Bisingen erweitert das Gewerbegebiet Nord. Zwei Drittel der Fläche sind bereits belegt von einem Unternehmen, das in Balingen keinen Platz fand und daher einen zweiten Standort in Bisingen errichten will. So konkret sind die Pläne.
Die künftigen Käufer von Gewerbeflächen in Bisingen müssen die Flächen bestmöglich nutzen. Bürgermeister Roman Waizenegger erklärte vor dem Gemeinderat, dass 80 Prozent der Grundstücke bebaut seien. Der Boden ist knapp, deshalb muss er so effizient wie möglich genutzt werden. Das bedeutet auch, dass künftige Gewerbebetriebe ihre Gebäude potenziell nicht nur im Hinblick auf die Grundfläche größer, sondern höher bauen.
Kein Platz am Hauptsitz
So trifft dies auch auf die Firma Kern und Sohn zu, die ihren Hauptsitz in Balingen hat und eine Niederlassung in Bisingen bauen wird. Am Stammsitz des Unternehmens ist nicht mehr ausreichend Platz vorhanden. Balingen schielt deshalb auf das Interkommunale Gewerbegebiet, das auf Bisinger Gemarkung realisiert werden könnte, so die bislang recht vage Idee.
Flächen bleiben knapp
Aus der Perspektive Bisingens trifft es sich hingegen ganz gut, dass nun erst einmal das Gewerbegebiet Nord um 7,76 Hektar erweitert wird. Zwei Drittel dieser Fläche sind bereits für das Unternehmen Kern und Sohn reserviert. Die übrige Fläche umfasst rund 1,35 Hektar. Das bedeutet zum einen, dass in Bisingen trotz der Nord-Ost-Erweiterung des Gewerbegebiets Nord die verfügbaren freien Gewerbeflächen knapp bleiben und zum anderen entsteht aus dieser Situation heraus folgerichtig ein Bedarf an weiteren Gewerbeflächen.
Ein gewaltig großes Projekt
Dass Kern und Sohn zwei Drittel der Erweiterungsfläche belegt, zeigt, wie gewaltig die Ausmaße des Projekts sind. Der Messtechnik-Spezialist hat Großes vor. In Bisingen sollen Gebäude für Produktion, Forschung und Entwicklung, Softwareentwicklung, ein automatisches Hochregallager sowie ein Mess- und Prüflabor entstehen. Darüber hinaus wird ein viergeschossiges Verwaltungsgebäude errichtet. Im ersten Bauabschnitt wird ein Werksgebäude mit Büro, Technik und Sozialräumen mit direkt anschließendem Hochregallager gebaut.
„Alles auf der Spur“
Das Unternehmen hatte die Pläne erstmals im August 2023 publik gemacht. Auf Nachfrage unserer Redaktion hieß es jüngst zum Großprojekt: „Von unserer Seite ist alles auf Spur.“ Man sehe derzeit vor allem die Gemeinde im Hinblick auf die Erstellung des Bebauungsplans am Zug. Den ersten Schritt hat der Gemeinderat bei der Sitzung am Dienstag vergangener Woche mit dem Aufstellungsbeschluss gemacht.
Spatenstich 2025 im Visier
Der Zeitplan des Unternehmens wirkt ambitioniert: Bereits im Jahr 2025 soll der Spatenstich erfolgen. Nach einer Bauzeit von zwei Jahren soll 2027 der erste Bauabschnitt abgeschlossen sein, sodass der Betrieb dort starten kann. Ein weiterer Ausbau ist dann bis 2032 und 2037 geplant.
Gelände untersucht
Wie Holger Maier, Leiter des Bauamts, berichtete, habe die Gemeinde bereits 2018 Vorbereitungen für die Erweiterung des Gewerbegebiets getroffen. Er erzählt von 120 Verdachtspunkten, an denen nach Munitionsresten aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht werden musste.