Am 7. April öffnet der Heilstollen Neubulachs wieder seine Tore. Neue Studien haben gezeigt, dass ein Aufenthalt im Heilstollen Beschwerden bei Atemwegserkrankungen verbessern kann.
Der Kaltluftstollen der Kurstadt Neubulach hat vom 7. April bis Anfang Oktober wieder geöffnet. Sobald es draußen wärmer wird, zirkuliert die Luft im Stollen und man kann bei sechs bis acht Grad Celsius die pollen- und allergenfreie Atmosphäre auf sich wirken lassen, schreibt die Stadt Neubulach auf ihrer Website.
Studien belegen positive Wirkung des Heilstollens
Die positiven Effekte der Heilstollen werden in neuen Studien deutlich. Diese untersuchen die Auswirkungen von Kaltluftstollen – unter anderem in Neubulach - auf Menschen mit Atemwegserkrankungen.
Eine der Studien untersucht chronische Atemwegserkrankungen und legt den Fokus auf Asthma, Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung (kurz COPD) und Long Covid. Die bisher noch unveröffentlichten Ergebnisse dieser Studie stellte Joachim Schwarz, Präsident des deutschen Heilstollenverbands zusammen mit dem Kurarzt Alois Jerges vor. An dieser Studie arbeitet die Justus-Liebig-Universität Gießen seit Oktober 2023.
Teilnehmen konnten Patienten, die unter einer der eben genannten Erkrankungen leiden. Die 208 Probanden waren im Durchschnitt 61 Jahre alt. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt zusätzlich zu ihrer Therapie eine Heilstollentherapie. Die andere Gruppe fungierte als Kontrollgruppe.
Während der Studie wurden zu drei Zeitpunkten Tests realisiert: Vor Beginn der Heilstollentherapie, nach drei Wochen Therapie und nochmals nach drei Monaten, um Langzeiteffekte zu untersuchen.
Bei den Tests handele es sich um Befragungsbögen, welche das Wohlbefinden der Probanden untersuchen. Darüber hinaus seien medizinische Tests durchgeführt worden, die unter anderem messen, wie viel Luft eine Person in einem Zug einatmen kann.
Positive Effekte bei Asthmatikern
Die Studie kommt laut Schwarz zu dem Ergebnis, dass sich die Lungenfunktion der Asthmatiker deutlich verbessert hätte. Bei der Kontrollgruppe sei im Gegenzug nur eine leichte Verbesserung zu beobachten gewesen. Auch in der Wahrnehmung der Probanden habe sich deren Lebensqualität verbessert. Drei Monate nach der Behandlung bliebe eine Verbesserung gegenüber vor der Therapie bestehen.
Bei den Long-Covid-Probanden habe die Behandlung ebenfalls zu Verbesserungen geführt, so Schwarz. Sie sollen unter anderem von geringeren Atembeschwerden berichtet haben. Das zeige sich auch in den Untersuchungen des Zwerchfells.
Lediglich bei den COPD-Probanden seien keine körperlichen Verbesserungen gemessen worden. Das war bei dieser ohnehin nur mit geringem Erfolg behandelbarer Krankheit abzusehen, meint Schwarz. Jedoch sollen die Probanden mit Heilstollentherapie von einer subjektiv wahrgenommenen Verbesserung berichtet haben.
Laut Schwarz ist eine weitere Studie in Planung. Diese soll die Auswirkungen von Heilstollentherapie auf Stress- und Schlafprobleme untersuchen.
Behandlung ohne Nebenwirkungen
Nebenwirkungen seien bei der Therapie bisher nicht festgestellt worden, berichtet Schwarz. Lediglich Schwangere, Personen mit schweren Herzproblemen oder Platzangst sollten diese Therapie mit Vorsicht genießen. Schwarz ist jedoch überzeugt, dass diese risikofreie Behandlungsform eine höchst empfehlenswerte Therapie für Atemwegserkrankungen und vielleicht auch für Stress- und Schlafprobleme darstellt, wie derzeit die dritte Studie untersucht.