Im Kursaal von Höfen war eine Arztpraxis untergebracht. Ab Sommer soll es dort wieder Veranstaltungen geben. Foto: Thomas Fritsch

Im Jahr 2022 schienen die Bemühungen der Gemeinde Höfen etwas zu fruchten, im Ort wieder eine Hausarztpraxis zu eröffnen. Im Jahr darauf schloss die Praxis aber schon wieder. Wie geht es in Höfen jetzt weiter?

Im Juni des vergangenen Jahres ging bei der Gemeinde Höfen die „außerordentliche Kündigung“ der Praxis Elsenbruch ein. Bereits seit Ende Mai 2023 war sie wegen Krankheit geschlossen. Dabei hatte im Jahr 2022 alles so gut angefangen. Nach zwei Jahren hatte die Gemeinde wieder eine Arztpraxis. Die Gemeinde steckte rund 70 000 Euro in den Umbau des Kursaales in eine Arztpraxis. Nach Höfens Bürgermeister Heiko Stieringers Empfinden ist die Praxis auch gut angenommen worden. Die Aussagen der Praxisbetreiber seien jedoch anders gewesen, daher rührten auch die finanziellen Schwierigkeiten.

 

Die Patienten kamen zum Großteil aus Höfen

Das will der Höfener Schultes aber nicht so recht glauben. Wie auch immer es zu den finanziellen Schwierigkeiten gekommen sei, sei Privatsache. Es ärgere ihn nur, sagte er im Juni des vergangenen Jahres im Gespräch im unserer Redaktion. „Ich lasse nicht zu, dass man sagt, die Patienten in Höfen haben uns nicht angenommen“, fügte Stieringer seinerzeit hinzu. Leid tut es dem Bürgermeister um die Patienten, die zum Großteil aus Höfen gekommen seien.

Ganz anders hatte die Situation im vergangenen Juni Praxismanagerin Sabine Elsenbruch dargestellt. Sie nannte damals Mitarbeitermangel aufgrund von Krankheit und finanzielle Gründe für das Aus der Praxis. „Wir haben viel Geld reingesteckt“, sagte sie damals. Wenn die Ausgaben doppelt so hoch seien wie das, was eingenommen werde, müsse man reagieren. Im Endeffekt seien viel zu wenig Patienten gekommen. Dabei hätten „die Höfener geschrien, sie wollen einen Arzt“. Und dann sitze der in Vollzeit angestellte Arzt nachmittags da und drehe Däumchen, weil zu wenige kämen. Ob das daran liege, dass er einen ausländischen Namen habe, darüber kann Elsenbruch nur spekulieren. Eine solche Praxis sei normalerweise mit 1800 bis 2000 Patienten gefüllt – in Höfen seien „gerade mal 300 Patienten gekommen“. In einer Gemeinde wie Höfen „hätten locker 1500 Patienten rauskommen müssen. Dann hätte es sich auch gerechnet“, sagt Sabine Elsenbruch.

Rund 10 000 Eurowerden investiert

Gleich nach dem Aus der Praxis suchte die Gemeinde Höfen das Gespräch mit Frank Wiehe, dem Ersten Landesbeamten des Landkreises Calw. Stieringer hoffte auf dessen Netzwerk und darauf, dass bis Ende Januar eine Lösung kommt. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht. Jetzt wird der Kursaal wieder zu einem Ort, wo es Veranstaltungen gibt. Die entsprechenden Arbeiten dazu sollen im März und April erledigt werden. Dafür gibt die Gemeinde nach Stieringers Worten rund 10 000 Euro aus. Der Kursaal hätte ohnehin nur vorübergehend als Arztpraxis genutzt werden sollen, bis der betreffende Mediziner neue Praxisräume gefunden hätte. Ansonsten hätte die Gemeinde die Fördergelder für den Umbau des Kursaales vor rund zehn Jahren zurückzahlen müssen. Der Kursaal hat eine Fläche von rund 100 Quadratmetern und bietet Platz für etwa 40 Personen, rechnet Stieringer vor. Im Laufe des Sommers sollen im Kursaal wieder Veranstaltungen wie Trauungen und Geburtstagsfeiern möglich sein.