Nach den neuen Gewaltvorfällen am Bahnhof Horb installiert die Deutsche Bahn jetzt neue Videokameras. Ob das auch am ZOB hilft?
Erst ploppt die Gewalt an Zentralen Busbahnhof (ZOB) und Bahnhof wieder auf. Jetzt lässt die Deutsche Bahn im Bahnhof Horb Videokameras installieren. Sowohl über dem Eingang des Gleis Süd als auch dem der Ritterpost sind die Stative schon montiert.
Der Bahnhof. Seit Jahren immer wieder im Gespräch. Drogen, Gewalt, Alkohol. Doch die Deutsche Bahn will da jetzt gegensteuern.
Ein Sprecher: „Unsere Bahnhöfe sind Teil eines offenen Systems. Im Bahnhof und im Bahnhofsumfeld werden all jene Konflikte ausgetragen, die auch auf Plätzen, in Parkanlagen, in öffentlichen Einrichtungen und auf Straßen überall in Deutschland stattfinden. Klar ist: Jede Straftat ist eine zu viel. Und deshalb Ansporn für uns, die Zahl noch weiter zu senken.“
Deshalb werden seit letzter Woche fleißig Strippen im Bahnhof gezogen. Vor dem Eingang des Gleis Süd und der Ritterpost sind schon die Stative für die zukünftigen Videokameras installiert. Damit kann dann in Zukunft die Bahnhofshalle kontrolliert werden. Um die Sicherheit für alle Besucher und Fahrgäste zu erhöhen.
Doch wer hat Zugriff auf die Bilder? Ein Bahnsprecher: „Die Überwachungskameratechnik wird durch die DB für die Polizeibehörden betrieben. Nur diese haben Zugriff auf die Kameras. Die DB monitort laufend Kriminalvorfälle und Ereignisse an den Bahnhöfen. Diese werden mit dem DB eigenen Sicherheitsbereich sowie der Bundespolizei und Landespolizei laufend abgeglichen.“
Gibt es Zusammenhänge?
Hat die Installation der Kameras etwas mit den Gewaltvorfällen der letzten Monate zu tun?
Es gibt zwei Schock-Videos. Video eins zeigt, wie schwarz gekleidete Jugendliche auf dem Podest vor dem Bahnhof Horb Richtung Gleise um einen weiß gekleideten Jugendlichen herumstehen. Plötzlich schlägt einer der Schwarzgekleideten zu. So heftig, dass das Opfer gegen die Tür der Scheibe fliegt.
Der Bahnsprecher: „Die DB monitort laufend Kriminalvorfälle und Ereignisse an den Bahnhöfen. Diese werden mit dem DB eigenen Sicherheitsbereich sowie der Bundespolizei und der Landespolizei laufend abgeglichen. Für Horb konnte hier in den letzten Monaten keine Auffälligkeiten oder ein Anstieg erkannt werden. Dennoch wird regelmäßig die DB Sicherheit mit Streifen in Horb eingesetzt. Die DB sorgt mit hoher Präsenz vor Ort für guten Reisendenkomfort, insbesondere durch Servicekräfte am Bahnsteig sowie das DB eigene Reisezentrum.“
Ist eine Jugendbande aktiv?
Doch was ist mit dem ZOB? Auch hier hatte es Ende Mai üble Jugendgewalt-Szenen gegeben. Zwei schwarz gekleidete Jugendliche hatten einen 22-Jährigen mit Tritten über den Platz getreten. Die Mutter des Gewaltopfers: „Die Täter gehören zur selben Jugendbande.“ Ein Polizeisprecher: „Zu dieser Aussage kann ich Ihnen mitteilen, dass der Polizei derzeit keine derartige Clique bekannt ist.“
Der ZOB gehört der Stadt. Wird es hier auch Videoüberwachung geben?
Eine Rathaussprecherin: „Grundsätzlich kann sich die Stadt Horb am Neckar eine Videoüberwachung des ZOB vorstellen. Die Beratungen in der Vergangenheit durch die Landesregierung (Landesdatenschutzbeauftragten) hatten für Videoüberwachungen allerdings extrem hohe Hürden aufgezeigt.“
Auf die Statistik kommt es an
Eine Polizeisprecherin des Polizeipräsidiums Pforzheim: „Das stimmt. Wenn es um öffentliche Plätze geht, wird das von der Stadt geprüft. Dazu benötigt es unter anderem die Datenlage zur Kriminalität. Wenn gehäuft Straftaten auftreten, liefern wir die Daten zu. Wenn diese Statistiken nicht reicht, kann die Videoüberwachung laut Polizeigesetz nicht umgesetzt werden.“
Die Polizei begrüßt die Videoüberwachung am Bahnhof Horb. Die Sprecherin: „Natürlich helfen uns solche Videobilder auch bei unseren Ermittlungen. Oder dann, wenn die Kollegen eine Tat im Bahnhof beobachten, uns melden und wir im ersten Angriff dann die Täterfestnahme vollziehen können.“