Hatschi! Besonders kleine Kinder sind oft erkältet. Foto: Andy Shell - stock.adobe.com

Im Herbst gehören Husten, Schnupfen, Fieber zum Alltag. Dennis Wolthoff leitet die Lauwasen-Kita und weiß, wie Familien gut durch die Erkältungszeit kommen.

„Das Immunsystem muss benutzt werden“, sagt Dennis Wolthoff. „Sonst geht es beim kleinsten Infekt in die Knie.“ Das hat der Erzieher nach zehn Jahren im Beruf beobachtet.

 

„Wir dürfen auch mal krank werden, sonst ist unser Immunsystem arbeitslos.“ Wolthoff sitzt im Büro der Lauwasenschule, an welcher die Kita angegliedert ist, im Gang toben die Kinder. Es geht nach draußen – nicht nur zum zum Spielen, sondern auch für die Gesundheit der kleinen Racker.

Gerade Berufsanfänger sind oft krank

48 Kinder betreuen Wolthoff und sein Team in der Lauwasen-Kita. Klar, dass da ständig Schnupfen und Husten durchrauschen. Die Viren machen dann auch vor den Erwachsenen nicht Halt. Gerade Praktikanten seien oft krank, berichtet Wolthoff. „Sie nehmen viel mit“, sagt der Erzieher und meint damit nicht nur die Erfahrung im Umgang mit Kindern, sondern eben auch Bakterien und Keime.

Die Bazillen seien aber wichtig, um das Immunsystem zu trainieren. Wolthoff lacht und sagt: „Erzieher ist wohl einer der immunstärksten Berufe.“

Wenn das Norovirus im Haus ist

Wenn das Norovirus im Haus ist, zum Beispiel, muss das Kind abgeholt werden. In der Einrichtung ist man da konsequent. „Wir wissen, dass die Eltern arbeiten müssen und das die Kinder-Krankentage schnell aufgebraucht sind“, räumt Wolthoff ein. „Aber wir müssen eben auch die Infektionsketten unterbrechen.“

Da gibt es klare Regeln: hat ein Kind Fieber oder muss sich erbrechen, muss es zu Hause bleiben. Erst wenn der Steppke 48 Stunden lang symptomfrei ist, darf er wieder in die Kita gebracht werden.

Die Ringelröteln grassierten

Hat ein Kind einen grippalen Infekt überstanden, hustet aber noch, wägen Wolthoff und das Team ab. Ist das Kind noch infektiös? Kann es andere Kinder noch anstecken? Wenn nicht, dann zeigen sich die Betreuer kulant – eben weil sie wissen, dass die Eltern zur Arbeit gehen müssen.

Vor zwei Jahren, erinnert sich Wolthoff, hätten die Ringelröteln grassiert. „Die hat jeder mal gehabt.“ Zum Glück sei der Verlauf bei allen mild gewesen und keine Schwangeren oder Kinder unter einem Jahr, also Menschen aus der Risikogruppe, in der Einrichtung gewesen.

Die Eltern wurden damals, wie üblich, in der Whatsapp-Gruppe informiert – plus Infoblatt vom Gesundheitsamt. Mit diesem arbeitet die Kita eng zusammen.

Masernimpfung muss sein

Verpflichtend für den Besuch eines Kindergartens ist gesetzlich geregelt die Schutzimpfung gegen Masern. Hier arbeiten die Erzieher nach dem Vier-Augen-Prinzip: „Wir schauen uns zu zweit den Impfausweis an.“ Dass ein Kind ohne Impfschutz gegen Masern vorgestellt wurde, sei Wolthoff noch nie untergekommen. Im Gegenteil: „Die meisten Kinder sind komplett durchgeimpft.“

Klar gebe es auch im Hause Wolthoff Krankheiten. Die jüngste Tochter ist acht Jahre alt und bringt so manchen unliebsamen „Gast“ nach Hause. „Daheim kann man nicht immer Abstand halten und kleine Kinder kann man nicht isolieren“, weiß der Erzieher.

Dem Immunsystem vertrauen

„Aber wir müssen unserem Immunsystem vertrauen, dass wir das schaffen“, sagt Wolthoff pragmatisch. Und auch er kennt das Phänomen, dass nie alle Familienmitglieder gleichzeitig flach liegen.

Was er aus der Coronazeit mitgenommen hat? Die Frage, wie sinnvoll Masken für kleinste Kinder waren. Und seinen Allzeit-Tipp: Raus an die frische Luft gehen. Unter freiem Himmel tummeln sich nämlich weniger Bazillen, als in der guten Stube.