Einstimmig folgte der Gemeinderat dem Vorschlag aus dem Rathaus, Perspektiven für neue Gewerbeflächen in Mötzingen zu entwickeln.
Wie Bürgermeister Benjamin Finis in der jüngsten Sitzung mitteilte, gebe es Unternehmen mit Ambitionen zur Erweiterung oder auch Neuansiedlung in Mötzingen. „Wir sind zwar nicht getrieben, haben aber das klare Signal, dass Unternehmen platzmäßig am Ende sind“, machte der Rathauschef den Handlungsbedarf deutlich.
Tatsache ist jedoch, dass die Gemeinde Mötzingen im Jahr 2001 letztmals ein Gewerbegebiet erschlossen hat. Seit 2015 der letzte verfügbare Gewerbebauplatz verkauft wurde, stehen in Mötzingen keine freien Gewerbeflächen mehr zur Verfügung. Deshalb sollte man sich in den Augen der Rathausspitze bereits jetzt im Vorgriff auf einen geplanten Flächentausch mit der Stadt Nagold im Bereich des Umspannwerks konkrete Gedanken über die Entwicklung von Gewerbeflächen machen. „Wir wollen nicht auf den Tag X zuwarten, sonst verlieren wir Zeit“, betonte Benjamin Finis.
Haupt- und Ordnungsamtsleiter Torsten Melzer wies darauf hin, dass im Rahmen des Gemeindeentwicklungskonzepts bereits ein Bedarfsnachweis für Gewerbeflächen erarbeitet wurde. Dabei sei berücksichtigt worden, dass die Gemeinde Mötzingen eine Gemeinde mit Eigenentwicklungspotenzial ist. Mit Blick auf die geplanten Neubaugebiete „Röte II“ und „Röte III“ ist in den kommenden Jahren von einem deutlichen Bevölkerungswachstum auszugehen. Der Bedarfsnachweis weist daher einen Flächenbedarf von insgesamt 9,8 Hektar bis zum Jahr 2040 für Gewerbeansiedlungen aus.
Zehn Hektar ermöglichen moderates Wachstum
Aus Sicht der Verwaltung, so Torsten Melzer, bieten sich vor allem die Flächen nördlich und westlich des bestehenden Gewerbegebiets für eine künftige Gewerbeentwicklung an. Die Gesamtgröße dieser Bereiche beträgt rund 10,1 Hektar und decke damit den ermittelten Bedarf für ein „moderates Wachstum“ ab.
Da ein Teil dieser Flächen erst nach dem vollzogenen Gemarkungstausch mit der Stadt Nagold bauplanungsrechtlich überplant werden kann, schlug die Verwaltung jetzt vor, eine Machbarkeitsstudie mit einem städtebaulichen Gesamtkonzept für das gesamte Areal zu beauftragen. Um den aktuellen Nachfragen gerecht zu werden, könnte daran anschließend schrittweise eine Entwicklung der Flächen erfolgen – die allerdings noch nicht im Eigentum der Gemeinde stehen, wie Melzer ergänzte.
„Gute Lage Mötzingens nutzen“
Wie Alfons Aigner anmerkte, müsse man die Planungen auch im Zusammenhang mit dem Umspannwerk sehen – und da „ist es wichtig, dass wir schon ein Konzept haben“. Für Alexander Röckl ist das geplante Vorgehen der richtige Weg, um Arbeitsplätze zu schaffen und Gewerbesteuereinnahmen zu generieren. Zudem „müssen wir die gute Lage Mötzingens nutzen“, so Röckl.
Am Ende folgten die Gemeinderäte einstimmig dem Beschlussantrag, die Entwicklung von Gewerbeflächen nördlich und westlich des bestehenden Gewerbegebiets voranzutreiben. Gleichzeitig wurde die Verwaltung ermächtigt, Angebote für die Erstellung einer entsprechenden Machbarkeitsstudie einzuholen.