Unter dem Motto „One Billion Rising“ tanzten am Samstag weltweit Menschen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. So auch auf dem Latschariplatz in Villingen.
Zum zweiten Mal organisierte das Frauenforum VS die 2012 von der amerikanischen Künstlerin Eve Enseler erdachte Mutmachaktion, die an jedem 14. Februar in über 200 Ländern der Erde veranstaltet wird.
Nach dem Song „Women on fire – Ni una menos“ bewegten sich gut 100 Frauen und einige Männer trotz Nieselregens im Takt, angeleitet von Anita Neidhardt-März, die dafür im Vorfeld gut besuchte Tanztrainingsstunden angeboten hatte.
Doch auch wer daran nicht teilgenommen hatte, konnte am Samstag die einprägsamen Schritte spontan mittanzen, was sich auch die Vorstandsfrauen und einige Katzenrollis des Katzenmusikvereins nicht zweimal sagen ließen, deren Umzugswagen sich in direkter Nachbarschaft postiert hatte, um dem nasskalten Samstagmittag in der Innenstadt etwas Fasnetflair zu verleihen.
Solidarität signalisiert
Der Flashmob nebenan fand indes aus besorgniserregenden Gründen statt. „Gut eine Milliarde Frauen und Mädchen (one billion), so schätzt die UN, erleben Gewalt, jede dritte wird im Laufe ihres Lebens geschlagen oder vergewaltigt“, nannte Karin Nagel, Mitglied des Frauenforums VS, in einer Ansprache Zahlen.
Mehr als 130 Frauen wurden 2025 in Deutschland ermordet, alle drei Minuten erlebt eine Frau oder ein Mädchen häusliche Gewalt, täglich werden mehr als 100 Opfer einer Sexualstraftat.
Dagegen tanzten die Aktivistinnen und auch einige Aktivisten an und signalisierten dabei in überwiegend roter Bekleidung Solidarität und Einigkeit. Am 30. Juli, so hieß es am Rande der Aktion aus den Reihen des Frauenforums VS, werde man den Tanz zum „Tag des Menschenhandels“ wiederholen.