Der Gesundheitscampus Calw soll bis Ende 2023 im Stammheimer Feld entstehen. Foto: Fritsch

Das Parkhaus für den Calwer Gesundheitscampus kann kommen: In seiner jüngsten Sitzung erteilte der Kreistag einstimmig die Baufreigabe für das Gebäude, das Platz für 356 Autos bieten soll; weitere Stellplätze sind auf dem Gelände vorgesehen. Kostenpunkt: knapp 7,2 Millionen Euro. Zudem ist ein rund zwölf Meter hoher "Bikesafe" geplant.

Kreis Calw - Stück für Stück nimmt der Krankenhaus-Neubau in Calw immer konkretere Form an. Im Oktober vergangenen Jahres war der Spatenstich im Stammheimer Feld erfolgt, bei dem Landrat Helmut Riegger (CDU) betont hatte, dass dort nicht weniger als die Gesundheitsversorgung von morgen geschaffen werde. Sollte alles glatt gehen, so hatte der Landrat seinerzeit erklärt, dürfte das Projekt Ende des Jahres 2023 fertig werden.

Bereits im April 2020 hatte der Calwer Kreistag der inneren Erschließung des Gesundheitscampus zugestimmt; zudem war es durch Corona zu Anpassungen gekommen. Neben einer Fieberambulanz wurde für den Bau auch eine Pandemiestation eingeplant.

Fertigstellung bis Ende 2023 geplant

Jüngst war der Kreistag erneut gefordert – diesmal, um die Entwurfsplanung und die Kostenberechnung für ein Parkhaus auf dem Gelände zu billigen. Das Gremium sprach sich einstimmig dafür aus und erteilte auch die Baufreigabe.

Der Baubeginn, so berichtete Janina Dinkelaker, Pressesprecherin des Landratsamtes, auf Nachfrage unserer Zeitung, könne erfolgen, sobald der Krankenhaus-Rohbau stehe. Die Fertigstellung ist bis Ende 2023 geplant.

Das Parkhaus soll Platz für 356 Autos bieten. Vorgesehen sind vier Parkdecks in zwei miteinander verbundenen Bauten – einer etwa 80, der andere rund 40 Meter lang.

Hinzu kommt ein angeschlossener "Bikesafe", ein turmartiger, etwa zwölf Meter hoher Bau, in dem auf acht Ebenen bis zu 122 Fahrräder Platz finden. Die Fahrräder werden dabei in einem Übergabebereich auf einer Schiene platziert und gewissermaßen per Knopfdruck in ein abgeschlossenes Regalsystem befördert. Die Kosten für den Bau dieses "Bikesafes" belaufen sich auf rund 430 000 Euro und werden von der Sparkasse Pforzheim Calw übernommen, bestätigte Dinkelaker – ebenso wie die Wartung desselben in den kommenden zehn Jahren.

439 Autos, 122 Fahrräder

Zusätzlich sind im Außenbereich weitere 83 Auto-Stellplätze vorgesehen. Insgesamt sollen auf dem Gelände des auf dem Gesundheitscampus somit Abstellmöglichkeiten für 439 Fahrzeuge und 122 Fahrräder geschaffen werden – mehr als vom Büro Gauss Ingenieurtechnik empfohlen. Dieses hatte in einem Gutachten 415 Auto- sowie rund 100 Fahrradstellplätze vorgeschlagen. "Aufgrund der ambulanten Versorgung wird mit einem erhöhten Besucheraufkommen und somit einem erhöhten Parkplatzbedarf gerechnet", erklärt die Sprecherin des Landratsamtes auf Nachfrage. Daher habe die Verwaltung nachjustiert.

Insgesamt darf das Parkhaus knapp 7,2 Millionen Euro netto (knapp 8,5 Millionen Euro brutto) kosten. Kostensteigerungen sollte es dabei aber besser nicht geben: Weder der Verwaltungs- und Wirtschaftsausschuss noch der Kreistag folgten der Empfehlung der Kreisverwaltung, eine Risikoreserve in Höhe von zehn Prozent vorzuhalten. Die Verwaltung hatte dies aufgrund von Marktschwankungen im Stahlbereich vorgeschlagen.

Das Parkhaus wird zudem wohl ein Zuschussbetrieb bleiben. Während mit jährlichen Kosten von rund 385.000 Euro gerechnet wird, sind lediglich Parkerlöse in Höhe von etwa 240.000 Euro in Aussicht – ein jährliches Minus von rund 145.000 Euro. Es werden rund 62,3 Prozent der Kosten gedeckt. Sollte die erste halbe Stunde Parken zudem kostenlos sein – darüber wird in einer der nächsten Sitzungen des projektbegleitenden Ausschusses noch beraten – gehen zusätzlich Einnahmen in Höhe von etwa 23.000 Euro verloren. Das jährliche Minus wächst entsprechend.

Photovoltaikanlage auf dem Dach

Derzeit sind Parkgebühren von 50 Cent je halbe Stunde sowie 9,50 Euro für ein Tagesticket im Gespräch. Mitarbeiter zahlen einen Euro pro Tag oder 20 Euro im Monat.

Ein regeneratives Energiekonzept zur Eigenstromversorgung des Krankenhauses wurde ebenfalls im Parkhaus-Projekt mit eingeplant. Das soll eine Photovoltaikanlage auf dem Dach und teilweise an der Süd-Fassade gewährleisten.

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