Aldi wird nun doch keinen Discounter auf dem Areal Vollenburg-West bauen (Symbolbild). Foto: Andreas Arnold/dpa

Der Lebensmitteldiscounter hat der Ansiedlung auf dem ehemaligen „Zementi“-Areal in Kleinkems eine Absage erteilt.

Aldi wird sich nun doch nicht in Kleinkems, auf dem Areal „Vollenburg West“ der ehemaligen Zementfabrik ansiedeln. Die Absage des Lebensmitteldiscounters hat Siegfried Kurz, Geschäftsführer der Gemeinde-Entwicklungsgesellschaft (GEG), in der Sitzung des Gemeinderats Efringen-Kirchen bekannt gegeben. Er zeigt sich bezüglich der Vermarktung aber dennoch zuversichtlich, denn Gewerbegrundstücke seien in der Region beliebt. Noch im August hatte der Gemeinderat die planerischen Voraussetzungen dafür geschaffen, den Entwurf der zweiten Änderung des Bebauungsplanes und der zugehörigen Bauvorschriften gebilligt und grünes Licht für die Offenlage gegeben.

 

Auf dem knapp 1,9 Hektar großen Areal im Süden von Kleinkems sollen Einkaufsmärkte angesiedelt werden, wofür der Bebauungsplan noch geändert werden musste. Zwischen den beiden Gebäuden sollen knapp 100 Kundenparkplätze entstehen. Der rechtskräftige Bebauungsplan stammt aus dem Jahr 2011 und wurde zuvor schon einmal geändert.

Die weiteren Vertrags- und Verkaufsverhandlungen hingen laut der GEG aber auch davon ab, ob für das konkrete Vorhaben das Baurecht sowie eine zufriedenstellende Zufahrt erreicht werden können.

Und weil der Bebauungsplan ursprünglich keinen Anschluss an die Kreisstraße vorsah, hatte das Ingenieurbüro Diemer Wackenhuth Diewald (dwd ) eine verkehrstechnische Untersuchung unternommen.

Das Ergebnis: Ein zunächst angedachter Verkehrskreisel würde zu viel Fläche in Anspruch nehmen und wäre zu teuer. Stattdessen sieht die aktuelle Planung nun eine Aufweitung der Kreisstraße vor, um Platz für eine Linksabbiegerspur und einen Anschluss an die Rheinstraße zu schaffen.

Im Juni 2007 hatte die GEG die Grundstücke der ehemaligen „Zementi“ gekauft, um das Gelände neu zu erschließen und für eine gewerblichen Nutzung zugänglich zu machen. Die Gesellschaft hatte sich bereit erklärt, das Bauland im eigenen Namen und auf eigene Rechnung zu erschließen und anschließend die Baugrundstücke an ansiedlungswillige Firmen oder sonstige Dritte zu verkaufen. Nach dem Abschluss der Abrissarbeiten in 2008, wurde von 2009 bis 2013 an der Böschungsprofilierung sowie an Auffüllarbeiten an der alten Weinstraße gearbeitet.

Tieferlegung als Schlüsselmaßnahme

Im Jahr 2013 konnte eine der Schlüsselmaßnahmen, die Tieferlegung durch einen Tunnel, erledigt werden. Der Zufahrtstunnel sei laut Beteiligungsbericht der Gemeinde soweit ertüchtigt, dass auch Lastwagen in das Gebiet jenseits der Bahn einfahren können. Die Erschließung begann 2018 und konnte ein Jahr später abgeschlossen werden. Die neuen Eigentümer konnten 2019 mit der Bebauung beginnen. Im Jahr 2021 konnte die Erschließung „Alte Rheinstraße“ begonnen und beendet werden.

Frühzeitig Erschließung möglich

Die frühzeitige Erschließung Vollenburg West sei insbesondere deshalb möglich gewesen, weil die Vermarktungspläne erfolgreich in Kaufverträge mündeten, sowohl im Bereich Vollenburg West, als auch in Vollenburg Ost, heißt es weiter. Die Mittel aus Grundstücksverkäufen ermöglichten so weitgehend die Investition in die Erschließung, ohne dass diese mittels weiterer Darlehen finanziert werden mussten.

Realisierung benötigt noch Zeit

Im Jahr 2023 habe sich allerdings gezeigt, dass die Realisierung der Märkte-Bebauung in Vollenburg West noch mehr Zeit benötige. Deshalb habe der Gemeinderat im Oktober 2023 einer weiter Verlängerung bis Ende 2026 zugestimmt. Die Abwicklung soll deshalb bis zum Jahresende 2026, gegebenenfalls in 2027 erfolgen.