Im Westen des Riedsees (auf dem Foto links) wird demnächst aufgeschüttet. Foto: Daniel Vedder

In Pfohren hat das Naturschutzgroßprojekt Flachwasserzonen geplant. Das soll neue Lebensräume für Tiere schaffen – und ein Naturerlebnis für Menschen.

Am Riedsee in Pfohren stehen in den kommenden Jahren einige Änderungen an. Das Naturschutzgroßprojekt Baar (NGP) wird im westlichen Teil des Sees Flachwasserzonen einrichten. Entsprechenden Plänen hat der Donaueschinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt.

 

Mit den aufgeschütteten Zonen will das NGP Lebensräume für Wasservögel schaffen und aufwerten, sagt Projektleiter Thomas Kring. Durch die Maßnahmen entstehen Bruthabitate, Rast- sowie Überwinterungsgebiete auf der Baar. „Es geht aber auch um eine Verbesserung der Wasserqualität“, erklärt Kring die Ziele vor dem Gemeinderat. Flachwasserzonen können laut des Experten auch bei der Blaualgen-Problematik im Riedsee helfen.

Laut Plan sollen im Bereich des Damms zum Hüfinger Riedsee, in dem bereits solche Flachwasserzonen errichtet wurden, ab kommenden Winter die Erde abgetragen und anschließend im westlichen Teil des Sees aufgeschüttet werden. Dazu werden laut Kring etwa 30.000 Kubikmeter benötigt.

Im Sommer/Herbst 2027 ist dann die Modellierung der Flachwasserzonen angedacht. Doch damit enden die Veränderungen am und im Riedsee nicht, sagt Thomas Kring. In der Folge will das Naturschutzgroßprojekt noch eine Beweidung der Zonen vornehmen und dabei weitere neue Bewohner in Pfohren unterbringen: nämlich Wasserbüffel.

Eine Erlebniszone

Sie sollen dazu beitragen, das Gebiet künftig zu einer Naturerlebniszone zu machen. Die Büffel haben im Sinne des Naturschutzes darüber hinaus einen weiteren Zweck, sagt Kring: „Wasserbüffel gehen in das Wasser und gestalten die Landschaft mit“. Sie halten durch ihre Vorliebe für feuchte Böden Flachwasserzonen und Moorgebiete frei und helfen dabei, Lebensräume zu schaffen.

Bezüglich der Finanzierung kann Thomas Kring Entwarnung geben: „Bei so großen Erdbewegungen muss man mit 150.000 bis 200.000 Euro rechnen“, sagt der Projektleiter zwar.

Das Geld dafür zahlt allerdings das Großprojekt selbst mit Förderungen von Bund und Land. Belastungen für die Gemeinde entstünden durch das Projekt nicht.