Der Angeklagte Mahmud M. (27) wird in den Schwurgerichtssaal des Landgericht Rottweil geführt. Foto: Juergen Lueck

Der 27-Jährige, der in Horb zwei Frauen mit einem Metallpoller angegriffen haben soll, zeigt vor dem Landgericht Reue.

Ruhig ist es im Schwurgerichtssaal des Landgerichts Rottweil, als der Angeklagte 27-Jährige zu Beginn des Verhandlungstages eine kurze Einlassung verlesen lässt. Der Prozess dreht sich um die Attacke vor einer Gaststätte in Horb.

 

Der Angriff ereignete sich Ende August vergangenen Jahres nachts gegen 1.40 Uhr. Beim unteren Marktplatz in der Gutermannstraße kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen dem 27-Jährigen und zwei Frauen im Alter von 31 und 41 Jahren. Wie die Polizei nach der Tat berichtete, soll der Tatverdächtige unvermittelt mit einem Metallpfosten auf die beiden Frauen eingeschlagen haben. Dabei erlitt die 41-Jährige lebensgefährliche Verletzungen, die 31-Jährige wurde schwer verletzt.

In seiner Erklärung am zweiten Prozesstag im Landgericht Rottweil ließ der Angeklagte am Freitag verlauten: „Ich räume ein, beide Geschädigten nacheinander mit einem Metallpoller geschlagen zu haben.“ In der Erklärung, die im Gerichtssaal verlesen wurde, zeigte der Angeklagte sich reuig. „Ich schäme mich für meine Tat und bedaure sie zutiefst.“ Er wird unter anderem wegen versuchten Mordes angeklagt.

Ein Opfer wurde lebensgefährlich verletzt

Besonders schwer hatte es eine der beiden Frauen getroffen. Sie wurde bei dem Angriff lebensgefährlich verletzt. „Mir ist bewusst, dass ich sie lebensgefährlich verletzt habe“, erklärte der Angeklagte in seiner Einlassung.

Seine Tat könne er nicht ungeschehen machen, heißt es weiter. Zugleich äußert er sich erleichtert über den Ausgang der Nacht: „Ich bin dankbar und erleichtert darüber, dass meine Tat nicht zu noch schwereren Schäden geführt hat.“

Dann erklärt der Eritreer, wie er nach Deutschland kam. In Eritrea habe er mit sechs Geschwistern in einem Haus mit zwei Zimmern und Blechdach gelebt. 2015 sei er „vor der schlimmen Tat“ über Italien und Schweiz nach Deutschland gekommen. Hier hat er gearbeitet.

Im weiteren Verlauf des Vormittags sollen die Opfer aussagen.