Fasten, der Verzicht, liegt im Trend. Foto: © Nelos – stock.adobe.com

In der Fastenzeit wird versucht, auf alles Mögliche zu verzichten. Warum das gut sein kann und wie man damit beginnt, erzählt Ursula Keck, Gesundheitscoach aus Freudenstadt.

Auf etwas für einen bestimmten Zeitraum zu verzichten, liegt im Trend. Über die Jahre haben sich die Fastengewohnheiten der Menschen verändert. Sich auf sich selbst zu konzentrieren, steht dabei meistens im Vordergrund.

 

Das klassische, christliche Fasten hat eine lange Tradition. Es beginnt mit dem Aschermittwoch und endet meistens am Karsamstag. Diese Fastenzeit dauert in der Regel 40 Tage. Aber auch dafür gibt es heute keine strengen Regeln mehr.

Fastenzeit bewusst angehen Die evangelische Kirche beispielsweise ruft zu ihrer Aktion „7 Wochen ohne“ auf. Dabei kann jeder selbst entscheiden, auf was er verzichten möchte. Die Menschen sollen die Zeit nutzen, um ihren Lebensstil zu überdenken. „Menschen, die diese Fastenzeit bewusst begehen, nehmen sich sicher andere Dinge vor als Menschen, die im Frühjahr einen Fastenkurs machen“, erzählt Ursula Keck aus Freudenstadt.

Fasten verlangt Selbstdisziplin Ursula Keck ist Referentin für Erwachsenenbildung, Gesundheits- und Mentalcoach und gibt regelmäßig Kurse zum Fasten an der Volkshochschule in Freudenstadt. Über das Fasten sagt sie: „Ich erlebe es als sehr wohltuend, durch das Fasten aus dem Alltäglichen herauszutreten.“ Es verlange eine gewisse Selbstdisziplin, die ersten Tage des Fastens zu bestehen. „Was aber folgt, ist eine enorme Zunahme des Wohlbefindens, das noch lange nach Fastenende anhält.“ Was die Menschen am liebsten fasten, kann Keck nicht pauschal beantworten. Aus ihrem Umfeld wisse sie jedoch, dass viele in der Fastenzeit dem Alkohol abschwören.

Keck hat sich mit Hildegard von Bingen beschäftigt Sie selbst hat im Zuge ihrer Beschäftigung mit Hildegard von Bingen zum Fasten gefunden: „Nach einer Fortbildung zur Hildegard-Referentin habe ich bei meiner damaligen Hildegard-Lehrerin Fastenkurse besucht und mich dafür begeistert.“ Diese persönlichen Erfahrungen wollte sie dann an andere weitergeben. Beim Fasten nach Hildegard von Bingen verzichte man bewusst auf belastende Nahrungsmittel für eine begrenzte Zeit.

D er Fastenkurs von Ursula Keck dauert in der Regel eine Woche. „Bei einem Fastenkurs, bei dem das Essen stark reduziert ist, werden die Teilnehmenden deutliche körperlich spürbare Auswirkungen erfahren. Sie werden nicht nur etwas leichter, sondern sie fühlen sich auch leichter.“ Für sie sei es immer wieder erfreulich, die Kursteilnehmer am Ende ihres Kurses „runderneuert und positiv gestimmt zu erleben“.

Hilfreich, zusammen zu fasten Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit zeigt, dass mehr als zwei Drittel der Menschen in Deutschland überzeugt sind, dass Fasten aus gesundheitlicher Sicht sinnvoll ist. „Fasten kann die Möglichkeit eröffnen, Veränderungen in der Lebensweise in Angriff zu nehmen“, erzählt Keck.

Vor allem wenn es um die Ess- und Trinkgewohnheiten gehe. „Aber ganz grundsätzlich aktiviert Fasten die Selbstheilungskräfte und wirkt krankheitsvorbeugend“, ist sich Keck sicher.

Wer fasten kann und wer nicht fasten sollte Prinzipiell könne jeder Mensch fasten, jedoch sollte bei gesundheitlichen Einschränkungen zuvor mit dem Arzt gesprochen werden. „Kinder und Schwangere sind vom Fasten ausgeschlossen“, so Keck. Wenn jemand mit dem Fasten beginnen möchte, rät Keck, dies in einem Fastenkurs mit anderen zusammen zu tun. „Der Austausch, das Teilen von Befinden und Erfahrungen, bestärkt und trägt durch die Fastenzeit.“

Weitere Informationen gibt es unter https://www.ursula-keck-freudenstadt.de/.