Den Brustschmerz, der durch eine kurzzeitig verringerte Durchblutung des Herzens verursacht wird, bezeichnet man als Angina Pectoris. (Symbolbild) Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Wie krank ist der Kreis Rottweil? Das analysieren wir mittels Daten der AOK. Unsere Grafik zeigt: Mehr als 4400 Landkreisbewohner leiden unter der koronaren Herzkrankheit.

Deutschlandweit sind etwa zehn Prozent der 40- bis 80-Jährigen von einer Koronaren Herzkrankheit betroffen. Ausgelöst wird diese durch eine Verengung der Herzkranzgefäße. Im Kreis Rottweil sind mindestens 4400 Menschen von dieser chronischen Herzkrankheit betroffen. Wir werfen einen genaueren Blick auf die Städte und Gemeinden.

 

Wichtig: Alle Daten beziehen sich ausschließlich auf AOK-Versicherte und zeigen, wie viele Versicherte im Erfassungsjahr 2023 wegen dieser Erkrankung neu oder immer noch in Behandlung waren. Die tatsächliche Zahl kann also deutlich höher sein.

Ablagerungen führen zu Durchblutungsstörungen

Verengungen der Herzkranzgefäße entstehen nach Informationen der AOK vor allem durch Fett- und Kalkablagerungen an den Gefäßinnenwänden. In diesem Fall spricht man von Arteriosklerose. Durchblutungsstörungen des Herzmuskels können in der Folge zu Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche und bei einem Gefäßverschluss zu einem Herzinfarkt führen.

Beim Blick auf die Zahlen zeigt sich: Im Mittel leiden rund 5,3 Prozent aller AOK-Versicherten im Landkreis Rottweil unter einer Koronaren Herzerkrankung.

Am höchsten (rund sieben Prozent) ist der Anteil in der Gemeinde Hardt, gefolgt von der Stadt Dornhan und Aichhalden (jeweils gerundet 6,7 Prozent). Den geringsten Prozentsatz weisen Villingendorf (3,6 Prozent), Wellendingen (4,2 Prozent) und Vöhringen (4,5 Prozent) auf.

Statistisch relevant wird die Koronare Herzkrankheit laut AOK-Zahlen erst bei den Senioren (65 bis 79 Jahre), wenn es auch im Bereich der älteren Erwachsenen (von 40 bis 64 Jahre) 2023 bereits insgesamt 746 Menschen im Kreis Rottweil gab, die daran erkrankt sind, davon rund 80 Prozent Männer.

Risikofaktoren für die Erkrankung

Risikofaktoren für die Koronare Herzkrankheit sind laut AOK Bewegungsmangel, unausgewogene Ernährung, verbunden mit Übergewicht, und insbesondere Rauchen. Auch Diabetiker haben ein vielfach erhöhtes Risiko.

Eine kurzfristige Minderversorgung des Herzmuskels äußere sich etwa durch starke Brustschmerzen, ein Beklemmungsgefühl im Brustbereich, manchmal Übelkeit und Bauchschmerzen und Atemnot bis hin zu Todesangst.

Senioren und Hochbetagte ab 80 Jahren

Bei den bei der AOK versicherten Senioren im Landkreis liegt die Gesamtzahl der Erkrankten bei 1509, davon sind rund 68 Prozent Männer. Insgesamt leiden durchschnittlich 23,4 Prozent (Männer) beziehungsweise 11,9 Prozent (Frauen) der AOK-Versicherten zwischen 65 und 79 Jahren im Kreis Rottweil an einer Koronaren Herzkrankheit.

Bei den Hochbetagten ab 80 Jahren zählen 38,1 Prozent der bei der AOK versicherten Männer zu den Erkrankten und 20,1 Prozent der Frauen. Insgesamt handelt es sich um 1425 Personen.

Therapie

Zur Therapie der Koronaren Herzkrankheit zählen Medikamente zur Symptomlinderung, Herzkatheter-Eingriffe mit Stents (Röhrchen, die das Gefäß offen halten) oder ein Bypass, bei dem ein Gefäß an anderer Stelle im Körper entnommen und verwendet wird, um das verschlossene Herzkranzgefäß zu umgehen.