Der Termin für die Schließung der Notfallpraxis in Oberndorf steht fest. Foto: Schnekenburger

In einem internen Schreiben legt die Kassenärztliche Vereinigung dar, wann die Notfallpraxen in Oberndorf und Wolfach geschlossen werden – und wie der Auffangplan für die Patienten aussieht. Wir haben die Infos.

Die Pläne hatten im Oktober für einen Sturm der Entrüstung und einige Gegenwehr auch auf kommunalpolitischer Ebene gesorgt. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) wird 18 Standorte von Notfallpraxen schließen.

 

In einem Umsetzungskonzept, das nun auch Vertretern der Kommunen bei einem Termin in Stuttgart präsentiert werden soll, beschreibt die KVBW konkret, wie es für die Standorte des Ärztlichen Bereitschaftsdiensts und damit auch für die Patienten weitergehen wird. Auch die Schließungstermine werden fixiert. Damit, so die KVBW in einem Schreiben an Ärztevertreter, werde ein „weiterer Meilenstein“ genommen.

Die Schließungstermine

Die Schließungen der Standorte werden sich bis November 2025 hinziehen. Die Notfallpraxis Oberndorf allerdings wird laut Konzept schon zum 30. Juni geschlossen, der Standort Wolfach dann zum 31. Oktober.

Die Schließtermine orientieren sich laut KVBW an einem „strukturierten Ablaufplan, der zahlreiche regionale und organisatorische Aspekte berücksichtigt“.

Mit der Schließung einer Bereitschaftspraxis sei gleichzeitig die Erweiterung anderer Praxen vorgesehen, wird betont. Die Erweiterungen seien jeweils entsprechend des Bedarfs berechnet. „Die Kapazitäten können durch erweiterte Öffnungszeiten, mehr Arztschichten oder auch durch beide Maßnahmen erfolgen“, heißt es.

Die Auffangpraxen

Konkret nennt die KVBW dann die „Auffangpraxen“ mit jeweils erweiterten Öffnungszeiten – wobei diese in einem ersten Step gekürzt worden waren. Für die geschlossene Notfallpraxis am SRH-Krankenhaus in Oberndorf gilt der Standort Rottweil – in der Helios-Klinik angesiedelt – nun als Auffangpraxis. Mit neuen Öffnungszeiten samstags, sonntags und an Feiertagen von 9 bis 19 Uhr weist die KVBW dort ein Plus von 13 Arztstunden aus.

Für den wegfallenden Standort Wolfach wird die Notfallpraxis in Lahr mit neuen Öffnungszeiten von jeweils 9 bis 19 Uhr und einem Plus von 16 Arztstunden ausgestattet.

Damit werden an den Auffangstandorten zwar die Kapazitäten erhöht – von wohnortnaher Versorgung kann für viele Patienten damit dennoch keine Rede mehr sein. Die Einzugsgebiete sind enorm groß.

Ausbau beim Service über 116 117

Die KVBW betont außerdem, dass das „sehr gut funktionierende telemedizinische Angebot, das über die 116117 erreichbar ist“, ausgebaut und durch mehr digitale Anwendungen verbessert werden soll. Man können daher künftig ein „bedarfsorientiertes Angebot zur Verfügung stellen, das die Anforderungen, die an eine Akutversorgung außerhalb der Sprechstundenzeiten gestellt werden, vollumfänglich abdeckt“.

In wie weit sich diese Ankündigung mit der Wahrnehmung vor Ort zeigt, werden die weiteren Reaktionen aus den Kommunen zeigen. Der Kreistag Rottweil hat sich jüngst in einer Resolution gegen die Pläne gestemmt, auch der Städtetag hatte gefordert, die Schließungen auszusetzen.