Die Zahl der Straftaten im Bereich Gewaltkriminalität ist zwischen 2020 und 2021 in St. Georgen von vier auf zehn gestiegen. (Symbolbild) Foto: © Bits and Splits – stock.adobe.com

Insgesamt weniger Straftaten und dazu noch eine hohe Aufklärungsquote – Revierleiter Kai Stehle hatte zur Kriminalstatistik des Jahres 2021 in St. Georgen wie schon für 2020 fast nur Positives zu berichten. Fraglich ist, ob es so auch weitergeht.

St. Georgen - "Wir fühlen uns sicher" – dieses Fazit zog Oliver Freischlader (SPD) in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats der Stadt St. Georgen in Bezug auf die Kriminalstatistik des vergangenen Jahres. Und die Zahlen, die Kai Stehle, Leiter des örtlichen Polizeireviers, kurz vorher präsentiert hatte, bestätigen dieses Gefühl: Historisch niedrig war die Zahl der Straftaten im gesamten Revierbereich, der neben St. Georgen auch Königsfeld, Triberg, Schonach, Schönwald, Furtwangen, Vöhrenbach, Gütenbach, und Unterkirnach umfasst, im Jahr 2021 mit 979. "Damit liegen wir wahrscheinlich zum ersten Mal seit Bestehen des Reviers unter 1000 Straftaten", berichtete Stehle.

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Im St. Georgener Stadtgebiet registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 302 Straftaten. 2020 waren es noch 375 gewesen – ein Rückgang von 19,5 Prozent. Erfreulich ist auch der Blick auf die Aufklärungsquote: Diese lag 2021 in St. Georgen bei 74,5 Prozent – und damit nicht nur deutlich über dem Landesdurchschnitt und deutlich über der auf den gesamten Revierbereich bezogenen Aufklärungsquote, sondern auch sieben Prozent höher als im Vorjahr. "So eine hohe Quote hatte man in den vergangenen fünf Jahren noch nie", blickte Stehle in der Sitzung zurück.

35 statt 67 Sachbeschädigungen

Die Entwicklung der gesunkenen Straftaten und der hohen Aufklärungsquote spiegelt sich auch in den meisten Bereichen der Kriminalstatistik wider. Einige Beispiele: Die Zahl der Körperverletzungen sank von 41 auf 38, die Zahl der Diebstähle von 85 auf 69. Am augenfälligsten ist die Entwicklung bei den Sachbeschädigungen: 2020 hatte es in diesem Bereich in St. Georgen 67 Fälle gegeben, 2021 waren es noch 35 – und damit 47 Prozent weniger.

Mehr Fälle in vier Bereichen

Doch nicht in allen Bereichen der Kriminalitätsstatistik war die Entwicklung erfreulich: An vier Stellen stieg die Zahl der Straftaten statt – wie in allen anderen Bereichen – zu sinken. So wuchs die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung von sieben im Jahr 2020 auf elf im Jahr 2021. Sie liegt damit deutlich über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt von acht Vorfällen in diesem Bereich. Deutliche Steigerungen sind zudem bei den Straftaten in den Bereichen Gewaltkriminalität und Computerkriminalität zu verzeichnen. Hier ging es von vier auf zehn Fälle und von drei auf sieben Fälle nach oben.

Und auch die Zahl der Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte, etwa durch Widerstand gegen Polizeimaßnahmen, stieg – für 2021 sind in der Statistik vier Fälle vermerkt. Dass diese Anzahl recht hoch ist, wird erst im Vergleich mit den Vorjahren deutlich: 2020 hatte es keinen Fall von Gewalt gegen die Polizei gegeben; in der Zeit von 2017 bis 2019 insgesamt nur drei Fälle.

Sind die Corona-Jahre repräsentativ?

Doch nicht nur die Negativ-Ausreißer in der Statistik trüben die Freude über die guten Zahlen des Jahres 2021. Da ist auch noch die Unsicherheit, wie sich der Wegfall der Corona-Beschränkungen auf die Statistik auswirken wird. "Die letzten zwei Jahre waren Corona-Jahre", warnte Revierleiter Stehle den Gemeinderat am Ende seiner Ausführungen schon einmal vor. "Man wird noch sehen, wie repräsentativ das auf lange Sicht ist." Trotzdem hoffe er natürlich dem Gremium im kommenden Jahr wieder ebenso positive Zahlen vorlegen zu können.