Steffen J. Schwarz (leitender Arzt der Sektion Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie, von links), Jörg Bayer (Direktor der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie) sowie Ina Fichtel (Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie) freuen sich auf die Zusammenarbeit. Foto: Simone Neß

Das Schwarzwald-Baar-Klinikum erweitert sein Leistungsspektrum: Neue Spezialisierungen in den Bereichen der Kinderorthopädie sowie der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie stärken die regionale Gesundheitsversorgung.

Was bisher an den Unikliniken in Freiburg und Tübingen behandelt werden musste, trifft nun auch im Schwarzwald-Baar-Klinikum auf die entsprechende Expertise. Das Klinikum hat sein Leistungsspektrum der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie erweitert. Neu sind dort nun Angebote aus den Bereichen Kinderorthopädie sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

 

Das Klinikum wolle sich kontinuierlich weiterentwickeln, betont Klinikgeschäftsführer Matthias Geiser im Rahmen eines Pressegesprächs. Mit der Erweiterung des Leistungsspektrums soll die fachliche Versorgung in Villingen-Schwenningen und der Region gestärkt und damit die Lücke zwischen den Universitätskliniken Freiburg und Tübingen geschlossen werden.

Die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, unter der Leitung von Jörg Bayer, ist als überregionales Traumazentrum der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifiziert und leistet 24 Stunden am Tag die unfallchirurgische Maximalversorgung für die gesamte Region Schwarzwald-Baar-Heuberg. Seit über einem Jahr sei das neue Leistungsspektrum im Aufbau, das auch Weiterbildungen des Personals gefordert habe, erklärt Bayer.

Spezialist für Fehlbisse

Neu im Team ist Steffen J. Schwarz. Der leitende Arzt der neuen Sektion Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie war zuvor an der Uniklinik Freiburg tätig und bringt umfassende Erfahrung mit.

Die neue Sektion deckt zum einen die Diagnose und Versorgung von unfallbedingten Verletzungen des Kiefers, der Kiefergelenke oder der Augenhöhle ab. Darüber hinaus können in der Klinik künftig auch Fehlbisse – sogenannte Dysgnathien – behandelt werden, die je nach Ausmaß für den Patienten lebenseinschränkend sein können. Eine typische Fehlstellung sei der Unterbiss, bei dem der Unterkiefer im Verhältnis zum Oberkiefer zu weit vorne stehe, gibt Schwarz ein Beispiel.

Vieles läuft digital ab

Solche Fehlstellungen werden in der Regel beim Kieferorthopäden diagnostiziert, der den Patienten wiederum an die Klinik zuweist. Dass solche Fehlstellungen in den vergangenen Jahren zunehmen, kann Schwarz nicht direkt bestätigen. Allerdings würden diese häufiger von Patienten erkannt werden. Schließlich wirkt sich eine Kieferfehlstellung nicht nur auf die Funktionalität, sondern auch auf die Ästhetik aus. „Der Patient ist eigenverantwortlicher geworden“, resümiert Schwarz.

Steffen J. Schwarz zeigt das Modell eines Schädels nach einem Trauma – und wie dieses wieder gerichtet wurde. Foto: Simone Neß

Zum Einsatz kommen bei der Planung der Eingriffe digitale Verfahren – Gipsabdrücke werden längst nicht mehr gemacht, stattdessen soll digitale 3D-Planung sichere, funktionelle und ästhetisch ansprechende Ergebnisse gewährleisten. Hier sei man im Schwarzwald-Baar-Klinikum ganz vorne mit dabei, weiß Schwarz.

Kinderorthopädie istihr Spezialgebiet

Auch im Bereich der Kinderorthopädie hat das Klinikum seit über einem Jahr Verstärkung: Ina Fichtel ist Oberärztin in der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie und auf Kinderorthopädie spezialisiert. Das wachsende Skelett sei eine der biologischen Besonderheiten bei Kindern. Sie betont die Notwendigkeit, hier pathologische Befunde sicher zu erkennen. X- und O-Beine lassen sich beispielsweise noch vor dem Wachstumsabschluss mit einem Eingriff verhindern, betont die Expertin.

Der Hexapoden-Fixateur ist Ina Fichtels Lieblingswerkzeug. Damit kann ein Knochen wieder in die richtige Position gebracht werden. Foto: Simone Neß

Typische Behandlungsfelder seien Klumpfüße, Hüftreifestörungen oder der Knick-Senkfuß. Aber auch für die Versorgung nach Unfällen ist die Kinderorthopädie zuständig.

Mit diesen neuen Angeboten verbessert das Schwarzwald-Baar-Klinikum seine Leistungsvielfalt und stärkt die Gesundheitsversorgung in der Region.