Die Freunde des Fürstengartens fahren schwere Geschütze in Richtung Sigmaringen auf: Die Privatfläche ohne Bebauung soll an die Stadt gehen.
Die Villa Silberburg selbst wollte das Haus Hohenzollern zumindest bislang partout nicht verkaufen. Aber wie wäre es mit der sehr großen Fläche drumherum? Die Freunde des Fürstengartens schlagen vor, eben diese „in öffentliche Hand zu geben“.
Auf Nachfrage unserer Redaktion ist dies konkretisiert worden: Die Überlegung, so erklärt Gert Rominger, sei dahin gegangen, dass die Stadt anbiete, den Bereich ohne die Villa Silberburg zu kaufen. Oder auch zu pachten. Als Gegenleistung könnte in diesem Fall die Stadt die Gestaltung und die Pflege übernehmen und diesen Bereich der Allgemeinheit zugänglich machen.
Verkauf oder Verpachtung im Interesse der Hohenzollern?
Ein interessanter Vorschlag, der allem Anschein nach noch kein Thema war beim unendlichen Hickhack um Kauf oder eben Nichtkauf der Villa Silberburg. Ob in Sigmaringen die Argumente der Fürstengartenfreunde allerdings tatsächlich wirken? Gert Rominger schreibt, eine Veräußerung oder Verpachtung der nicht bebauten Parkfläche müsste im Interesse der Hohenzollern liegen, da dieser Bereich nur eine Last darstelle. Auch bei einem Verkauf wäre die nicht bebaute Fläche vermutlich nicht wertsteigernd, sondern vielleicht sogar -mindernd.
Ob es etwas daraus werden könnte? Es handelt sich schließlich um ganz spezielle Privatangelegenheiten. Von der Stadt Hechingen ist auch keine Antwort darauf zu bekommen gewesen, ob inzwischen und wenn, in welcher Höhe, ein Bußgeld gegen das Haus Hohenzollern verhängt worden ist. Es geht um die Ahndung der ungenehmigten Rodung vor annähernd zwei Jahren auf dem Privatgelände der Villa Silberburg. Das gehört zum Fürstengarten und steht damit ebenfalls unter Denkmalschutz.
Bisher gibt es keine Absicht, das Gelände zu verkaufen
Fällig geworden wäre ein Bußgeld wegen Verletzung des Denkmalschutzes und ebenfalls des Naturschutzes. Letzteres wäre Sache des Landratsamtes, aber Stadt und Kreisbehörde einigten sich damals darauf, dass die Stadt Hechingen die Sache weiterverfolgt. Der Eingriff in den Fürstengarten hätte zuvor genehmigt werden müssen.
Bei den Fürstengartenfreunden steht mittlerweile jedoch nicht mehr das Thema Bußgeld im Fokus, sondern wieder der südliche Teil des Stadtparks um die Villa Silberburg selbst. Haus und Gelände gehören dem Haus Hohenzollern, das wiederum zumindest bislang keinerlei Verkaufsabsichten geäußert hat.
Appell: Den historischen Zustand wieder herstellen
Seit dem Eingriff Anfang des Jahres 2024 sei „keine dem Schutzstatus Rechnung tragende Gestaltung und Pflege des Parks erkennbar“, moniert die private Parkschützer-Runde in einem Schreiben an die Stadt Hechingen. Die Villa selbst erscheine dem Verfall preisgegeben. Ein Gestaltungs- und Pflegeplan sei laut Auskunft des städtischen Bauamts nicht vorhanden, und das Haus Hohenzollern „verweigert sich offenbar allen Bemühungen, den Vorgaben des Denkmal- und Naturschutzrechts nachzukommen“. Die Teilnehmer des Fürstengartenfreunde-Treffens bezeichnen es als nicht hinnehmbar, dass der Teil des Parks um die Villa Silberburg „ohne aktive Gestaltung, Pflege und Erhaltung sowie Verjüngung des Baumbestands“ bleibe, die Villa dem Verfall preisgegeben „und damit auch der Charakter der geschützten Gesamtanlage Fürstengarten beeinträchtigt wird“.
Die Fürstengartenfreunde haben ihren Appell an die Stadt erneuert „mit entsprechenden Verwaltungsmaßnahmen“ dafür zu sorgen, dass der historische Englische Garten auch im südlichen Bereich wiederhergestellt und ein drohender Verfall des Wohngebäudes abgewendet werde. Doch die private Runde legt noch einen Zahn zu: Wenn in Sigmaringen weiterhin keine Bereitschaft bestehe für einen Verkauf an die Stadt, könnte diese doch den bebauten Grundstücksteil abmessen und den weiteren Bereich in öffentlichen Besitz geben. Das sei dann ähnlich wie bei den anderen privaten Eigentümern von Gebäuden im Park.
Die Hecke an der Zollernstraße soll wieder her
Könnte ohne Hecke gehen
Jetzt, wo die alte Rumpelstrecke zur Chaussee geworden ist, teilen sich die Meinungen über die Wiederanpflanzung der gerodeten Hecke zwischen Fürstengarten und Zollernstraße weiter. Da ist auf der einen Seite die feste Zusage der Stadt, dass nachgepflanzt wird. Da sind andererseits immer wieder Stimmen, dass man das vielleicht auch bleiben lassen könnte. Ganz aktuell hat das SPD-Stadtrat Manfred Bensch zum Finale der Bauausschuss-Sitzung am Mittwochabend getan: Zu seinem Lob für die gelungene Straßenneugestaltung bekannte der Kommunalpolitiker, dass er die Seiten gewechselt habe: Es könnte vielleicht doch ohne Hecke gehen...
Fürstengartenfreunde beharren auf Hecke
Ganz anders die Fürstengartenfreunde. Die beharren in ihrem Schreiben an Bürgermeister und Erste Beigeordnete darauf, dass die „brusthohen Jungpflanzen“ unbedingt gesetzt werden sollen, damit wieder eine Hainbuchenhecke den Park von der Straße trennt. Alarm ausgelöst hat wohl die Beobachtung, dass auf der gegenüberliegenden Straßenseite gepflanzt worden ist, aber eben nicht auf der Seite zur Villa Eugenia hin. Die Neupflanzung werde als unverzichtbar angesehen, schreiben die Parkschützer: als deutliche Abgrenzung von Fürstengarten und Straße sowie als optischer und akustischer Schutz für die Spaziergänger und Gäste der Villa. Kinder würden abgehalten vom Betreten der Fahrbahn, und das Ausweichen größerer Fahrzeuge im Begegnungsverkehr auf die Grünfläche werde ebenfalls verhindert – und genauso, dass dort eventuell sogar geparkt wird.