Beim Neujahrsempfang der Stadt Bad Wildbad kündigte Landrat Helmut Riegger an, dass es für den Komplex im Zentrum eine weitere medizinische Nutzung geben kann. Er sagte, dass mit der Stuttgarter LC-Verwaltungs-GmbH ein Vertrag abgeschlossen worden sei.
Bürgermeister Marco Gauger begrüßte am Eingang zum Kursaal am Sonntag persönlich die rund 200 Gäste. Die Orchestervereinigung Calmbach unter der Leitung von Manuela Maly sorgte für die musikalische Umrahmung.
Grußwort von Saskia Esken Die Bundestagsabgeordnete und SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken ging in ihrer Ansprache auf den Ukraine-Krieg, die Energiewende, die zunehmenden wirtschaftlichen Belastungen durch die Inflation und den demografischen Wandel mit der Strukturreform im Krankenhauswesen ein. Unterstützungsbedarf sah sie im schulischen Bereich und hier insbesondere im Blick auf die Ganztagsbetreuung.
Esken unterstrich die Bedeutung einer guten Breitbandversorgung und verwies auf die Notwendigkeit, die Region gut in Berlin zu vertreten. Ihr Aufruf war, mit einem festen Zusammenhalt und viel Kraft „Playern aus Ost und West“ keinen Raum zu geben.
Ansprache von Klaus Mack Der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Mack blickte auf die Problembereiche Ukraine, Syrien und Gaza-Streifen. Er kam auf das zu befürchtende negative Wirtschaftswachstum zu sprechen. Viele Kommunen seien nicht mehr in der Lage, ihre Haushalte auszugleichen. Trotzdem dürfe man sich nicht entmutigen lassen, werde doch das internationale Wachstum positiv eingeschätzt.
Erfreulich sei das gestiegene ehrenamtliche Engagement. Werde dieses doch gerade in Bad Wildbad hochgehalten. Anpacken sei die Devise, wie es in Bad Wildbad praktiziert werde. Als Beispiele nannte er den Wohnbereich „The Hill“, die Glasfaserversorgung, das neue Aichelberger Feuerwehrhaus und die Sanierung der Realschule. „Auf diese Erfolge können wir stolz sein“, so Mack. Er bat die Bürger, am 23. Februar an der Bundestagswahl teilzunehmen.
Rede von Helmut Riegger Landrat Helmut Riegger nannte die Stadt Bad Wildbad einen touristischen und mit ihrem alljährlichen Rossini-Festival einen kulturellen Botschafter.
Vor drei Jahren habe der Landkreis Calw das Gebäude der Sana Klinik übernommen mit seinem Versprechen, sich intensiv um dessen Zukunft zu kümmern und den 90-prozentigen Leerstand baldmöglichst zu beseitigen. Dies sei jetzt im Zusammenwirken mit der Stadt Bad Wildbad gelungen. Und zwar mit der Vermittlung des Objekts an die Stuttgarter LC-Verwaltungs-GmbH als Investorengruppe. Abgeschlossen sei der Vertrag mit dem Ziel, in der Stadt ein neues Gesundheitszentrum zu etablieren und das medizinische Angebot damit zu stärken.
In seiner Aufgabenerfüllung sei der Landkreis Calw sehr stark auf die finanzielle Hilfe von Bund und Land angewiesen. Von der Hesse-Bahn versprach sich Riegger einen Aufschwung für die gesamte Region. Bad Wildbad sei mit der Breitbandversorgung ganz vorne mit dabei.
Die erneuerbare Energieversorgung befinde sich auf dem Weg nach vorne. Bald würden die in Calmbach erbauten 20 Wohncontainer mit etwa 100 Flüchtlingen im Zuge der Anschlussunterbringung belegt. Dies alles seien Gründe für einen optimistischen Blick nach vorne.
Rede von Marco Gauger „Wir leben in einer turbulenten Zeit“, stellte Gauger zu Beginn seiner Neujahrsansprache fest. Auch für die Stadt Bad Wildbad sei das Jahr 2024 von zahlreichen Neuerungen, Veränderungen und Herausforderungen geprägt gewesen. Auch 2025 stehe man vor spannenden Aufgaben.
Gleich nach der Kommunalwahl im Juni 2024 habe sich der Gemeinderat einer Vielzahl von Entscheidungen mit großer Tragweite angenommen. Auf den Punkt gebracht seien die „Kommunen die Orte der Wirklichkeit“, was heute mehr als je zuvor zutreffe. Drängende Fragen seien die Windkraft-Ausbauoffensive des Landes, das Schaffen von genügend Platz und Personal für die Ganztagesbetreuung in den Schulen, die Unterbringung von Flüchtlingen und Wohnraum für Einheimische. Deshalb war Gaugers Appell an alle Verantwortlichen auf Landes- und Bundesebene, den Kommunen mehr Unterstützung zukommen zu lassen.
Hohes Defizit
Für das laufende Jahr werde man dem Gemeinderat einen Haushaltsplanentwurf mit einem Defizit von etwa sieben Millionen Euro vorlegen müssen. „Das werden wir uns dauerhaft nicht erlauben und nicht mehr leisten können“, mahnte Gauger und fügte an: „Es ist ein schwieriger Spagat, der uns in den kommenden Wochen und Monaten begleiten wird.“
Freibad soll saniert werden
Bei den Sanierungsarbeiten und Reparaturen seien Überlegungen zu Prioritäten anzustellen. Konkret ging er auf die vom Gemeinderat beschlossene Sanierung des Calmbacher Waldfreibads ein. Dort starte man jetzt aus eigener Kraft in den ersten Bauabschnitt, der die Wasserversorgung und die Wasseraufbereitung auf den neuen Stand bringen werde. Hinsichtlich der weiteren Sanierungsabschnitte wie etwa des Beckens und der baulichen Außenanlagen hoffe man auf die Unterstützung von außen wie etwa durch den engagierten Förderverein und durch Fördermittel.
In seinen weiteren Ausführungen ging Gauger auf anstehende Projekte in der Zusammenarbeit mit dem Land Baden-Württemberg ein. Wie etwa auf die weitere Sanierung des Kurhauses und die Sanierung der Ladenzeile im Kurpark, in der eine ganzjährige Verpachtung für den Einzelhandel und Gastroangebote angestrebt werde. Dafür spendeten die Gäste Beifall.
Gauger begrüßte die vom Landrat geschilderten neuen Perspektiven für die einstige Sana Klinik. „Das wird uns als Gesundheitsstandort richtig guttun. Mit einem schlauen Konzept mit Bausteinen aus Medizin, Pflege und Therapie werden wir der Transformation vom früheren Kurort zu einem modernen Gesundheitsstandort einen richtigen Schub verpassen“, so Gauger.
Mit einem Bebauungsplan für den südlichen Kurpark prognostizierte Gauger ein Hotelprojekt im Bereich „Valsana“, den Klinik-Neubau der Heinrich-Sommer Klinik und einen neuen Wohnmobilstellplatz.