Zug der SWEG in Bisingen: In fast allen ist eine Videoüberwachung installiert. Foto: Gern

Ein tödlicher Angriff erschüttert den Bahnverkehr. Die Landesverkehrs-GmbH SWEG über wachsenden Respektverlust, Gewalt im Zug und wie Mitarbeiter geschützt werden sollen.

„Wir verurteilen den tödlichen Angriff auf einen Bahn-Kundenbetreuer bei Homburg“, erklärt SWEG-Sprecher Christoph Meichsner gegenüber unserer Redaktion. Der Vorfall mache „tief betroffen und unsere Gedanken sind bei den Angehörigen“.

 

Die Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) mit Sitz in Lahr betreibt zahlreiche Linien im Südwesten, darunter im Zollernalbkreis rund um Albstadt, Balingen, Hechingen, außerdem in den Kreisen Rottweil, Schwarzwald-Baar, Calw und Lörrach oder im Ortenaukreis.

Auch bei der SWEG sei grundsätzlich festzustellen, „dass der Respekt gegenüber dem Kontrollpersonal sowie den eingesetzten zusätzlichen Sicherheitskräften abgenommen hat“. Gewalttätige Angriffe auf Kundenbetreuer sind Meichsner zufolge „zum Glück jedoch nur eine Ausnahme“.

Schulungen und Trainings zu Deeskalation

Und was, wenn doch Personal attackiert wird? Das duldet die SWEG in keinem Fall, leitet in diesen Fällen immer juristische Maßnahmen ein. „Außerdem erhalten die Täter in den meisten Fällen Hausverbot“, berichtet Meichsner.

Mitarbeiter werden mit Blick auf potenzielle Attacken weitergebildet, erhalten in regelmäßigen Abständen Schulungen und Trainings zu Deeskalation. „Meldungen über Angriffe erfolgen durch das Zugpersonal an die zuständige Zugleitstelle oder die jeweilige Führungskraft“, erklärt SWEG-Sprecherin Monika Eckenfels.

Videoüberwachung in Zügen statt Bodycams

Im Zuge der Attacke auf den 36-jährigen Zugbegleiter, der infolge des Angriffs verstarb, wird indes bundesweit diskutiert, ob verstärkt Bodycams zum Einsatz kommen sollten. Eckenfels zufolge sind diese derzeit bei der SWEG nicht im Einsatz. „In nahezu allen SWEG-Fahrzeugen ist jedoch eine Videoüberwachung installiert.“ Sollen Tathergänge rekonstruiert werden, greifen Ermittlungsbehörden auf Aufzeichnungen aus dem Zug zurück.