Es gibt Verstärkung in der Praxis von Mihaela Schon. Chi Kit Lam ist neuer Teil des Teams und freut sich, im Gesundheitszentrum nun „näher am Menschen“ sein zu können. Und auch dem schwäbischen Dialekt fühlt sich der gebürtige Bremer nun verbunden.
„Ich habe mehr Zeit für die Patienten und kann sie über mehrere Monate hinweg betreuen“, freut sich Chi Kit Lam über seine neue Arbeitsstelle in der Praxis von Mihaela Schon.
Eigentlich kommt der 41-Jährige aus Bremen und hat an Kliniken in Aachen und Essen gearbeitet, bis es ihn – eher durch Zufall – ans SRH Krankenhaus Oberndorf verschlug.
„Der Bedarf ist groß“
Dort lernte er Schon kennen – eine Begegnung mit Folgen. Denn Lam fragte sich, ob er für immer am „Fließband Krankenhaus“ arbeiten wolle oder nicht doch eine andere Art der Behandlung möglich sei.
„Ich habe sie auf ihrer Privatnummer angerufen und gefragt, ob sie jemanden brauche.“ Da sie sich schon von vorherigen Patienten her kannten, ließ die Antwort der Dornhaner Medizinerin nicht lange auf sich warten. „Wir passen gut zusammen und der Bedarf an Ärzten ist groß“, beschreibt sie die Situation.
Mediziner gehen in den Ruhestand
Das Ergebnis: Seit Dienstag ist Lam als hausärztlich tätiger Internist mit in ihrem Team und verstärkt es. „Ich lerne immer wieder Neues von Kollegen und bin dankbar, dass die jungen Leute kommen“, erklärt Schon.
Denn das ist wirklich nötig. So würden in der ambulanten Medizin fünfmal mehr Patienten behandelt – vor allem im Bereich der chronisch Kranken – als in Krankenhäusern. Gleichzeitig gingen in den nächsten Jahren viele Hausärzte altersbedingt in den Ruhestand.
Digitalisierung in der Praxis
Um der großen Bedeutung, der Praxen vor Ort für die Gesellschaft haben, gerecht zu werden, will Schon ihr Angebot noch ausbauen. „Wir suchen medizinische Fachangestellte, gerne auch Quereinsteiger“, sagt sie.
Zugleich ist sie mit den digitalen Angeboten im medizinischen Bereich optimistisch. „Die ältere Generation ist internetbereit und kann per App beispielsweise selbst den Kreislauf messen“, nennt sie ein Beispiel. Auch die elektronische Patientenakte ist in ihren Augen etwas, was im Arbeitsalltag der Arztpraxis helfe.
Lebensmittelpunkt gefunden
Der Bremer Lam fühlt sich gut aufgenommen. Anfangs habe er mit dem Dialekt gewisse Probleme gehabt – aber jetzt wisse er, dass der „Schwäbische Fuß“ von der Leiste bis zu den Zehen gehe.
Doch habe er schließlich jemanden an der Seite, der ihm bei der einen oder anderen Redewendung helfe. „Meine Frau ist eine echte Schwäbin“, schmunzelt er.
Und freut sich, seinen Lebensmittelpunkt in Dornhan und Umgebung gefunden zu haben. „Nächsten Monat ist die Hochzeit“, verrät er ein weiteres anstehendes Ereignis.