaltungen der Vereinigung. Unter dem Motto „Bad Dürrheim zeigt sich“ gab es eine Zusammenarbeit zwischen Gewerbeverein und Stadt, zusätzlich konnten sich die Vereine präsentieren. Aktiv beteiligte sich der Gewerbeverein bei der Diskussion um Kurtaxe und Fremdenverkehrsabgabe – bildete auch hier wieder ein Scharnier zwischen den Gewerbetreibenden und der Stadtverwaltung.
Unterstützung konnte über die IHK zu manchen Themen generiert werden, wie beispielsweise bei Workshops zur Schaufenster- und Geschäftsgestaltung, zur Digitalisierung und zu einigem anderem. „Das war für uns ein echter Mehrwert“, blickt die Vorsitzende Tamara Pfaff auf die Aktionen. Zum Wirtschaftstreff, der am Freitag, 26. September, stattfindet und im Haus des Bürgers um 19 Uhr beginnt, unterstützte die IHK wieder tatkräftig, vor allem in Person von Philipp Hilsenbek, dem IHK-Geschäftsbereichsleiter Standortpolitik.
„Ich bin als Vorsitzende zu den IHK-Veranstaltungen eingeladen und gehe auch hin. Wenn man präsent ist, bekommt man die Kontakte, wenn man nicht sichtbar ist, funktioniert es nicht“, es ist eine ganz einfache Rechnung, welche Tamara Pfaff aufstellt. Seit 2009 ist sie die Vorsitzende und hofft, dass es den Verein noch lange geben wird. Ihre Stellvertreter sind Jürgen Rebholz und Andrea Kanold.
Blick in die Geschichte
Beim Blick in die Geschichte zeigt sich, dass es beim Gewerbeverein – wie bei anderen Vereinen, Aufs und Abs gab, auch was die Beteiligung der Mitglieder betraf. Bei der Vorsitzenden Tamara Pfaff lagern drei Bücher, in denen die Protokolle zu einigen Sitzungen und Aktivitäten dokumentiert sind. Sie umfassen die Zeitspanne von 1965 bis Anfang der 1970er sowie Ende der 1970er-Jahre. Und die Mitglieder beschäftigte früher teilweise die gleichen Themen wie heute auch.
Damals Schreckbild Einkaufszentrum
Ein Beispiel: Heute ist es nicht mehr wegzudenken, das Edeka-Einkaufszentrum im Industriegebiet. Es war eines der ersten Gebäude, das damals auf der Fläche gebaut wurde. Im Vorfeld des Baus, wurde der damalige Bürgermeister Otto Weissenberger im November 1967 jedoch vom Verein zu einer Aussprache eingeladen. Der Vorsitzende, Konrad Merk, protokollierte: „Zum Schrecken Einkaufszentrum nahm Bürgermeister Weissenberger eingehend Stellung.“ Und Merk fasste auch zusammen, was Weissenberger erklärte: „Der Bürgermeister zeichnete die Bemühungen der Gemeinde auf, die schon lange darauf abzielten, den alten Müllplatz günstig zu verkaufen und wies auf die weltweite Erscheinung der Einkaufszentren hin. Mit der ausführlichen Erläuterung der Verkehrsverbindungen Autobahn, Querspange sowie Schnellstraße begründete er, warum das Einkaufszentrum in den Raum Bad Dürrheim gekommen sei.“
Merk vermerkte jedoch auch, dass die Angst der Gewerbetreibenden durch dieses Informationsgespräch nicht erloschen sei. Heute erlebt man ein ähnliches das Szenario – statt des Einkaufszentrums kann man die Internetshops setzen.
Infomaterial für Neubürger
Im Jahr 1970 schlugen die Mitglieder beispielsweise vor, zugezogenen Einwohnern bei der Anmeldung eine Informationsschrift zu geben, wer was in Bad Dürrheim herstellt und verkauft. Etwas Ähnliches gibt es heute auch noch für jeden Neubürger. Im gleichen Jahr feierte der Verein sein 70-jähriges Bestehen mit einem Essen, das Motto des Abends lautete sehr zeitlos: „Bereit sein für die Welt von morgen!“ Denn man könnte es heute noch verwenden. In den Reden verwies man auf die Erfolge, betonte aber auch nochmals die Sorge um die Zukunft des Handels mit Blick auf „Supermärkte und Großkaufstätten“.
In den Protokollen ist auch vermerkt, wo man sich traf, es sind Gasthäuser wie das Wittmanstal in Hochemmingen und Blume oder das Hotel Kreuz zu finden, wie auch das Gasthaus Lamm in Öfingen – die wenigsten davon gibt es heute noch.1972 stand der Verein kurz davor, sein 100. Mitglied zu begrüßen und es gab den goldenen Meisterbrief für Josef Krebs (Blechnerei) und Wilhelm Mayle (Schreinerei).
Wirtschaftstreff
Anmeldung
Der Wirtschaftstreff findet am Freitag, 26. September, im Haus des Bürgers statt und beginnt um 19 Uhr. Als Redner zu Gast ist Hans-Dieter Hermann, seit vielen Jahren Teampsychologe der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Seine Themen des Abends sind mentale Stärke, Zuversicht und Teamgeist. Anmeldungen sind unter www.ihk.de/sbh/veranstaltungen möglich.