Falls der Zulassungsausschuss dem Antrag zustimmt, kann das Medizinische Versorgungszentrum zum 1. März die Arbeit aufnehmen. Mit den bisherigen Kinderärzten sei die Praxis gut besetzt. Trotzdem werden bereits neue Ärzte als Nachfolger gesucht.
Auf der Zielgeraden befindet sich die Gründung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) unter der Regie der Stadt. Der Gemeinderat beschloss nun die Satzung und den Wirtschaftsplan für den „Eigenbetrieb Medizinisches Versorgungszentrum Furtwangen“.
Falls der Zulassungsausschuss dem Antrag zustimmt, kann das MVZ zum 1. März die Arbeit aufnehmen.
Bürgermeister Josef Herdner berichtete in der Sitzung des Gemeinderats, dass man nun auf eine Rückmeldung vom Zulassungsausschuss der kassenärztlichen Vereinigung warte. Es wurden inzwischen die angeforderten weiteren Unterlagen eingereicht. Der Zulassungsausschuss will den Antrag der Stadt Furtwangen am 19. Februar beraten.
Herdner ist zuversichtlich, dass nach einem positiven Bescheid die Kinderarztpraxis im MVZ jetzt unter der Regie der Stadt Furtwangen wieder ihre Arbeit zum 1. März aufnehmen kann. Die bisherigen Kinder- und Jugendmediziner Martin Gellert, Hans-Peter Brändle sowie Waltraud Litz-Walter stehen vorläufig in den ehemaligen Praxisräumen in der Bregstraße zur Verfügung.
Verwaltung schlank halten
Rainer Jung (FW) begrüßte die Entwicklung. Er forderte gleichzeitig, dass bei der Entwicklung eines Konzeptes für das MVZ der Gemeinderat frühzeitig einbezogen wird. Er kritisierte, dass einmal mehr der private Markt versagt hat und die Stadt nun eingreifen muss, obwohl die medizinische Versorgung originär nicht Sache der Stadt sei.
Auf jeden Fall sei zu fordern, dass das MVZ, das nun als Eigenbetrieb der Stadt Furtwangen betrieben wird, sich vollständig selbst trägt. Daher sei unter anderem die Verwaltung möglichst schlank zu halten. Es sei zu hoffen, dass die Patienten wieder zurückkommen. Mit einem entsprechenden Konzept könnte man erreichen, dass die ärztliche Versorgung für Furtwangen langfristig gesichert werde.
Praxis sei gut besetzt
Hauptamtsleiter Florian Merz erläuterte, dass die Praxis voraussichtlich an vier Tagen in der Woche öffne. Auf Nachfrage erläuterte er, dass das MVZ nun von der Stadt betrieben wird, die Kinderärzte seien somit in der städtischen Praxis angestellt.
In der Diskussion wurde deutlich, dass man über die Abrechnung mit den Krankenkassen erst nach dem ersten Halbjahr, wenn die ersten Gelder eingegangen sind, näheres sagen kann. Der Eigenbetrieb bekam daher für die Kosten der ersten Monate bereits eine Kreditermächtigung.
Nachfolger gesucht
Die Kinderärzte sind auf jeden Fall vorläufig im MVZ tätig, es werden aber konkret neue Ärzte als Nachfolger gesucht. Mit einem entsprechenden Konzept kann man dann auch weiter planen: Will man beispielsweise neue Fachärzte in irgendeiner Form einbinden? Wo ist das MVZ langfristig beheimatet? All dies kann aber nur Schritt für Schritt angegangen und darf nicht überstürzt werden. Man müsse auch Werbung für das MVZ machen, unter anderem sei auch das Stadtmarketing bereits einbezogen.
Optimistische Kalkulation
Guido Seng (IFF) merkte kritisch an, dass in der Bilanz im Wirtschaftsplan ein deutlich geringerer Überschuss angesetzt sei, als ursprünglich angekündigt.
Herdner erläuterte, dass die Kalkulation der Stadt sicherlich realistischer sei als die ursprüngliche Kalkulation der Kinderärzte. Aber auch diese Kalkulation sei immer noch optimistisch: „Wenn wir so rauskommen, sind wir top.“