Hinter IHK (rechts) und Tec 21 soll das Industrie- und Gewerbegebiet Wolfsberg erweitert werden. Foto: Thomas Fritsch

Im Industriegebiet Wolfsberg stehen keine bebaubaren Grundstücke mehr zur Verfügung. Vor allem, um Unternehmen zu halten, kann das zu einem Problem werden. Nun geraten die letzten freien Flächen ins Visier. Doch die Nähe zu einem landwirtschaftlichen Betrieb birgt Konfliktpotenzial.

„Wolfsberg VIII, Teil A“ – was sperrig klingt, soll der nächste Schritt bei der Entwicklung des Nagolder Industriegebiets Wolfsberg werden. Noch wird auf dem Gelände Landwirtschaft betrieben. Doch mittelfristig sollen dort Industrie- und Gewerbeflächen entwickelt werden – vornehmlich für Unternehmen, die bereits heute auf dem Wolfsberg angesiedelt sind, und sich dort vergrößern wollen.

 

Der Bebauungsplan „Wolfsberg VIII, Teil A“ soll die Zukunft der Flächen rechtlich absichern. Die Träger öffentlicher Belange wurden bereits im Vorfeld eingebunden. Der Technische Ausschuss der Stadt Nagold stimmte schon zu. Am 17. Dezember geht das Planwerk noch in den Gemeinderat. Dann beginnt die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs.

Neu-Stadtrat Markus Stollsteimer (FWV), selbst Landwirt, hinterfragte das Vorhaben. „Ich tue mich grundsätzlich schwer damit. Ein gewisser Bestandsschutz sollte schon sein“. Man rücke dem Stallgebäude „ziemlich auf die Pelle“. Dabei verwies Stollsteimer auch darauf, dass die Tiere in dem Stallgebäude – es handelt sich um einen Schafstall – für Geruchsprobleme bei den anliegenden Betrieben sorgen könnte. „Mein Bauchgefühl sagt mir, da könnte es Probleme geben.“

„Dann gehen wir ins Umlegungsverfahren“

Da liegt Stollsteimer wohl richtig. Denn Nagolds Leiter des Stadtplanungsamtes Ralf Fuhrländer hatte unter anderem erklärt, dass die Planung „nicht so einfach“ sei, man aber eine Lösung für den Schafstall, gefunden habe – „die Straße wird verschwenkt“, meinte er. Zum Schafstall selbst gebe es nur einen Feldweg. Zudem gebe es ein Grundstück in dem Planungsbereich, das nicht der Stadt gehöre – „da müssen wir noch sprechen“, so Fuhrländer. Die Stadt werde dem Eigentümer anbieten, das Grundstück zu kaufen. „Aber wenn das nicht klappt, dann gehen wir ins Umlegungsverfahren“, machte Fuhrländer deutlich. Gerade deshalb mache es Sinn, das Verfahren „jetzt schon anzustreben.“

Generell machte der Stadtplaner aber auch deutlich, dass man den Auftrag habe, dort Gewerbeflächen zu entwickeln. „Das steht im Flächennutzungsplan so drin.“ Und da man den Betreiber kenne, habe man sich auch juristisch beraten lassen. „Objektiv betrachtet“, nehme man auf den Anlieger Rücksicht. So dürfe die „Ablammung der Lämmer“ nicht gestört werden.

„Da ist Sensibilität gefragt“

Bürgermeister Hagen Breitling erörterte, dass man bei der Vermarktung des angrenzenden Geländes auf die landwirtschaftliche Nutzung hinweisen müsse. „Das können wir nur lösen, wenn wir genau hinschauen, wer sich da ansiedelt und mit welcher Nutzung. Da ist Sensibilität gefragt.“

Die neue Fläche des Gewerbegebiets soll 2,7 Hektar umfassen. Bis jetzt wird das Gebiet landwirtschaftlich genutzt und befindet sich nördlich der Liese-Meitner-Straße und südlich des Hoher-Baum-Wegs. Bestandsgebäude in direkter Nachbarschaft ist das Tec 21 und die IHK sowie auf der anderen Seite der Stall. Etwa 50 Prozent der Fläche sollen als Industriegebiet genutzt werden, gut 33 Prozent als Gewerbegebiet.

Als einen „allerletzten größeren Stepp auf dem Wolfsberg“, bezeichnetet Hagen Breitling das Vorhaben. Nagolds Stadtplaner Ralf Fuhrländer erörterte, dass es dann noch wenige weitere Restflächen auf dem Wolfsberg gebe. “Da gibt es noch einzelne Richtung Autobahnzubringer“. Auch diese sollen noch überplant werden. „Das kommt noch.“