Die geplanten Schließung von Notfallpraxen führt zu Widerstand der Oberbürgermeister und Bürgermeister in der Region. An der Initiative beteiligt sich auch die Stadt Dornhan.
Wenn die Notfallpraxis in Oberndorf schließt, fällt eine Säule der ärztlichen Versorgung auch für die Stadt Dornhan weg. Doch die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg hat genau das für Frühjahr 2025 geplant. Für die Bürger aus der Gesamtstadt heißt es dann: Freudenstadt, Rottweil oder Balingen. Denn auch für die für manche Einwohner aus der Region gerne gewählte Alternative Wolfach heißt es: Schließung.
Wie berichtet, haben Oberbürgermeister und Bürgermeister der Städte und Kommunen in der Region einen Brief an die Kassenärztliche Vereinigung (KVBW) in Stuttgart und an das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg geschrieben. An der Initiative beteiligt sich auch die Stadt Dornhan.
Kritik an langen Wegen
Zwischen den weiterhin bestehenden Standorten Calw, Tübingen, Balingen und Freudenstadt entstehe ein großer „weißer Fleck mit langen Wegen“. Kritisiert wird, dass die Kassenärztliche Vereinigung bislang keine Gründe für die Schließung der Standorte veröffentlicht habe.
Unverzügliche Gespräche gefordert
„Wir erwarten deshalb von der KVBW, dass die Fakten und Daten wie Nachfrage, Entfernungsbereiche, Einzugsbereiche offengelegt werden und über die beste Lösung diskutiert wird“, heißt es in dem Schreiben, das Bürgermeister Volker Schuler von Ebhausen im Auftrag verfasst hat.
Bedauert wird darin auch, dass die KVBW nicht vorher schon das Gespräch mit den lokalen Trägern, Kliniken und Kommunen geführt hat. Jetzt fordern die Bürgermeister die Gespräche unverzüglich ein.
„Massive Verschlechterung“
Die Schließungen der Notfallpraxen betrachten sie als eine „massive Verschlechterung und Benachteiligung des ländlichen Raums, der sowieso schon unter Ärztemangel leidet.“ Unverständlich sei auch, dass sich die Landesregierung hier passiv verhalte.
Auch auf Kommunal- und Kreisebene sind Protestschreiben und Resolutionen verabschiedet, unterschrieben und auf den Weg gebracht worden. Zuletzt hat der Kreistag, auch mit der Stimme von Bürgermeister Markus Huber, einer Resolution zugestimmt, die die KVBW auffordert, die Notfall-Praxen in Oberndorf und Wolfach zu erhalten. Das Sozialministerium solle zudem seiner Aufsichtspflicht nachkommen „mit dem Ziel, die versorgung durch den Ärztlichen Bereitschaftsdienst mit Notfall-Praxen im Versorgungsgebiet weiterhin sicherzustellen.“
Auch Sulz und Horb machen mit
Bei der jüngsten Sitzung des Dornhaner Gemeinderats hat Felix Lehmann Thema Schließung angesprochen. Er befürchtet, dass es bei den Schließungsplänen zu Überlastungen in den Kliniken kommt. Dagegen sollte es ein „klares Signal“ geben.