Die zwei Sitzungen zum kommunalen Gewerbegebiet, die in der Stadthalle stattfanden, waren mitunter von starker Polemik geprägt. Foto: Schneider

Die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen erfolgt ohne Respekt voneinander, mahnen Mitglieder des Gemeinderats.

„Ich respektiere, wenn andere Menschen zum Gewerbegebiet eine andere Meinung haben als sich“, erklärt Axel Anger, Ortsvorsteher von Glatt.

 

„Aber wenn Leute, die sich seit 20 Jahren für die Gemeinde engagiert haben, für ihren Rücktritt Applaus erhalten, finde ich das respektlos.“ Dabei bezieht sich der Ortsvorsteher auf die vorherige Gemeinderatssitzung, in der Tobias Nübel (CDU) aufgrund der Ablehnung in Sachen Windkraft sowie der sich abzeichnenden negativen Haltung zum Gewerbegebiet seinen Rücktritt bekanntgab.

Fraktionen sind sich einig

In der April-Sitzung hatte es daraufhin lautstarken Applaus von Bürgern gegeben, die dem Vorhaben kritisch gegenüberstanden. Das habe den Eindruck erweckt, dass eine zurückhaltende Mehrheit von der kleinen, aber lauten Gruppe in der Diskussion dominiert werde, so Anger.

Daran schließt André Amon (SPD/GAL) an, der sich in Abstimmung mit allen anderen Fraktionen ebenfalls zum Umgang in der vergangenen Ratssitzung äußerte.

Gegenseitiger Respekt?

In der Bürgerfragestunde habe es etliche ablehnende Stellungnahmen gegen das Bürgerforum gegeben. Einzig der Bergfelder Ortschaftsrat Axel Grathwol habe sich für das Bauprojekt ausgesprochen – und sei daraufhin mit polemischen Zwischenrufen bedacht und lautstark ausgebuht worden.

„Ist das Ihr Verständnis von Respekt im gegenseitigen Umgang?“, fragt Amon in Richtung der Zuschauerreihen. Denn schließlich hätten Grathwohl, selbst ehemaliges Gemeinderatsmitglied, und Nübel mit ihrem freiwilligen Engagement in dem Gremium die Stadt jahrelang mitgeprägt.

Andere Meinung verstehen

„Sie haben mit ihrem Ehrenamt über tausend Stunden für das Wohl der Gemeinde aufgebracht“, macht er deutlich. Wenn das Engagement von Menschen aus der Bürgerschaft so mit Füßen getreten werde – wie solle man dann noch Leute finden, die sich kommunalpolitisch engagierten, will er wissen.

„Ich selbst lehne das kommunale Gewerbegebiet ab“, erklärt er. Doch könne er vollkommen verstehen, wenn sich andere für das Projekt aussprechen.

Engagement ist wichtig

„Kritisieren ist viel einfacher als gestalten“, weist er auf den Unterschied von projektbezogenen Gegen-Initiativen und der kontinuierlichen Arbeit im Gemeinderat hin.

Dabei sei das Engagement im Gremium von großer Bedeutung. „Von alleine passiert nichts!“, stellt er klar.