Auf viel Interesse stieß „Gesund und Vital“, das Forum des Gesundheitsnetzwerkes Schwarzwald-Baar in der Stadthalle St. Georgen.
Experten gaben bei diesem Forum viele Tipps zum Thema „Gesünder ernähren – besser schlafen“.
Seit 2016 sei es Ziel des Netzwerks, Gesundheitsangebote sichtbarer zu machen, damit die gute Struktur im Kreis zu erhalten und auszubauen, so Landrat Sven Hinterseh.
Laut Manfred Kühne, Vorsitzender-Stellvertreter des Netzwerkes, hat das Gesundheitswesen im Landkreis mehr als 10 000 Beschäftigte. Der Vorsitzende Fritz Link sprach ob des großen Zuspruchs von einer schönen Bestätigung der Bemühungen. Gesundheit sei mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit, beinhalte auch Lebensfreude oder Belastbarkeit, so Bürgermeister-Stellvertreterin Beate Rogers.
Mit Sprüchen wie „Wenn du Gemüse isst, gibt es Süßes“ lerne ein Kind, dass man Gesundes nicht freiwillig esse, so Ernährungswissenschaftler Fredéric Letzner im Eröffnungsvortrag. Wissen sei nicht das Problem, und Diäten funktionierten nicht, weil Verknappung Dinge psychologisch wertvoller mache, in diesem Fall Schokolade, die man sich verkneife. Verbote seien oft nicht sinnvoll, da viele Verhaltensweisen dazu dienten, Spannungen abzubauen, Menschen umso leichter in alte Verhaltensweisen zurückfielen, je schlechter es ihnen gehe.
Beim Essverhalten spielt vieles eine Rolle
Letzner warnte auch, dass viele Sportler nicht anders können, als Sport zu betreiben und, dass Ernährungs- und Sportfachkräfte die Hauptrisikogruppe für Essstörungen seien. Auch gebe es kein „Essen aus Langeweile“ sondern nur Menschen, die Ruhe nicht aushielten.
Entgegen Empfehlungen nähmen mehr als die Hälfte der Menschen abends die Hauptmahlzeit zu sich. Es sei zu überlegen, was einem im Feierabend außer Schokolade gut tue. Gruppendynamik und Rollenbilder spielten auch eine Rolle. „Empfehlungen, die nicht zur Identität des Menschen passen, sind nichts wert.“
Letzner riet zu Selbstfürsorge, Pause machen, und Genießen ohne Ablenkungen am Beispiel der Tüte Chips beim Fernsehen. Deutsche seien in Europa das am wenigsten genussfähige Volk. Ein weiterer Grund für zu viel essen sei der Gedanke, man dürfe nichts verschwenden. Er riet zum Beobachten eigener Bedürfnisse, zur Übung einfach mal etwas auf dem Teller liegen zu lassen oder Messer und Gabel erst wieder anzufassen, wenn der Mund leer sei.
In weiteren Beiträgen gab es unterschiedlichste Tipps zu gesünderem Verhalten, beispielsweise, spätestens ab 15 Uhr kein Koffein mehr zu sich zu nehmen und mindestens zwei bis drei Stunden vor dem Schlafen nichts Großes mehr zu essen, bei Hunger sich eine Handvoll Nüsse zu genehmigen.
Weiters ging es um den Einfluss des Darms auf den Schlaf, Kneippen für einen besseren Start in den Tag oder Therapien gegen obstruktive Schlafapnoe. Die Vorträge waren größtenteils so gut besucht, dass die jeweiligen Räume kaum ausreichten, um alle Besucher aufzunehmen.
Im Vorraum der Stadthalle präsentierten Krankenkassen, Bildungseinrichtungen, Gymnastikstudios Infos und Mitmachangebote wie Körperanalysen, Hausnotrufgeräte oder Rollatoren.